Symbolik der Spinne — Spider — Cobweb — L’Araignée

 

Wüsste man nicht schon beim Lesen des Titels, um welches Tier es geht, so erführe man es bei der Auflösung dieses Rätsels:

Ein Weber ohne Hand wirkt mit den Füssen Sachen/
daß aller Menschen Müh nicht kan dergleichen machen/
doch ist er sehr verhasst/ verfolgt und fort und fort/
verjagt/ bis er entfleucht an nicht bewohnten Ort.

Georg Philipp Harsdörffer, Poetischer Trichter 1650, Zweyter Theil, Zehende Stund, S.66

>>> In der alten Naturwissenschaft (Konrad von Megenberg)

>>> Die Spinne in der Bibel

>>> Die Spinne beweist die Weisheit Gottes (Grimmelshausen; Scheuchzer, J.P.Hebel)

>>> Arachne (Ovid u.a.)

>>> Spinne – moralisiert (Allegorie, Fabel, Emblem)

>>> Die Kleinen fängt man – die Großen rasen durch

>>> Eine besondere Art: die Tarantel

>>> Les Anciens et les Modernes (J. Swift)

>>> Literaturhinweise

(Erste Fassung April 2021)

 

In der alten Naturwissenschaft

Plinius, »Natualis historia«, XI, xxviii, 79 – xxiv, 85 bringt eine ausführliche Beschreibung:

Araneorum his non absurde iungatur natura, digna vel praecipua admiratione. (Die Natur der Spinnen wird mit gutem Grund mit diesen <den Seidenraupen> in Verbindung gebracht und ist höchster Bewunderung wert.)
> https://penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/Texts/Pliny_the_Elder/11*.html

Auszug: Mit welcher Geschicklichkeit bedient sie sich dabei der Füsse, mit welch' runden und gleichartigen Fäden führt sie ihr Gewebe aus, und dient sich selbst dabei als Gewicht! Sie fängt in der Mitte an zu spinnen, knüpft den Einschlag zirkelförmig an, lässt die Maschen gleichweit von einander abstehen, allein allmälig grösser werden, so dass sie vom Engen in's Weite übergehen, und verknüpft alle mit unauflöslichen Knoten. Mit welcher Kunst verbirgt sie die auf dem gewürfelten Netze gelegten Schlingen? Wie wenig scheint die Dichtigkeit des siebartigen Gewebes und die wie durch Kunst hervorgebrachte Glätte der von Natur schon klebrigen Fäden darauf hinzudeuten? Wie schlaff ist das Netz, um dem Winde nachzugeben, und die hineingekommene Beute nicht von sich abzustossen? Man möchte glauben , die Spinne habe aus Ermüdung das Gewebe am obersten Theile aufzuspannen unterlassen, allein diese Fäden lassen sich kaum wahrnehmen, und schleudern, gleichwie die Fanglinien an den Netzen, die Beute in die Mitte hinein.

ins Deutsche übersetzt Georg Christian Wittstein, Leipzig 1881
> https://archive.org/details/dienatugeschicht03plin/page/314/mode/2up

Konrad von Megenberg (1309–1374) »Buch von der Natur« ist angeregt durch Thomas von Cantimpré († ca. 1272) »Liber de natura rerum«. Das Kapitel zur Spinne (Buch III, F, 2) sei zitiert als Überblick über frühere Darstellungen:

VON DER SPINNEN. Aranea haizt ain spinn. der wurm hât die art, daz er auz seim gedirm fädem spinnet und netzel webt, dâ mit er die muken væht.
ez geschiht auch dick, daz er sich selber mit dem spinnen sô gar auzdärmt, daz nihts in im beleibt und daz er stirbt, wan die spinnen habent in in ain wollentragend kraft, dar auz si die fädemen spinnent.
ez sprechent auch etleich, daz daz weibel spinn und web und daz männel vâh die mucken mit dem selben netzel.
si gepernt mit irn lenden klaineu würmel, diu sint airn geleich und diu airl gepernt si zwischen den webnetzeln.
ez werdent auch spinnen ân unkäusch auz faulen dingen, sam auz dem klainen staub, der in der sunnen fleugt, wenn der erfault, und auz des menschen spaicheln, die er wirft sô er gezzen hât.
diu spinn webt sô daz weter lauter ist, niht wenn ez trüeb ist.
si jagt auch niht mêr noch væht, unz daz si gar verzert daz si vor gevangen hât, sam ain vorschær spricht.
wer der spinnen netzel über ain frisch wunden legt, dem geswilt diu wund niht und faulet auch niht.
die spinnen lebent des saffes und der fäuhten, und dar umb stirbt ir kaineu hungers.
wenn die spinnen ireu netzel hœher ziehent, daz ist ain zaichen, daz ez regenen wil.
diu spinn hât die art, daz si sich an ainem vadem wigt auf der slangen haupt, wâ si daz under ainem paum aufrecket an dem schaten, und peizt die slangen sô krefticleich, daz si ir daz hirn begreift unz in den tôt.
Aristotiles spricht, wer geswilt von ainer spinnen piz, der mach ain pflâster von mucken und pind daz auf den smerzen, sô wirt im paz.
maister Michel der Schott spricht, wenn diu spinn slâf, sô kêr si den ruck gegen der erd und slâf in dem luft hangend an den vädemen, die si gespunnen hât, und kêr ir antlütz gegen dem netz.

(Der mittelhochdeutsche Text in der Ausgabe von Franz Pfeiffer, Stuttgart 1861 hier digital in OCR)

Die Spinne in der Bibel

In der Bibel kommt die Spinne (lat. aranea) einige Male als Metapher vor. Hier eine Auswahl:

• Das Vertrauen des Heuchlers ist wie eine Spinnwebe (Job 8,14).

• Der Gottlose hat wie eine Spinne sein Haus gebaut (Job 27,18 in der Luther-Übers.; Vg.: sicut tinea).

• Die Sünder weben Spinnweben. Ihre Fäden taugen nicht zum Kleid (Jes 59,5).

• Spinnweben stehen für die Vergänglichkeit: Psalm 38 (Vg. = MT 39),12 und Psalm 89,9 (Vg. = MT 90),9: alle unsere Tage schwinden dahin … unsere Jahres sind zu achten wie Spinnweben (ähnlich Osee 8,6).

Die Spinne wirkt mit ihren Händen (Proverbia = Sprüche Salomos 30,28 in der Luther-Übersetzung); vgl. hier bei Scheuchzer.

Die Spinne beweist die Weisheit Gottes

 

••• Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen (ca. 1622 – 1676) äußert sich über die Weisheit der Tiere. (Hinweise im Nachlass von Urs Herzog)

• Im »Simplicissimus«-Roman (2. Buch) versucht die Hofgesellschaft den dann Simplicius genannten Knaben in einen Hofnarren umzuwandeln. Dieser spielt brav seine Narrenrolle, versetzt die Stadt in Aufregung und sagt der Hofgesellschaft die Wahrheit, verblüfft sie durch Scharfsinn und sein gelehrtes Buchwissen aus den Lehrjahren beim Einsiedel. Im 12. Kapitel: Simplex zieht trefflich und rühmlich herfür den Verstand der unvernünftigen Tier.

