Tiersymbolik — Symbolique des Animaux — Animal Symbolism 

 

Diese Übersicht ist nicht alphabetisch nach Tieren geordnet, sondern nach Wissensbereichen, Problemfeldern, Diskurswelten, Textsorten, Funktionen, Auslegungstechniken. Überschneidungen sind unvermeidlich.

Es werden nicht nur Symbole im engeren Sinne besprochen, sondern auch Gleichnisse, Allegorien, Exempla, Tier-Attribute, Sprichwörter u.a.m.

Der Schwerpunkt liegt auf der älteren europäischen Kulturgeschichte vor ca. 1700.

Bei der Fülle des Materials können nur exemplarische Fälle dargeboten werden.

Wenn Enten geschrieben steht, sind die Erpel auch mitgemeint; ebenso bei Hunden die Rüden und bei Pferden die Stuten, bei Heuschrecken die Heuschreckinnen usw. Gelegentlich gibt es Ausnahmen, z.B. bei der Eselin (Matthäus 21,5) oder beim Biber .

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Herodot, Historien, III, 102 kennt goldgrabende große Ameisen in Indien.
Plinius, Historia Animalium, XI, xxxvii,111 zitiert diese Stelle.

In der Übersetzung von Johannes Heyden Caij Plinij Secundi/ Des furtrefflichen Hochgelehrten Alten Philosophi/ Bücher und schrifften/ von der Natur/ art vnd eigenschafft der Creaturen oder Geschöpffe Gottes, Frankfurt: Sigmund Feyerabend 1565, S. 494 (daher das Bild) tönt das so:

Die Eimmeissen im Mohrenland sollen gehörnet sein/ Tragen das Gold auß den Bergen des Erdtreichs/ vergleichen sich sonst vnsern katzen/ vnd sind fast so groß/ als die Wölfe in Egypten. Was sie von Golde im Winter eintragen/ das stälen jnen die Moren im Sommer abe/ alledieweil vnnd sich die Eimmeissen in die löcher des geschmacks halber verkriechen. Sobald sies aber beginnen zuoschmecken/ daß man jnen das gold abhendig machen wil/ fliegen sie herauß/ vnd fellen auch die/ so jhnen auff Chamelen vermeinen zuoentrinnen/ so schnel sind sie/ vnnd so wild macht sie die liebe/ welche sie zum Golde tragen.

Fernes Echo bei Goethe, Faust II, 7103 ff.

Ameisen (von der kolossalen Art).
Ihr sprecht von Gold, wir hatten viel gesammelt,
In Fels und Höhlen heimlich eingerammelt; …

(Vgl. Verse 7586ff: Chor der Ameisen)


Tiere in der Naturkunde

Aristoteles — Plinius — Albertus Magnus — Konrad von Megenberg — Conrad Gessner — und weitere Autoren — <hier>

Tiere in der heidnisch-antiken Mythologie

Die Eule der Minerva — der Pfau von Hera — die Schildkröte der Athene — Arion und der Delphin — der Wolfder Schwan (in verschiedener Hinsicht) — <hier>

Tiere in der Bibel

Die Schöpfungsordnung — Adam gibt den Tieren Namen — Noahs Arche — Bileams EselinOchs und Esel an der Krippe — Jesus reitet auf einer Eselin  — Tierfriede — und viele andere mehr  <hier>

 Epiphanie des Göttlichen in Tiergestalt

In der altägyptischen Mythologie: Uräus-Schlange — Stier — Aal — Ibis u.a.m.

Physiologus-Tradition; Bestiare

Physiologus — Bartholomaeus Anglicus — Berchorius — Frey — Hövel u.a. — der sich kastrierende Biber als Beispiel  <hier>

Die feinen Sinnesorgane der Tiere

Gesichtssinn, Gehör, Riechen usw. —  <hier>

Die Intelligenz der Tiere

Von der Thiere Fleiß und Geschicklichkeit — »Quod animalia bruta saepe ratione utantur melius homine« — <hier>

Tiere in der Bibelexegese

Augustinus — Berchorius —  <hier>

Tiere als moralische Exempel

Der Affe und der Esel als Exempel für Torheit —  <hier>

Kraken, Polyp

Der Tintenfisch in der politischen Propaganda — <hier>

Bienen

Bienen – die Honigvögelein<hier>

Hunde

Hunde als Symbol oder ornamentale Zugabe — <hier>

Der Kampf zwischen Nashorn und Elefant

Das Nashorn gegen den Elefant (Eine Geschichte, die von der Antike bis ins 18. Jh. kolportiert wird) — <hier>

 Tier-Allegorien; Tiere in der Emblematik

 Lastervögel — Psychomachie — KranichParadiesvogel<hier>

Tiere in Legenden; Heilige und Tiere

Androclus und der Löwe – die Raben des hl. Meinrad — Gallus und der Bär – Hl. Franziskus: frate lupo — der Hirsch der hl. Berta — wie kommt Antonius zum Schwein? —  <hier>

Die äsopische Fabel

 Von Äsop über Martin Disteli bis zu Mickey Mouse — <hier>

Tiere in idiomatischen Redewendungen und im Sprichwort

Pechvogel, Schnattergans, dumme Kuh — <hier>

Tiere als literarische Symbole

Der Falke im Minnesang — Enîtes wunderbares Pferd — Rennewart wird mit einem Adler verglichen —  <hier>

