Projekte, Ideen für Kolloquien


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Symboliken des Bösen

   

Böse Wesen gibt es mengenweise in der heidnisch-antiken Literatur und Bildwelt, in der Bibel, in neuzeitlichen Romanen, und vermutlich auch in der gegenwärtigen Politik...

Hier interessieren aber insbesondere die Bösewichter, die sich in Symbolen und Allegorien und Personifikationen camoufliert haben.

Das Böse sei in einem weiteren Sinn gefasst; auch: übel, schlecht, fies, schurkisch, zynisch, perfid; lat. malum, nefas, pravitas, improbum, maleficium ...

Einige erste Beispiele:

Wer arges thut/ hasset das liecht/ vnd kumpt nit an [begibt sich nicht an] das liecht/ auff das seyne werck nicht gestrafft [≈ aufgedeckt] werden (Johannis iij.c.) [≈ Johannesevangelium 3,20]

Ein Ewl bey dem tag nit gesicht
   Sie hab gleych Sunnen oder licht
Sie hab gleych fackel oder prillen.
   Also auß eygnem bösen willen
So seind auch aller menschen kindt
   Verstockt/ verstarret vnd erblindt
In wucher/ geytz vnd Tyranney
   In lügen/ list vnd triegerey

[… … …]

Hans Sachs [Verse] / Erhard Schoen [Holzschnitt], Gedruckt von Georg Wachter zu Nürnberg 1540
> http://www.zeno.org/nid/20004286685

NOXAM NOXA PARIT ≈ Böses bringt Böses hervor

Ein fauler Ast den frischn verderbt/
   Böses vom bösen wird geerbt.
Drumb man das böse zeitlich soll
   Abschneiden/ eh es wurtzelt wol.
Damit den fromm an Gut und Ehr/
  Die bösen bringen kein beschwehr.

[Im Bildhintergrund eine Hinrichtung mit dem Schwert]

Jacobi â Bruck Angermundt Cogn. Sil. Emblemata moralia & bellica. Nunc recens in lucem edita, Argentorati [Strasbourg]: Per Iacobum ab Heyden 1615.
> https://archive.org/details/iacobiabruckange00bruc

EX MALO BONVM ≈ Aus Bösem Gutes

Georgette de Montenay (1540–1581)
Georgiae Montaneae, nobilis Gallae, Emblematum christianorum centuria : cum eorundem Latina interpretatione = Cent emblemes chrestiens de Damoiselle Georgette de Montenay, Tiguri [i.e. Lyon] : apud Christophorum Froschouerum [i.e. Jean Marcorelle], 1584
> https://doi.org/10.3931/e-rara-4142

Der Distelstrauch ein schöne Blum
   Herfür bringt/ wenn man zackert vmb
Das Erdreich/ vn der Früling sich
   Zu vns thut neygen gantz frölich:
Also wenn böse Leut begehn
   Arges/ so thut drauß entstehn/
Dem Frommen ein Exempel gut/
   Welchs sie vor Unglück wol behüt.

deutsch in: StammBuch/ Darinnen Christlicher Tugenden Beyspiel/ Einhundert außerlesener Emblemata, mit schönen Kupfferstücken gezieret. Erstlich in Frantzösischer Sprach von ... Georgetta von Monteney beschrieben. Nunmehr aber mit Lateinischen/ Hispanischen/ Italianischen/ Teutschen/ Englischen und Niderländischen Versen vermehret; Franckfurt am Mayn: Unckel 1619.
> https://haab-digital.klassik-stiftung.de/viewer/image/1576984060/7/LOG_0000/

Wie der Reich den Armen frißt

Andreas Friedrich, [fl. 1560–1617] Jetziger Welt Lauff. Durch etliche und dreissig Figuren angemeldet und durch deutsche Reymen erkläret, Franckfurt: Corthoys 1611.
> http://diglib.hab.de/drucke/xb-9746/....mage=00058

Du kannst retten und verderben

Übersetzung in Henkel/Schöne, Sp 1007:
Zwei Waffen sind Zunge und Schwert; wenn wir sie angemessen handhaben, sind wir immer wohlbehütet. Ihr richtiger Gebrauch schafft tausend Vorteile. Wenn aber eine von beiden ungehorsam ist und die Klugheit ausser Acht lässt, bereitet sie dem Wahnwitzigen und Einfältigen den Tod; doch dem Klugen und Weisen wendet sie das Schicksal zum Guten.