»Vermeinet ihr Menschen denn wohl, wir Tiere seien gar Narren? Das dürft ihr euch wohl nicht einbilden! Ich halte dafür, wenn ältere Tier als ich so wohl als ich reden könnten, sie würden euch wohl anders aufschneiden, […]« Er erwähnt viele Tiere, dann: »Ferners beschauet die mühsame Spinn, deren Geweb beinahe ein Wunderwerk ist! Sehet, ob ihr auch einen einzigen Knopf in aller ihrer Arbeit finden möget? Welcher Jäger oder Fischer hat sie gelehret, wie sie ihr Netz ausspannen, und sich, je nachdem sie sich eines Netzes gebraucht, ihr Wildpret zu belaustern entweder in den hintersten Winkel oder gar in das Zentrum ihres Gewebs setzen solle?«

> http://www.zeno.org/nid/20004912276

Das Wissen entstammt nicht der Naturerfahrung, sondern kommt aus Pierre Boaistueau († 1566), »Le Théâtre du Monde«: Peter Boaysteau, genannt Launay. THEATRUM MUNDI, Das ist Schauwplatz der Welt: Darinnen von ellend und arbeitseligkeit des Menschen / durch alle und jede Alter und Stände menschlichs Lebens gehandelt wirt; und sonderbarem Tractätlein von Fürtrefflichkeit und Wierde des Menschen. […] Basel 1607.
> http://www.e-rara.ch/doi/10.3931/e-rara-30627

Aranea textoria artis doctrix
Wo ist nun diß für ein geschickligkeit vnnd verstand der Architectur bey diesem klein Thierlein? Ist aber die arbeit der Spinnen nicht schier ein wunderwerck in der Natur? welcher Lehrtöchtern die Weiber seind und von ihr das spinnen wie auch die Fischer jre Netze stricken gelehrnet haben. Es haben aber die spinnen in dieser jrer arbeit vil mehr zierlicher gnade vnnd ein vil grössern vortheil. Dann in jhrem ganzen werck kein einiger knopff/ noch auch einiger vberflissiger costen [Aufwand] gespüret wirdet. Dann alles sampt auß jrem kleinen Leiblein herkompt. Sie theilen auch Ihre arbeit ganz artlichen auf. Dann das Weiblein und jre Tochter spinnen und machen das Netze oder Spinnwuppen. Das Männlein aber jaget anderswo / sie alle zu ernehren unnd halt sich immerzu in seiner hut verborgn/ auff die Ihierlein vnd auff die Thierlein vnd auff die Mücklein/ so in sein Netz gefallen/ zuwarten vnd sie zuerdappen
[…] (Text der Ausabe 1619)

• Eine etwas fabulöse Stelle speziell zur Spinne:

Man sagt und schreibt / und ist auch glaublich / daß dieser David täglich und zwar von Jugend auf noch bey den Schaafen philosophirt, alle Wunder und Geschöpffe GOttes betrachtet: und wegen des einen und des andern den Schöpffer mit Lob-Gesängen und Dancksagungen geehrt habe; Als er sich aber einsmals verwundert / warumb GOtt die Muck oder Fliege erschaffen / die doch Menschen und Thieren molest sey / item die Spinn / die niemand nichts nutze / sondern vielmehr mit ihrem Gifft schade / und dessentwegen seiner Gewonheit nach dem Allmächtigen / vor ihre Erschaffung nicht gedanckt; habe GOtt seinem Diener diese Jrrung verweisen: und ihm beyder Insecten Nutz anzeigen wollen; Dann als er mit seinen beysichhabenden Männern / sich in eine Höle der Wüsten Engeddi versteckt gehabt / da habe alsobalden eine Spinne derselbigen Eingang mit ihrem Gewebe überzogen / derowegen Sauls Kriegs-Leute im verbey marchieren / dieselbige nicht allein ohnvistitirt gelassen / sondern der König seye auch desto sicherer hinein gangen / worbey David innen worden / was ihm die Spinn genützet! Item als er Nächtlicher Weil Sauls Spieß und Becher zu des schlaffenden Königs Häupten hinweg geholet / hat er ohngefehr den König an einen Fuß gestossen / dardurch er zwar erwacht; Als ihn aber eben auch eine Muck gestochen / habe er derselbigen gewehret / und wegen des empfindlichen Stichs des empfangenen Stosses destoweniger geachtet; So / das sich David wider ohne Gefahr hinweg schleichen können; Diß seynd zwar keine Glaubens Artickel / allein hat man doch darbey abzunehmen / daß der starcke GOTT ohnangesehen seiner Allmacht sich nur schwacher Jnstrumenten und verächtlicher Dinge gegen seinen hochmühtigen Widerstrebern gebrauche.

Simplicianischer Zweyköpffiger Ratio Status, lustig entworffen Unter der Histori des waidlichen Königs Saul/ des sanfftmütigen König Davids/ des getreuen Printzen Jonahtae/ und deß tapffern Generalissimi Joabi, von Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen. Nürnberg: Felßecker 1670. — Vierdter Discurs vom Gottseeligen König David. [S.50]
> http://diglib.hab.de/drucke/lo-2306/start.htm

Diß seynd zwar keine Glaubens Artickel: Grimmelshausen gibt zu, dass er hier etwas flunkert. Basis ist diese Bibelstelle: Auf der Flucht vor König Saul, versteckt sich David (1.Samuel 23,19ff. und insbesondere 24,4ff.) in einer Höhle.

 

••• Johann Jacob Scheuchzer (1672–1733) kommt anlässlich der Bibelstelle Proverbia (Sprüche Salomonis) 30,24–28 auf die Spinnen zu sprechen. Dort werden vier kleine Tiere genannt, die Weiser als die Weisen sind, darunter (allenfalls) die Spinne.

Das Tier wird hier (wie bei Scheuchzer immer) nicht symbolisch oder allegorisch ausgelegt, sondern hinsichtlich seines Baus und Verhaltens bewundert. (In der zeichen-theoretischen Terminologie von Ch. S. Perice: nicht Icon, sondern Index.) Alles steht immer unter der Leitidee der Physikotheologie: Die kleinste Thiere sind die gröste Beweiß-Gründe der Weißheit, Macht und Güte GOTTES.

Die hebr. Bibel hat für das Tier das nur einmal vorkommende Wort sǝmamith; die Vulgata übersetzt mit stellio; die Lutherbibel mit Spinne. Scheuchzer zitiert auch den Text der Zürcher Bibelübersetzung 1743: Eine Spinn fasset mit beyden Händen (ihren Faden,) auch wenn wie in den Sälen der Königin ist.

Ob mit dem Wort eine Spinne oder eine Stern-Eydex (stellio) gemeint ist, diskutiert Scheuchzer mit philologischem Fleiß lange. Und sicherheitshalber lässt er auf der Tafel in der Umrandung oben auch eine abbilden. Dann kommt er ausführlich auf die Spinnen zu reden und wie sie ihre Gewebe fertigen (deutsche Fassung II, Seite 790ff.) und erörtert sechs in Europa lebende Spinnen-Arten.