Satire, Karikatur

Bienenstaat — Fledermäuse — Papst-Esel — Bei Walther von der Vogelweide, Hans Sachs, Günter Kunert, Grandville, Johen Tenniel und anderen —  <hier>

Tiere als komische oder groteske Figuren, ironische Lobreden auf unscheinbare Tiere

Batrachomyomachia — Rollenhagen, »Froschmeuseler« — Fischart, »Flöh Hatz«— Lob der Mücke — Lob des Esels —  <hier>

Heraldische Tiere; Tiernamen

Schwan(den) — Toggenburg — Hundwil — Bern u.a. — <hier>

Tiere im Traum, in Visionen

Artemidor — Kriemhild — Rolandslied  — <hier>

Tiere in Menagerien

 Der Elefant im Zirkus – und Abul Abaz bei Kaiser Karl dem Großen — <hier>

Jagd und Beiz – konkret

Kaiser Friedrich II. — <hier>

Jagd und Beiz – metaphorisch

Metaphorische Jagd — Vögel auf Leimruten und in Schlingen — Eulen als Lockvögel — <hier>

Tiere im bäuerlichen Alltag; Vieh; Veterinärmedizin

Hausväterbücher… … — <hier>

 Tier im Recht

 Tiere in der Rechtsgeschichte — <hier>

Tiere in der Medizin, im Aberglauben

Plinius — Hildegard von Bingen —  <hier>

Konkretisierte Tier-Metaphern

Das Zwilingspaar, das unter Rosen weidet — <hier>

Tiere in nicht tier-bestimmter Literatur

z.Bsp. in Reiseberichten — <hier>

Tiere in der Physikotheologie

Der bewundernswürdige Organismus der Tiere verweist auf Allmacht, Weisheit, Güte ihres Schöpfers. Beispiele: Friedrich Christian Lesser: Testaceo-Theologia (Schnecken und Muscheln) — Adam Gottlob Schirach: Melittotheologie (Bienen) — mehr hier.

Phantastische Tiere sowie aus Tier- (und anderen) Bestandteilen komponierte Wesen

Porcus marinus — das Einhorn Drachen — und noch mehr hier

Persistente Traditionen von Tierdarstellungen

Der Salamander geht durchs Feuer — Orang-Utang — Kampf zwischen Nashorn und ElefantParadiesvögel haben keine Füße —


Hinweise

  • Projekt animaliter »Tiere in der Literatur des Mittelalters« (Projektleiterin: Sabine Obermaier, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
    Auch > https://www.animaliter.uni-mainz.de/
  • Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte (erscheint seit 1937; ist retrodigitalisiert und wird online fortgeführt).  Mindestens die im Alphabet bis »Fisch« befindlichen Tiere haben bereits einen Artikel, vgl. die Übersicht: http://www.rdklabor.de/wiki/Kategorie:Tiere
  • MAD = Medieval Animal Data-Network 
  • ZOOMATHIA = Transmission culturelle des savoirs zoologiques (Antiquité-Moyen Âge) 
  • Interdisziplinäres Projekt »Tier-Mensch-Gesellschaft« der Universität Kassel 

  • Dietrich Schmidtke, Geistliche Tierinterpretation in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters, Diss. Berlin (FU) 1968.
  • Francis Donald Klingender (1907–1955), Animals in art and thought to the end of the Middle Ages, London 1971.
  • Jocelyn M. C. Toynbee (1897–1985), Animals in Roman Life and Art, London: Thames & Hudson 1973. — Tierwelt der Antike, übersetzt von Maria R[adnóti]-Alföldi und Detlef Misslbeck, Mainz am Rhein: von Zabern 1983.
  • Robert Delort, Les animaux ont une histoire, Paris: Editions du Seuil 1984;  (Nouv. éd. 1993). — Der Elefant, die Biene und der heilige Wolf. Die wahre Geschichte der Tiere (aus dem Franz. von Josef Winiger), München: Hanser 1987.
  • Gisela Febel / Georg Maag, Bestiarien im Spannungsfeld zwischen Mittelalter und Moderne, Gunter Narr Verlag 1997.
  • Sigrid und Lothar Dittrich, Lexikon der Tiersymbole. Tiere als Sinnbilder in der Malerei des 14.–17. Jahrhunderts, Petersberg: Imhof 2004 (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 22); 672 Seiten plus Bilder. 
  • Jean-Louis Poirier, Cave canem. Hommes et bêtes dans l’Antiquité, Paris: Les Belles Lettres 2016. [Texte in französischer Übersetzung mit Quellennachweis]
  • Judith Klingner / Andreas Kraß (Hgg.), Tiere: Begleiter des Menschen in der Literatur des Mittelalters, Wien/Köln: Böhlau 2016.
  • Nigel Harris, The Thirteenth-Century Animal Turn. Medieval and Twenty-First-Century Perspectives, Cham: Springer / Palgrave Macmillan 2020.
    > https://www.palgrave.com/gp/book/9783030506605
    > https://doi.org/10.1007/978-3-030-50661-2