Emblemas morales de Don Sebastian de Couarrubias Orozco (1539-1613) […]
Madrid: Luis Sanchez, 1610.
— III,66
> https://archive.org/details/emblemasmoralesd00covar

GRANDE MALUM INVIDIA

Der Neid; Im Hintergrund die Geschichte des Perillus (Πέριλλος), ein Künstler in Metallarbeit in Athen, der für den Tyrannen Phalaris in Agrigent einen ehernen Stier mit hohlem Leibe verfertigte, in den Verbrecher gesteckt und durch untergelegtes Feuer gebraten werden sollten. Der Künstler wurde vom Tyrannen genötigt, zur Probe selbst in den Stier zu kriechen, und kam so ums Leben. (Plinius, nat. hist. XXXIV, xix, 89)

Otto van Veen, Q. Horatii Flacci emblemata. Imaginibus in æs incisis, notisque illustrata, studio Othonis Væni, Batauolugdunensis. Antverpiæ ex officina Hieronymi Verdussen 1607. I,29 = pag. 96/97
Vgl. bereits einige weitere Laster-Allegorien hier.

Clorinda erkennet ihre Boßheit/ und wird mit grosser Forcht überfallen.

Timor & tremor venerunt super me, Psal. 54. v.6

Clorinda bedeutet eine sich zu Gott recht-bekehrende Seel und zwar in drei Etappen; hier in der ersten Phase.

P. F. Laurentii, von Schnüffis, VorderOesterreichischer Provintz Capuciners und Predigers, Mirantisches Flötlein Oder Geistliche Schäfferey: In welcher Christus unter dem Nammen Daphnis, die in dem Sünden-Schlaff vertieffte Seel Clorinda zu einem bessern Leben aufferwecket, und durch wunderliche Weiß und Weg zu grosser Heiligkeit führet [1.Auflage 1682], Dritte Aufflage, Franckfurt: Thurneysen 1711.
> http://www.zeno.org/nid/20005240999

Dem Erz-Bösewicht ...

»Wickiana«, Band F 15, Blatt 286 (Zentralbibliothek Zürich)

... ist dieses Kapitel gewidmet.

Und hier seine ebenso verführerische Kollegin (vgl. Apokalypse 17,3):

Das CXLIII.
Erdachter Gottsdienst.

Auff einem Königlichen sitz
   Ein schöne Hur hoch empor sitzt
Die hat auff irm haupt ein Schleyr stohn
   Von köstlichem Purpur für ein Kron
Sie beut allen zu trincken dar
   Ein Credentz mit schönem safft klar
Und umb sie rumb da ligt ein rott
   Die sich bey ir voll gsoffen hatt
Also wirt Babylon gemalt
vWelche durch ir schöne gestalt
Und ertichten Gottsdienst lockt/ reitzt/
vDie törchten Leut facht also gbeitzt.
[≈ fängt als Geköderte; vgl. Vogel-Beiz]

Andrea Alciato's Liber Emblematum / Kunstbuch, Frankfurt am Main, Sigismund Feyerabend u.a., 1567 (deutsche Übersetzung von Jeremias Held)
>
https://www.emblems.arts.gla.ac.uk/alciato/emblem.php?id=A67a143

Grandville (1803–1847) «Résurrection de la Censure» (1832); Lithographie von Charles Philipon (1800–1861) in: La Caricature Nr. 62, 5.1.1831

Et elle ressuscita le troisième jour après sa mort (évangile St Luc)

Comte d'Argout (1782–1858), Minister für Handel, Öffentlichkeitsarbeit, Schöne Künste sowie für die Zensurbehörde, der sich an eine Schere klammert, steigt aus einer Kiste hervor; er scheint dabei auf wundersame Weise zu schweben – wie der Auferstandene. Unter ihm ruht ein Sarg auf Pflastersteinen, auf welche die entscheidenden Tage der Julirevolution (27.– 29. Juli 1830) eingraviert sind.