 

Legende (gekürzt):

Fig. 1. Eine Stern-Eydexe
Fig. 2. Die Spinne Tarantula … besonders gezeichnet unter dem Vergrösserungs-Glase
Fig. 3. Die Stellung der Augen nebst vordern Zangen der Hauß-Spinnen
Fig. 8. Eine grosse haarichte Haußspinne
Fig. 9. Eine Krebs-förmige Spinne
Fig.13. Eine Hauß-Spinne … Araneus domesticus
— Damit ist keine einheimische Spinne gemeint; Scheuchzer bezieht sich auf Hans Sloane, A Voyage to the Islands Madera […] and Jamaica, 1725, Vol. II, Tab. 235 (wo indessen nicht eine Spinne wiedergegeben ist, die einen Vogel frisst).

Kupfer-Bibel, in welcher die physica sacra, oder geheiligte Natur-Wissenschafft derer in Heil. Schrifft vorkommenden natürlichen Sachen, Deutlich erklärt und bewährt von Joh. Jacob Scheuchzer […]. Anbey zur Erläuterung und Zierde des Wercks in künstlichen Kupfer-Tafeln ausgegeben und verlegt durch Johann Andreas Pfeffel; Augsburg und Ulm: Ch. U. Wagner, 1731–1735. – Tafel DLXXXVII
> https://www.e-rara.ch/zuz/content/zoom/3564931

In der Tradition der Physikotheologie steht auch Johann Peter Hebel (1760 –1826). Er setzt die wunderbare Web-Kunst um in ein Gedicht: »Die Spinne«, in: Allemannische Gedichte. Karlsruhe, 1803. S. 195ff. — Hier nur einige Kostproben aus diesem poetischen Text:

Nei, lueget doch das Spinnli a,
wie's zarti Fäde zwirne cha!

Es zieht e lange Faden us,
es spinnt e Bruck ans Nochbers Hus,
es baut e Landstroß in der Luft, …

Jez puzt es sini Händli ab,
es stoht, und haut der Faden ab.

Am Schluss erwischt die Spinne eine Fliege und freut sich, dass sie nach so viel Arbeit noch einen Braten bekommt — I sag's jo, der, wo alle git, wenn's Zit isch, er vergißt di nit.

Der ganze Text in der Erstausgabe hier
> https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/hebel_gedichte_1803?p=217
Text in leicht modernisierter Schreibung
> https://de.wikisource.org/wiki/Das_Spinnlein

(Freundlicher Hinweis von Ruth J. in Z.!)

Arachne

Ovid (Metamorphosen, Buch VI, Verse 5–145) erzählt die Geschichte von Arachne:

Arachne brachte es in der Webkunst weit, so dass sie von vielen bewundert wurde. Wie sie aber darüber endlich so hochmütig wurde, dass sie sich rühmte, sie wollte es mit der Pallas selbst auf ein Wettwirken ankommen lassen, so verstellte sich diese [P.] in eine alte Frau, und suchete sie davon abzumahnen. Da sie [A.] aber auf ihrem Sinne blieb, so nahm diese [P.] ihre rechte [göttliche] Gestalt an sich, und ging wirklich einen Wettstreit mit ihr ein. Es machte auch Arachne ihr Gewebe so schön, dass Pallas an dessen Kunst nichts auszusetzen fand. Weil sie aber doch lauter Schandtaten der Götter darauf vorgestellet hatte, z.Bsp. wie Jupiter sich in einen Ochsen verwandelt habe, die Europa zu entführen; in einen Adler, die Asterie zu berücken, in einen Schwan, die Leda zu betriegen, in einen Satyr, die Antiope zu seinem Willen zu bringen, in den Amphitryon, die Alkmena zu überlisten, und was dergleichen mehr war, so zerriss sie ihr Gewebe, und stieß sie etlichemal mit dem Weberschiffchen vor den Kopf. Dieses schmerzte die Arachne dergestalt, daß sie vor Verdruss einen Strick ergriff, und sich erhing. Pallas erhielt sie zwar noch beim Leben, besprengete sie aber doch mit einem Kräutersafte, daß sie in eine Spinne verwandelt wurde. (Nach B. Hederich: Gründliches mythologisches Lexikon, 1770)

Lat. Text Ovids > https://www.theoi.com/Text/OvidMetamorphoses6.html
Deutsche Übersetzung > https://www.gottwein.de/Lat/ov/met06de.php

Hier die geniale (und deshalb oft kopierte) Radierung von Antonio Tempesta (* ca. 1555 – 1630):

Metamorphoseon sive transformationum Ovidianarum libri quindecim, aeneis formis ab Antonio Tempesta florentini incisi et in pictorum antiquitatisque studiosorum gratiam nunc primum exquisitissimis sumptibus a Petro de Iode Antverpiano in lucem editi Aº 1606.

••• Arachne kommt auch vor in Giovanni Boccaccios (1313–1375) Buch von den berühmten Frauen (»De claris mulieribus«). Hier ist zwar nicht Pallas, dafür die versuchte Selbsttötung Arachnes dargestellt.

Ein Schöne Cronica oder Hystori bůch / von den fürnämlichsten Weybern so von Adams Zeyten an geweszt […] Erstlich Durch Joannem Boccatium in Latein beschriben / Nachmaln durch Doctorem Henricum Steinhöwel in das Teütsch gebracht […] Mit schönen Figuren durch auß geziert / Gantz nutzlich / lustig vnd kurtweilig zů lesen. Gedruckt zu Augspurg / durch Hainrich Stayner / anno M.D.XXXXIII.
Didtalisat der Ausgabe 1541 > http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00021201/image_2

••• In anderem Zusammenhang hatte das Motiv bereits Francesco Petrarca (1304–1374) in seiner moralischen Enzyklopädie »De Remediis utriusque fortunae« verwendet.

Die Personifikation der Freude (Gaudium) prahlt (I. Buch, Kapitel 7) mit ihrem schnellen und scharfen (velox, peracutum) Scharfsinn. Die Personifikation der Klugheit (Ratio) warnt vor sophistischen Spitzfindigkeiten: Quorundam acumen tenui cuspide frangitur. (Bei gewissen Leuten zerbricht ihr Witz mit zu feiner Spitze.)

Nun zitiert Petrarca die Geschichte von Pallas (entsprechend röm. Minerva) und der Spinne und deutet sie allegorisch: Nichts ist der weißheit hässiger / dann ein zuouil grosse spytzigkeit […] Derhalb haben die alten gedichtet / Das Pallas / der spynnen hässig sey / wellicher spynnen werck vnd gewürck / subtil vnd zart / yedoch brechlich vnd nichts nütz ist [Übersetzung 1532].

Pallas in einer prachtvollen Rüstung mit Speer und Schwert ist zudem gekennzeichnet durch vier Eulen in einem Baum:

Franciscus Petrarcha, Von der Artzney bayder Glück / des guten vnd widerwertigen […]. Augspurg: H. Steyner MDXXXII.
> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00084729/image_1

Die Kritik an den Sophistereien ist alt. Ariston aus Keos (2. Hälfte des 3.Jhs. v.u.Z.) sagte:

Die dialektischen Lehren gleichen Spinngeweben, die, obschon sie den Eindruck einer gewissen Kunstfertigkeit machen, doch ohne Nutzen sind.
Diogenes Laertios VII,161; in der Übersetzung von Otto Apelt

••• Dante sieht im »Purgatorio« zwölf Bilder bestrafter Hochmütiger, darunter auch Arachne, die sich gegen eine Gottheit auflehnte:

O folle Aragne, sì vedea io te
già mezza ragna, trista in su li stracci
de l’opera che mal per te si fé.