Dargestellt wird die Zensur, die in der Gestalt d’Argouts wiederaufersteht. D'Argouts Tätigkeit als Zensor, für die das Attribut Schere steht, und die übertrieben große Darstellung der Nase, symbolhaft für den Schnüffler, lassen ihn als Personifizierung der strengen Pressezensur und Beschneidung künstlerischer Freiheit auftreten.

links rechts
Ähnlich wie die Soldaten, die das Grab Christi bewachen sollten: schlafendene Wächter und die regierungsfreundliche Zeitungen wie »Le Constitutionnel«, »Le Moniteur« und »Le Messager«. »Le Constitutionnel« schläft in einem Sessel und presst Geldbeutel an sich. – Im Hintergrund alte Frauen, die die legitimistische Presse verkörpern.

Oppositionelle Zeitungen, welche versuchen die Auferstehung zu verhindern.

Ein Vertreter der republikanischen Zeitschrift »La Tribune« greift nach dem missgestalteten Fuß d'Argouts, dessen Aussehen an den Bockfuß des Teufels erinnert. »Le Figaro« (mit einer Schreib-Feder bewaffnet)

Zusammenfassung aus:
> https://www.parismuseescollections.paris.fr/fr/maison-de-balzac/oeuvres/resurrection-de-la-censure#infos-secondaires-detail
> https://www.staatsgalerie.de/de/sammlung-digital/wiederauferstehung-zensur-la-caricature-nr-62-511831

> https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/caricature1832/0009

Metamorphosen

Aber nicht nur bei Ovid!

>>> Anregungen hier


Intermedialität: Das Bild deutet den Text — Der Text erklärt das Bild

In etlichen Gattungen kommen beide Medien simultan vor und unterstützen sich gegenseitig.

Eine Blütenlese steht zunächst einmal hier.


Karikaturen — Furor <> Humor

 

Erste Überlegungen dazu auf dieser Seite

Thomas Theodor Heine, in »Simplicissimus« 1901 [?]


Darstellung des Nicht-Darstellbaren

 

Um dem dritten Gebot (Exodus 20,7; vgl. Lev. 24,16) nicht zuwiderzuhandeln, werden im Judentum Ersatzwörter für das im Bibeltext geschriebene JHWH verwendet. Früh schon beispielsweise Adonai ("mein Herr"); vgl. > https://www.die-bibel.de/stichwort/10865

Theologische Übelregungen führen sodann dazu, dass eine Creatur nichts über den Creator aussagen kann.

Augustinus (354–430) :

Ac per hoc ne ineffabilis quidem dicendus est Deus, quia et hoc cum dicitur, aliquid dicitur.
≈ Und daher darf Gott nicht einmal der Unaussprechliche genannt werden, weil ja doch schon dadurch, daß er nur so genannt wird, etwas von ihm ausgesagt wird.
(doctrina christiana I,vi,13)

Thomas von Aquin (1225/6 – 1274)

illud est ultimum cognitionis humanae de Deo quod sciat se Deum nescire, ...
≈ Das ist das Äusserste menschlicher Gotterkennens: zu wissen, dass wir Gott nicht kennen.
(De potentia, q. 7 a. 5 ad 14)

Angelus Silesius [Johannes Scheffler 1624–1677]:

GOtt ist ein lauter nichts / Jhn rührt kein Nun noch Hier:
Je mehr du nach Jhm greifst / je mehr entwird Er dir.

(Cherubinischer Wandersmann [1675] I. 25)

Mensch so du wilt das seyn der Ewigkeit außsprechen/
So mustu dich zuvor deß Redens gantz entbrechen.

(Andertes Buch, 68)

Dionysius Areopagita (Schriften datierbar auf ca. 485–515) sieht die symbolische Umsetzung als eine Möglichkeit, über das Göttliche zu sprechen:

Es ist gar nicht möglich, dass der urgöttliche Strahl in uns hereinleuchte, es sei denn, dass er durch die bunte Fülle der heiligen Umhüllungen, welche einen höhern Sinn enthalten, verdeckt und in väterlicher Fürsorge unseren Verhältnissen naturgemäß und entsprechend angepasst sei. (De caelesti hierarchia I, ¶ 2)

Jetzt geschieht [die Erkenntnis] in der uns entsprechenden Weise durch die heiligen Schleier, indem die menschenfreundliche Güte der Schriften (Offenbarungen) und hierarchischen Überlieferungen sich bedient, das Geistige im Sinnlichen und das Überseiende im Seienden verhüllt und Gestalt und Bild um das legt, was weder Gestalt noch Bild hat, und die über Natur und Konfiguration erhabene Einfachheit durch die bunte Mannigfaltigkeit der Teilsymbole vervielfältigt und ausgestaltet. (De divinis nominibus I, ¶ 4)

Nicht bzw. nur symbolische Darstellbares gibt es aber, abgesehen von dem weiten Gebiet der "apophatischen" Theologie, auch in anderen Bereichen.

Einige Anregungen stehen bereits hier:

Gottesbilder — Seelenbilder — geheime Botschaften — Zeit — Diabolisches — Tabuisiertes — usw. —

Techniken: Projektionen — Personifikationen — usw.


Nostalgie





Entscheid- und Steuerungsprämissen im Vorfeld einer symbolischen Auslegung

 

Immer wieder (vgl. die Zusammenstellung hier) haben wir

• die Leistungen von "Signifiants" untersucht: der Raum, Kleider, der Leib, der Spiegel, das Buch usw;

• oder wir haben gefragt, wie ein "Signifié" symbolisch repräsentiert werden kann: Darstellung von Identität, von Emotionen, von sozialen Gruppen;

• einige Kolloquien führten zu theoretischen Aspekten: Missgeschicke beim Symbolgebrauch, Projektionen, Allegorie.

 

Aufgrund von welchem Vorverständnis* wird etwas überhaupt als Symbol wahrgenommen – und dann interpretiert – oder als nicht-symbolisch aufgefasst?

*) Begriff der Hermeneutik, Vgl. H.G-Gadamer, Wahrheit und Methode II,1,a) (3.Aufl. 1972, S. 250ff.)

Anders gesagt: Was sind die "Trigger" (oder: was ist ein "élément déclencheur") / was sind die "Inhibitoren" einer Deutung? Was veranlasst bzw. was verhindert eine symbolische Deutung?

Beispiele: Soziokulturelle Auslöser bzw. Blockaden? "Tiefenpsychologisch" angelegte Auslöser (vgl. C.G.Jungs Archetypen)? Durch Bildung antrainierte Auslöser bzw. Blockaden? Von den Erzeugern geforderte Blockaden oder nahegelegte Auslöser?

Deux erreurs: 1° prendre tout littéralement; 2° prendre tout spirituellement. (Blaise PASCAL, Pensées, Nr. 648 [Brunschvicg])

Was geschieht bei der Ablehnung des symbolischen Verstehens? Und was, wenn man alles als symbolisch auffasst?

Das Wort Symbol haben wie im Wettstreit heute alle sich zum Gegenstande des Gebrauchs genommen, die aus der Mitte unserer Landsleute sich nur in der Anwendung dieses einen Wortes klug vorkommen.
Friedrich Creuzer 1808

Alles was geschieht ist Symbol, und, indem es vollkommen sich selbst darstellt, deutet es auf das Uebrige. In dieser Betrachtung scheint mir die höchste Anmaßung und die höchste Bescheidenheit zu liegen.
Goethe an Carl Ernst Schubarth 2. April 1818
> http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1818

Das soll nicht im luftleeren Raum, sondern anhand konkreter Beispiele diskutiert werden. Nach gewalter Diskussion wissen wir vielleicht mehr über dieses seltsame Phänomen namens "Symbol".