Dich sah ich auch, o törichte Arachne,
Schon halb als Spinne, traurig auf den Fetzen
Des Werkes, das du machtest dir zum Unheil.

Purgatorio, 12. Gesang 43ff.
> https://it.wikisource.org/wiki/Divina_Commedia/Purgatorio/Canto_XII
> deutsche Übersetzung: http://www.zeno.org/nid/20004680707

Gustave Doré (1832–1883) hat sich diese Metamorphose in seinen Illustrationen der »Divina Commedia« 1861 nicht entgehen lassen. – Man bedenke: Dante sieht am Boden Bilder! (So sah ich dort, nach der Meisterschaft der Kunst, überdeckt mit Bildern, was vom Gestein des Berges dient zum Wege.)

> bei Wiki Commons

Spinne – moralisiert

Die Spinne und ihr Netz boten reichlich Anlass für Moralisationen aller Art.

••• Die Enzyklopädie von Petrus Berchorius (Bersuire, Pictavensius; Ende 13. Jh. – nach 1361), »Reductorium morale« (Erstausgabe erst 1521) wurde auszugsweise übersetzt von Aegidius Albertinus, S.J. (um 1560 – 1620), »Der Welt Tummel= und Schaw-Platz« (1612). Einige Hinweise:

Das mühevoll gesponnene Netz wird leicht vom Wind zerrissen: So ist die Arbeit der Reichen in der Welt, die ohne Ruhe arbeiten und deren Güter von Widerwärtigkeit weggenommen werden.

Wie die Spinne viele Füße hat, mit denen sie subtil weben und tasten kann, so der Teufel, der mit mit den Füßen der Anfechtungen das Garn spinnt und die Sünder fängt.

Obschon das Gespinst von einem giftigen Tier stanmmt,. ist es selbst als Medizin tauglich, es stillt z.B. das Blut. So ist auch der Reichtum, der von einemm Geizhals gesammelt wurde, nützlich, wenn man in recht braucht.

usw. usf.

Der Welt Tummel= und Schaw-Platz. Sampt der bitter=süssen Warheit. Darinn mit einführung viler schöner und fürtrefflicher Discurscen, nit allein die Natürliche, sondern auch Moralische und sittliche Eigenschafften und Geheimnussen der fürnemsten Creatuen und Geschöpf sehr lustig, Geist= und Politischer Weiß erklärt, und auf die Weltläuf gezogen werden. [……] . Allen StandtsPersonen, vnd sonderlich den Predigern sehr dienlich. Durch Aegidivm Albertinvm, Bayrischen Secretarium colligiert. Getruckt zu München, bey Nicolao Henrico MDCXIII, in Verlegung Hansen Krugern. — Seite 326–335.
> http://diglib.hab.de/drucke/21-phys/start.htm

••• In einem wie eine Tierfabel dialogisch inszenierten moraldidaktischen Text (2. Viertel des 14. Jhs.) entspinnt sich ein Dialog ziwschen Spinne und Fliege: Die Fliege ärgert sich darüber, dass die Spinne mit ihrem Netz den Weg versperrt. Die Spinne belehrt sie: Das tue sie, damit man immer wachsam bleibe auf dem Lebensweg.

Vide, pedem cui tribuas, et in securioribus dubita.
De aranea et musca cap. 6.

Texenti araneae retiaculam artis suae musca volitans coram posita dixit: ut quid concludis fallaci reti seruitas liberioris naturae? quo quidem jure usurpas tam publicum et tensis retiaculis modum claudis aptissimum gradiendi?

At illa respondti: nimirum naturae auctoritate hoc facio, quia doctrix effecta scholas meas in plus aptis semitis extendo.

Tunc musca subjunxit: si ita est, tunc disciplinae tuae regulas pande.

Cui illa libenter annuens iuquit: scito quod mortalium vita non minus pendet ab oculorum rectitudine quam a corde. Quod quidem ut panderet, sapientia repleta natura multum sibi invicem cor et oculum conformavit, videlicet in agilitate motus, in copiositate Spiritus et in unitate conductus. Propter hoc maxima diligentia gubernandis adhibenda est oculis, ne, si erraveris, vitam perdas […]
Die beiden ältesten lateinischen Fabelbücher des Mittelalters. Des Bischofs Cyrillus Speculum sapientiæ und des Nicolaus Pergamenus Dialogus creaturarum, hg. von J.G. Th. Grässe. Tübingen 1880 (Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart 148) > >
> https://archive.org/details/b21782076

Schau, welchem <Ort> du den Fuss anvertraust, und zögere im allzu Sicheren!
Von der Spinne und der Fliege Kap. 6

Zu einer Spinne, die ihr Netzchen nach ihrer Kunst wob, sagte eine Fliege, die um das in die Öffentlichkeit Gehängte herumflog: "Wozu verschliesst du mit dem trügerischen Netz die durchaus freien Wege der Natur? Mit welchem Recht beanspruchst du so Öffentliches und schliesst mit gespannten Netzen einen dem Gehenden höchst willkommenen Bereich ab?"

Aber diese sagte: "Natürlich tue ich das auf Anordnung der Natur, weil ich als Lehrerin eingesetzt bin und meinen Schulraum auf die geeignetsten Wege ausweite."

Da fügte die Fliege an: "Wenn das so ist, dann eröffne mir die Regeln deiner Lehre!"

Jene nickte ihr wohlwollend zu und sagte: "Du musst wissen, dass das Leben der Sterblichen nicht weniger von der Richtigkeit der Augen abhängt als vom Herzen. Und dass das auch offensichtlich wird: Es hat die von Weisheit erfüllte Natur Herz und Auge sehr einander angeglichen, etwa in der Gewandtheit der Bewegung, in der Reichhaltigkeit des Geistes und in der Übereinstimmung des Führens. Deshalb ist auf die Lenkung der Augen höchste Sorgfalt zu verwenden, damit man nicht, wenn man abirrt, das Leben verliert." (Übersetzung von Thomas G. in W.)

Hier ein Ausschnitt aus dem illustrierten Druck der Übersetzung von Ulrich von Pottenstein:

Das bůch der Natürlichen weißheÿt, Augsburg: Anton Sorg 1490.
> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00025657/image_19

In der deutschen Übersetzung von Sebastian Münster (1520) lautet der Dialog so:

Luog wo hin du dyn fuoß setzest/ und in den sicheren dingen soltu noch zwyfeln/ das lert dich dise fabel von der spinnen und fliegen. Cap. vj.

ES fluch uff ein zyt ein muck oder fliege vor einer spinnen die do span ein netzlin irer kunst und sprach zuo ir. Was verschlegst du der fryen natur die gemein straß/ und daz do yederman gemein ist/ das eigestu dir zuo mit dinem ußgespanten garn.

Antwuort die spinn. Daß ich das thuo/ hat mir dar zuo die natur gewalt geben/ dann diewyl ich ein lermeisterin worden bin/ streck ich uß myn schuol in die offen straß.

Sprach die flieg. Jst das war/ so sag an die regel diner kunst.

Antwuort die spinn. Das wil ich gern thuon. • Zum ersten solt du wissen/ daß das leben in disem tödlichen wesen so wol bedarff ein recht gesicht als ein recht hertz. Das hat die fürsichtig natur wöllen anzeigen mit dem/ das sy das hertz und das aug gar glychformig gemacht hat/ in behender bewegung/ in vil lebendiger geist/ und in einförmiger beleytung. Des halben sol man groß sorg han die augen wol zuo regiren/ uff das man nit irr und umb das leben kumm. Du solt nymmer beid augen zuothon/ sunder so eins ruowet/ sol daz ander wachen und dich regieren [Spr. 6,4]. Dann dyn aug (spricht Christus) ist ein latern dines lybs [Matth. 6,22]. Also spricht auch der wyß mann: Du solt behalten dyn hertz in grosser behuotsamkeit [Spr. 4,23] / und din aug flyssigliche bewaren. • Die ander regel ist. Das du nit zuo güdig syest mit dinen füessen/ nymmer einem zwen gebest/ uff daz so du sy villycht bütest zum bösen/ du nit nachgandes erholest iren verlust. Dann es spricht die geschrifft/ das der wyß hat sinen füeß in sinem gewalt [vgl. Spr. 1,48]/ aber der unwitzig ist under dem gewalt siner füeß. Darum sollen dine augpraen vorgan dine fuoßtritt/ und nymmer sol der fuoß das aug füeren. [Es folgt eine dritte Regel.]

Nach dem alles/ vergaß die flieg der regel und lere/ und uß irer unruow und ungestümem fliegen viel sy der spinnen in ir garn. Und als sy behing/ klagt sy über die spinn/ sy het sy betrüglichen gefangen.

Antwuort die spinn. Es ist kein betrug oder untrew/ sunder die gerechtikeit erfordert das/ daß man mit kunst und liste fahe einen der do schedlich einer gemein ist. Jch hab dich doch vorhin vermanet/ du solt ruow han und für dich din straß gan/ und hast mir nit wöllen folgen. Darumb sollen die andern uß dinem übel lernen/ das du versumet hast din guot mit diner unfürsichtikeit.

Romy Günthart, Sebastian Münster, »Spiegel der wyßheit«. Einführung, Edition und Kommentar, München: Fink (2 Bde.) 1996. — Darin I,6 und Kommentar auf S. 20–22.

(Danke R.G., für die Hinweise!)

••• Der lutherische Pastor Hermann Heinrich Frey (1549–1599) widmete in seiner »Therobiblia« (1595) – einem Handbuch zur erbaulichen Ausschmückung von Predigten – der Spinne ein Kapitel (Fünffter Theil, Das Dreyzehende Capitel, Fol 366r. – 369v.):

Die Bibelstelle Jesaias 59,6 (Jr Spinneweb taug nicht zu Kleidern / vnd jr Gewircke taug nicht zur Decke / Denn jr werck ist mühe / vnd in jren Henden ist freuel. Luther 1545) ist bei Frey Ausgangspunkt für die Kritik an der Liturgie der katholischen Kirche, wozu er Luther und den lutherischen Theologen und seit 1547 scharfen Papisten-Verächter Johannes Brenz zitiert.

Da stehet der Meßpfaff für dem Altar/ bald in Königlichem Schmuck/ dem seind zween Diener zugeordnet […] die auch köstliche Kleidung haben; Mitten innen stehen die Knaben/ die auch mit weisen helleleuchtenden Kleidern sind angethan. [Sie singen, was sie lesen usw.] Aber warlich solche Meß/ mit grossem fleis vnd vnkosten verrichtet/ ist nichts anders als ein Spinnengewebd/ die zu nichts dienet/ als Fliegen vnd Mücken damit zu fangen/ die Leut zu bethören …

ΘΗΡΟΒΙΒΛΙΑ: Biblisch Thierbuch / darinne alle vierfüßige / zahme / wilde / gifftge und kriechende Ther / Vogel vnd Fisch (deren in der Bibel meldung geschiht) sampt jren Eigenschafften vnnd anhangenden nützlichen Historien beschrieben sind. Mit der alten vnd newen Kirchenlehrer Außlegungen fleissig erkleret […] Durch M. Hermannum Heinrychum Frey […], Leipzig: Johann Beyer 1595. — Reprint mit Vorwort und Registern, hg. Heimo Reinitzer, Graz: ADVA 1978.

••• Beide Tiere saugen Saft aus Pflanzen, aber die Spinne produziert daraus Gift, während die Biene aus demselben Saft Honig gewinnt:

glych wie der blumen, die wol rücht,
darusz das bylin honig zücht,
aber wenn daruff kumpt ein spinn,
so suocht sy gift nach irem gwinn!

(Fastnachtsspiel des 15.Jhs., zit. bei Grimm, DWB Band 16, Sp. 2510)

In Zürich anno 1674 sieht das so aus:

Die arbeitsame Bien das Gut auß allem fasset […]
Das wüste Thier, die Spinn, auß allem sauget Gifft […].

Fünff und zwanzig Bedenkliche figuren mit Erbaulichen Erinnerungen. Dem Tugend und Kunstliebenden Zu gutter gedechtnus in Kupffer gebracht, Durch Conrad Meyer Mahler in Zürich, Ao. 1674.
> http://diglib.hab.de/drucke/xb-4f-344/start.htm

Ein anderer Vergleich der beiden Insekten:

Die Bienen wircken ihren Blumen= und Honig=Safft im Verborgenen/ innwendig im Stock; also/ daß man nicht weiß/ welche dieses oder jenes Stück Honigseims gemacht habe. Die Spinne aber zeucht ihre saubre Arbeit/ und subtiles/ aber unnützes Gewebe/ aus dem Leib hervor an die Lufft/ und giebt sich/ samt ihrer Würckung/ zu erkennen. Sey du eine Biene/ und nicht eine Spinne. (S.1194)

Erasmus Francisci, Glantz Krafft und Würckung der Geistlichen Wandel-Sterne, welche am Firmament himmlischer Seelen leuchten, das ist der sieben Haupt-Tugenden eines wahren Christenthums, Nürnberg: Riegel 1678.

••• Julius Wilhelm Zincgref (1591–1635) demonstriert anhand der Spinne, dass sich der Herrscher immer im Zentrum (der Macht) befinden soll:

Die Spinn den mittel Punct inhelt in jhrem Netz …

Sapientia Picta. Das ist/ Künstliche Sinnreiche Bildnussen und Figuren, Frankfurt/M. 1624.
> http://diglib.hab.de/drucke/li-6643-2/start.htm

••• Der Benediktinerabt Willibald Kobolt (1641–1687) stellte ein umfangreiches Buch zusammen, das als Predigthilfe diente. Daraus nur ein Ausschnitt:

Ferners kan auch füglich durch die Spinnen mit ihrem Geweb der böse Feind mit seinen Versuchungen verstanden werden; dann auch dieser spannet überall das Garn seiner Versuchungen aus / und lausteret biß ihm der unbehutsame Mensch eingehet /und in diesem Garn behangen bleibt / das ist / in die Versuchung einwilliget / da verstricket und verwicklet er ihn als wie ein Spinn die Fliegen / erstlich zwar mit den Stricken der Falschheit des betrüglichen Wollusts in dem Sündigen / hernach aber mit den Stricken der bösen Gewohnheit zu sündigen / und endlich (wann nicht GOtt sonderbare Gnad gibt) mit den Stricken der Verzweiflung / auf daß er sich also seiner völlig bemächtige / und dieser ihm nicht mehr entrinnen möge. Darum hat auch der heilige Paulus gesprochen: Die reich werden wollen / fallen in Versuchung /und in die Strick des Teufels. (1 Tim 3,7; 2 Tim 2,26)

Die Groß- und Kleine Welt, Natürlich-Sittlich- und Politischer Weiß zum Lust und Nutzen vorgestellt, Das ist: Der mehrist- und fürnemsten Geschöpffen natürliche Eigenschafften, und Beschaffenheit, auf die Sitten, Policey und Lebens-Art der Menschen ausgedeutet. Ein Werck, welches in 4. Theil abgetheilt ist mit mancherley curios- und nutzlichen mehrentheils allegorischen Concepten, Moralien, Geschicht und Fabeln versehen; mithin zur Auferbauung und Ergötzlichkeit aller Gelehrt- und Ungelehrten / Geistlich- und Weltlichen Stands-Personen / auch zu sonderer Bequemlichkeit deren Prediger gewidmet / verfaßt und in Truck gegeben von A.R.P. Wilibaldo Kobolt. Augsburg: Martin Veith / und Happachische Interessenten Anno 1738.
Der III. Theil, IX. Von etlich kriechenden und anderen Thieren, Der 3. Absatz.
Der ganze Text hier > http://www.zeno.org/nid/20005181984

••• Abraham a Sancta Clara (1644–1709) verwendet die Spinne für ein Emblem und eine daran anschließende Predigt; das Bild stammt von Christoph Weigel (1654–1725):

Lat. Text (übersetzt von Thomas G. in W.; Text der besseren Ausgabe 1707):

Die Spinne.
     Den andern durch eigene Laster schädlich,
Ist sie die schlimmste.

Schau, mit welch staunenswerter Kunst die Spinne webt,
     Dünn <sind sie>, die Aufhängung, der Radius; sie selbst und ihr Garn.
Das presst sie selber heraus und knüpft den Faden dann in den Baum,
     Hängend läuft sie auf verschiedenen Wegen darüber hin und her.
Wo sie läuft und neue Fäden zieht, spannt sie rundum ein sechseckiges
     Netz, aus ihren Gespinnsten erzeugt.
So viele Schlingen knüpft sie, so viele Tage lang reiht sie Fäden an,
     Weil sie dich, kleine Fliege, als Beute will.
Wer so, dass andere zugrunde gehen, seine Geschäfte treibt, der
     Ist mit seiner vergifteten Betrügerei voll und ganz eine Spinne.

Deutscher Text (auf der folgenden Seite)

Die Spinne.

So thut mancher selbst sich weh/ daß es andern übel geh.

Schau! Es ist Wunderns werth/ der Spinnen künstlichs Weben
    Die selbst ihr Garn und Kamm/ ihr Eintrag/ Spuhl/ und Stuhl.
Sie zettelt Fäden an aus ihrem Leib und Leben
    Und rennt (Seil-Tänzer komm’ und geh’ hier in die Schul)
von dem/ zum andern Baum. Sie zieht mit höchstem Fleiß
    aus ihrem Därmer-Zwirn/ ein allzeit frisches Gleiß.
[einen Strang]
Recht nach der Messe-Kunst. Führt gleich abstehnde Züge/
    Und schliest sie ingesamt mit einem Sechs-Eck ein.
Und dieses alles thut sie dir/ du kleine Fliege/
    Daß du darinnen mögst von ihr gefangen seyn.
    Wer nun sich selbst verderbt/ zu andrer Leute Leid/
    Ist der nicht Spinnen-Art von Falschheit/ Gifft und Neid?

Huy! und Pfuy! der Welt. Huy / oder Anfrischung zu allen schönen Tugenden: Pfuy / oder Abschreckung von allen schändlichen Lastern: durch unterschiedliche sittliche Concept, Historien / unde Fabel vorgestellt. Worinnen der Poet / Prediger und waserley Standes=Personen für ihren Kram etwas finden können; durch R. P. Abraham à S. Clara, Augustiner Barfüsser= Ordens […] Mit Kupffern geziert und verlegt durch Christoph Weigel […] in Nürnberg. Gedruckt bey Martin Frantz Hertzen 1710.
Digitalisat der EA > http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/abraham1707
> http://emblematica.library.illinois.edu/detail/emblem/E010249

Die Kleinen fängt man – die Großen rasen durch

Hierzu hat Clausdieter Schott (s. unten) einen von der Antike bis in die Gegenwart umfangreich recherchierten Aufsatz vorgelegt. Hier nur Kostproben aus der voluminösen Sammlung:

••• Eine oft zitierte Stelle ist Valerius Maximus, »Facta et dicta memorabilia« (7.2.ext.14):

Quam porro subtiliter Anacharsis leges araneorum telis conparabat! nam ut illas infirmiora animalia retinere, ualentiora transmittere, ita his humiles et pauperes constringi, diuites et praepotentes non alligari.

Übersetzung von Eberhard Werner Happel 1678 (hier ext. 11): Wie gar weislich verglich Anacharsis die Gesetze der Spinnweben; denn gleich wie wir sehen/ daß von denselben die kleine Thiere auffgefangen werden/ die grössere aber durchfallen/ also sehen wir auch/ daß die arme und geringe Leute müssen herhalten/ die Reichen aber und Gewaltigen bleiben ungebunden.

••• Sebastian Franck (1499–1542) »Sprichwörter/ Schöne/ Weise/ Herrliche Cluogreden vnnd Hoffsprüch« (Frankfurt a.M. 1541):

Der richter und der welt gerechtigkeyt wirt damit gestupft, daß sy ir recht feyl hat und die grossen hummeln und dieb laßt durch hin schlupfen und die kleynen henckt sie/ wie Anacharsis das recht einer spinnwepp vergleicht, das durch die schnur premen faren/ die mücklin hangen. Dann die kleynen diep haben kein ansehn und dem richter nicht zegeben/ dram müssen sie dran.

Und einige Ergänzungen. In der Emblematik ist dieses Thema beliebt. Vgl. dazu: Arthur Henkel / Albrecht Schöne, Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Stuttgart 1967, Sp.939–942.

 

••• Guillaume de La Perrière (1499–1565)

Schön ist die Erfindung der Spinne und gut geeignet, kleine Fliegen in ihrem Netz zu fangen. Sie ist aber schwach und gegen die Großen und Wilden schutzlos. — Heutzutage fürchten die Mächtigen keinen Zwang, und das Gesetz herrscht nur über die Elenden und Armen. Die Reichen haben einen Freibrief, Böses zu tun. Die Armut hat nie Wind im Segel. So sollte es nicht sein, aber es ist evident, dass eine große Fliege das Gewebe zerstört. (Übers. bei Henkel/Schöne Sp.939)

La morosophie de Guillaume de la Perriere Tolosain contentant cent emblemes moraux, illustrez de cent tetrastiques latins, reduitz en autant de quatrains francoys Lyon 1553.
> http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k311208r

••• Petrus Costalius (1510–1568)

Petri Costalii Pegma, Cum narrationibus philosophicis Apud Matthias Bonhomme 1555.

Zur Spinne, bekannt gemacht durch Diogenes [bezieht sich auf Diogenes Laertios I,58] (Übersetzung von Thomas G. in W.)

Auf die bestechlichen Richter.

Im Flug zerreisst die Gewebe der stolzen Arachne
     die Bremse, und furchtlos zerzaust sie die weichen Garne.
Gefangen wird aber die schmächtige Fliege mit ihrem mageren Leib
     Und entgeht nicht dem mit kundiger Hand hergestellten Netz.
So entkommt der Arme den Urteilen der dazu aufgestellten Urne kaum,
     Aber der Reiche bricht durch den Zaun und geht unbehelligt weg.

••• Joachim Camerarius (1534–1598), »Symbola et emblemata« (lat. Erstausgabe des 3. Bands 1596).

Vierhundert Wahl-Sprüche und Sinnen-Bilder, durch welche beygebracht und außgelegt werden die angeborne Eigenschafften, wie auch lustige Historien und Hochgelährter Männer weiße Sitten-Sprüch. Und zwar Im 1. Hundert: Von Bäumen und allerhand Pflanzen. Im II. Von Vier-Füssigen Thieren. Im III. Von Vögeln und allerley kleinen so wol fliegenden als nit fliegenden Thierlein. Im IV. Von Fischen und kriechenden Thieren. Vormahls durch den Hochgelährten Hn. Ioachimum Camerarium In Lateinischer Sprach beschrieben: Und nach ihm durch einen Liebhaber seiner Nation / wegen dieses Buchs sonderbarer Nutzbarkeit allen denen die in vorgemelter Sprach unerfahren seyn/ zum besten ins Teutsch versetzet, Maintz: Bourgeat 1671.

Die Großen bleiben nicht behangen/
Die Kleinen werden nur gefangen.

Die Gesetz und Rechte sind einer Spinnweb zu vergleichen/
    Die der kleinen Fliegen-Schaar
    Bringt Verderben und Gefahr/
Wespen aber können leicht durch das dünne Netze streichen:
Also werden die Gesetz von den Großen und den Reichen
   Durch gewalt und Macht geschwächt;
   Aber der verarmte Knecht
       Wird bedrücket
       Und verstricket.
[doppeldeutig: Spinnen-Schlinge und Galgen-Strick!]

••• Florens Schoonhoven (1594–1648) spricht die korrupten Richter gleich schon im Titel an. Mercur (erkennbar am Flügelhelm und dem Caduceus-Stab) nähert sich dem Richter; er gilt als der schlaue, betrügerische Gott.

Aranearum tela magnis rumpitur
   Muscis, minores strangulat;
[…]

Das Spinnennetz wird zerrissen von großen
     Fliegen, die kleinen umschlingt es;
Angeklagte mit Vermögen lenken den Spruch der Richter
     mit dem Wohlgeruch von Geschenken;
Wer nichts hat, um die Gesetze zu beugen, kriegt jämmerlich
   Hiebe auf die Haut als Habenichts.

(Übers. mit Umsetzung der Alliteration p-p-p im letzten Vers: Thomas G. in W.)

Der gelehrte Kommentar – beginnend mit: Der Ausspruch stammt von Anacharsis und er verspottet damit Solons Eifer im Abfassen von Gesetzen. Er sagte nämlich jeweils, die Gesetze seien den Spinnweben recht ähnlich,… – umfasst mehrere Seiten mit antiken Textstellen.

Emblemata Florentii Schoonhovii, partim moralia, partim etiam civilia. Cum latiori eorundem ejusdem auctoris interpretatione. Accedunt et alia quædam poëmatia in alijs poëmatum suorum libris non contenta, Goudæ: Apud Andream Burier 1618.
> https://archive.org/details/emblemataflorent182scho/page/201/mode/1up

••• Jacob Cats (1577–1660) wendet das Verhalten der Spinne und der Insekten auch an auf den dummen Liebhaber. Venus versucht wie die Spinne die Menschen zu fangen; in ihrem Netz bleibt nur hängen, wer leichtfertig herumschwebt. Bienen und wer Gutes tut, kann Venus widerstehen. Was keine Krafft/ Das bleibt in hafft.

Proteus ofte Minne-Beelden verandert in Sinne-Beelden, Rotterdam 1627.
> http://diglib.hab.de/drucke/2-1-eth/start.htm

Non intrandum, aut penetrandum — Entweder nicht hineinkommen – oder hindurchkommen

(Die ersten beiden Verse im Epigramm sind ein Zitat aus Ovid, »Ars amatoria« I,387 und 389 zum Thema an prosit violare ministram.)

Dazu allein rate ich, wenn man der Belehrung einigen Glauben schenkt: […]
Entweder beginnst du es nie – oder du vollendest es.

Das Zitat aus Montaigne, »Essais« III,5: Le vice est de n’en pas sortir; non pas d’y entrer. bezieht sich ebenfalls auf den Besuch bei einer Kurtisane.

••• Auch Willibald Kobolt (1738; siehe oben) kennt diese Auslegung:

Aber zu mercken ist / daß gleichwie die Spinnen nur die kleine schwache Thierlein / als Fliegen / Mucken und dergleichen in ihrem Garn zufangen / und zuverstricken pflegt / die grössere und stärckere Thierlein aber / als wie die Wepsen und Hurnaussen / etc. wann sie an einem Spinnen-Geweb anstossen / schlagen sie sich durch / zerreissen der Spinnen ihr Garn / verjagen sie / und fliegen ungehindert fort: eben also kan der Teufel in dem Garn und Fall-Stricken seiner Versuchungen nur diejenige fangen und aufhalten /welche klein und schwach in dem Glauben und der Tugend seynd: die Stärckere und Tugendhaffte aber schlagen sich leichtlich durch / sie zerreissen das Garn / das ist / sie verstöhren und zernichten die Anschläg oder Vorhaben des höllischen Feinds / und jagen ihn selber in die Flucht.

Die Tarantel

Der Biss der giftigen Spinne Tarantel wird durch Musik geheilt.

Interessanterweise äußert sich der Unversalgelehrte Athanasius Kircher (1602–1680) in seinem Buch »Magnes sive de arte magnetica« (1641; 2.Aufl.1643) ausführlich dazu, weil er der Auffassung ist, dass der Musik magnetische Kräfte innewohnen, die auf die sie Hörenden einwirken.
> https://www.e-rara.ch/zut/content/zoom/4319417
> https://archive.org/details/bub_gb_nK1DAAAAcAAJ/page/n963/mode/2up

Erasmus Francisci (1627–1694) stellt (bunt und ohne logische Durchdringung) mehrere Autoren zusammen, die über die Tarantel berichtet haben. Einen großen Raum nehmen Exzerpte aus Athanasius Kircher ein. (Wir sind dankbar, das er den lat. Text auf deutsch zusammenfasst...). — Der Biss der Tarantel erzeugt nicht nur starke Schmerzen, er beeinträchtigt die Gebissenen auch psychisch schwer. — Verabreichung von Gegengift nützt nur, wenn man den Patienten zu tanzen nötigt, bis er vor Ermüdung zu Boden fällt, dann auffrischt und wieder tanzen lässt, dies vier Tage lang. Auf diese Weise wird das Gift mit dem Schweiß ausgetrieben. — Die auf den Patienten einwirkenden Harmonien muntern seine Lebens-Geisterlein auf, so dass die dort verborgene Kraft des Gifts schwindet. — Wichtig ist, dass die zum Tanzen aufgespielte Musik mit dem Gift eine Synpathy hat, so dass die Affecten der Tänzer aufgelöst werden; denn imfall der Klang dem scharffsiechenden Humor des Giffts nicht recht proportioniert [ist]/ fühlt der Patient gar keine Erleichterung davon/ daß er vielmehr/ durch solchen un bequemen Ton jämmerlich gepeinigt und gefoltert wird. — usw. usf. &c.

Die lustige Schau-Bühne von allerhand Curiositäten: darauf viel nachdenckliche Sachen, sonderbare Erfindungen, merckwürdige Geschichte, Sinn- und Lehr-reiche discursen, auch zuweilen anmuthige Schertz Reden und Erzählungen, fürgestellet werden Bey freundlicher Sprachhaltung aufgerichtet und erbauet, amtlichen vertrauten guten Freunden: und beschrieben durch E.F. Samt beygefügten Register, Nürnberg: Endter 1663; S. 672-692 (!)
Direkt zur Textstelle > http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/pageview/792398

Michael Bernhard Valentini (1657–1729) zeigt zu seinem viel knapperen Text das Tier im Bild und die zur Heilung erforderlichen Noten: Melodey wordurch die von der Tranantula gebissene curiret und geheilet werden. (Das Bild ist inspiriert von Athanasius Kirchers Buch.)

Durch das Gift werden die Gebissenen schwermütig. Die Musicanten müssen allerhand Thon und Melodien anstimmen/ biß sie den rechen Laut treffen — der Thon muss sowohl der Größe als der Farb der Tarantulae proportioniert seyn — Dann fangen sich die sonst halbtodte Patienten allgemach an zu regen/ holen tieffe Seuffzer/ springen auf tantzen mit sehr wunderlichen Leibs-Bewegungen und Crimassen/ zwey biß drey Stund lang.

Musei Museorum. Oder Der vollständigen Schau-Bühne frembder Naturalien Zweyter Theil/ Worinnen Die rareste Natur-Schätze aus allen biss daher gedruckten Kunst-Kammern / Reiss-Beschreibungen und andern Curiosen Büchern enthalten/ und benebenst einer Neu-auffgerichteten Zeug- und Rüst-Kammer der Natur/ auch vielen Curiosen Kupffer-Stücken vorgestellt sind. Frankfurt a.M.: Zunner 1714.
Drittes Buch / Von allerhand Thieren. Das XLIII. Capitel. Von den Spinnen, absonderlich denen so genandten TARANTULEN. (S. 514)
> https://www.biodiversitylibrary.org/item/30610

Thomas Browne (1605–1682) ist diesbezüglich skeptisch:

Some doubt many have of the Tarantula, or poisonous Spider of Calabria, and that magical cure of the bite thereof by Musick. But since we observe that many attest it from experience: Since the learned Kircherus hath positively averred it, and set down the songs and tunes solemnly used for it; Since some also affirm the Tarantula it self will dance upon certain stroaks, whereby they set their instruments against its poison; we shall not at all question it.

Pseudodoxia Epidemica or Enquiries into very many received tenents and commonly presumed truths, (The Sixth and Last Edition of 1672) Book III: Animals, Chapter xxviii
> https://penelope.uchicago.edu/pseudodoxia/pseudodoxia.shtml#III

La Querelle des Anciens et des Modernes

Jonathan Swift (1667–1745) inszeniert eine Kontroverse zwischen Spinnen und Bienen. In einer Ecke der Bibliothek wird eine fette Spinne von einer Biene attackiert, die ihr Netz zerstört; es kommt zu einem Streitgespräch, in der die Spinne der Biene vorwirft, sie plündere überall in Feld und Garten, Nesseln wie Veilchen, während sie selbst ein angeborenes Vermögen (nämlich ein Netz zu konstruieren) in sich selbst trage:

Your livelihood is a universal plunder upon nature: a freebooter over fields and gardens: and for the sake of stealing will rob a nettle as readily as a violet; whereas I am a domestic animal, furnished with a native stock within myself.

Die Biene fragt dagegen, was edler sei: das Wesen, dass auf einem kleinen Platz sich stolz aus sich nährt und dabei nur Gift und Spinnweben hervorbringe, oder dasjenige, welches auf langer Suche und fleissig, mit sicherer Unterscheidung der Dinge Honig und Wachs einträgt:

whether is the nobler being of the two—that which by a lazy contemplation or four inches round, by an overweening pride, feeding and engendering on itself, turns all into excrement and venom, producing nothing at all but fly-bane and a cobweb: or that which by a universal range, with long search, much study, true judgement, and distinction of things, brings home honey and wax?

Aesop, der diesen Streit verfolgt hat, wendet die Aussagen auf die Querelle des Anciens et des Modernes an: Die Spinne parallelisiert er mit den Modernen, die Biene mit den Fürsprechern der Antike.

Biene und Spinne sind auf dem Frontispiz links oben zu sehen.

[Jonathan Swift] Full and True Account of the BATTEL Fought last Friday, Between the Antient and the Modern BOOKS in St. James’s Library (entstanden um 1697; gedruckt im Anhang von »A Tale of a Tub« 1704) Satiren und Streitschriften, ausgew., übers. und mit einem Nachw. vers. von Robert Schneebeli, Zürich: Manesse 1993. (bes. S. 21–28). Das Kupfer in The fifth edition: with the author's apology and explanatory notes. By W. W--tt--n, B.D. and others. London, MDCCX.   > online hier

Literaturhinweis: Ellke Wawers, Swift zwischen Tradition und Fortschritt. Studie zum ideengeschichtlichen Kontext von "The battle of the books" und "A tale of a tub" (Trierer Studien zur Literatur 16), Frankfurt am Main / Bern [etc.]: Lang 1989; bes. S.174ff. und 215ff.

Literaturhinweise

Clausdieter Schott, »Gesetze sind wie Spinnweben.« Sprichwörtliches zur Rechtsgleichheit, in: SIGNA IVRIS. Beiträge zur Rechtsikonographie …, Halle/Saale: P. Junkermann, Band 18 (2021), S. 83–114 + Abbildungen.

Klaus Lindemann / Raimar Stefan Zons (Hgg.), Lauter schwarze Spinnen. Spinnenmotive in der deutschen Literatur. Eine Sammlung. Bonn: Bouvier 1990. (Anthologie literarischer Texte über Jahrhunderte)

Spinnen-Forum Wiki > http://wiki.arages.de

Und wer jetzt noch mehr solche nützliche Tiere fangen möchte, dem sei der Spinnenfänger der Firma GLOBOL empfohlen:

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