  • Ursprung der Fundamentalismen aller Schriftreligionen und Folgen für die Gläubigen
  • Programm-Musik vs. Ornament (Hanslick: Musik besteht aus tönend bewegten Formen.)
  • Wörtlichnehmen von Mythen: Was für ein Fisch verschlang den Jonas? Zu welcher Jahreszeit begann die Sintflut? (Was ist mit der Beantwortung dieser Fragen gewonnen?)
  • Allegorische Auslegung antiker Mythen, der Bibel sowie moderner literar. Texte, von Märchen (z.B. Eugen Drewermann)
  • Traumdeutung von Artemidor bis Freud – Chiromantie – Mantik – Astrologie
  • Ein Testfall wäre die "gegenstandslose" Kunst, z.B. Kasimir Malevitsch, Schwarzes Quadrat (1915) oder Barnett Newman, Vir Heroicus Sublimis (1950): Welche Deutungen werden damit provoziert? Sind das Projektionen (vgl. unsere Tagung 2010) oder kann man sie als eine Art von Pareidolie begreifen?

Einige Texte dazu:

• Auslöser für eine symbolische/allegorische Deutung ist die Schwerverständlichkeit einer Textstelle: Obscurus locus est, et acrius attendemus (Hieronymus, Migne PL 26,407A).

Studien zu diesem Thema:

Julia Frick, Pluralisierung von Sinn. Obscuritas als textinterpretative Kategorie in Kommentar und Übersetzung der Frühen Neuzeit

Carmen Cardelle de Hartmann, Obscuritas bei Augustin

beides in: Wolfram-Studien XXV, hg. Susanne Köbele / Julia Frick, Berlin, E.Schmidt-Verlag 2018.

• Der Text der Bibel ist nie obskur.

Luther: per sese certissima, facillima, apertissima, sui ipsius interpres (WA, 7. Band, Schriften 1520/21).

• Für (profane) Gesetzestexte gilt nach alter Auffassung:

Interpretatio est, quae exponit id, quod dictum vel scriptum est aliis verbis, quae idem valeant.(Interpretation bedeutet die Erklärung von Gesagtem oder Geschriebenem durch andere Worte, welche das Gleiche bedeuten)

Simplex interpretatio est adhibenda, si ex verbis legis tam aperta sit legislatoris voluntas, ut de ea dubitari non possit. (Die einfache Interpretation ist anzuwenden, wenn aus den Worten des Gesetzes der Wille des Gesetzgebers so deutlich hervorgeht, dass darüber nicht gezweifelt werden kann.)

Beide Zitate aus: Clausdieter Schott, "Interpretatio cessat in claris". Auslegungsfähigkeit und Auslegungsbedürftigkeit in der juristischen Hermeneutik. In: "Theorie der Interpretation vom Humanismus bis zur Romantik – Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie", hg. von Jan Schröder, Stuttgart 2001, S. 155–189.

• Bei den rabbinischen Auslegungsregeln (Middot) gibt es eine zum Thema der allegorischen Exegese (Maschal). Hier wird strikt verboten, Bibeltexte, welche Gebote und Gesetze formulieren, allegorisch auszulegen.

In den 32 Interpretationsregeln des R. Eliezer ben Jose ha-Gelili [2. Jh. CE] steht in Nr. 26: "This method can only be used in interpreting passages of the Scriptures which do not express laws, but in those passages of the Scripture that contain laws and commandments you cannot interpret the words in a figurative and allegorical sense, …"
Jacob Z. Lauterpach, The Ancient Jewish Allegorists in Talmud and Midrash, in: The Jewish Quarterly Review , Jan., 1911, Vol. 1, No. 3 (Jan., 1911), pp. 291–333 (Zitat auf S. 329).


Handwerk, Technik, Maschinen als Modelle für Lebendiges

Beispiele: Unkraut jäten für Aszese • Iatromechanik • die mystische Mühle • Wahlverwandtschaften • der rasende Webstuhl der Zeit • Überdruckventil der Emotionen • Hardware/Software im Gehirn • Gleichschaltung • ...


Psychoanalytische Deutungen von Narrativen

Anregungen (chronologisch):

  • Sigmund FREUD, Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, Leipzig und Wien: Heller 1907.
  • Carl Gustav JUNG, Psychologie und Alchimie, Zürich: Rascher 1944.
  • Linda FIERZ-DAVID, Der Liebestraum des Poliphilo. Ein Beitrag zur Psychologie der Renaissance und der Moderne, Zürich: Rhein-Verlag 1947. [Zusammenfassung und Kommentar der »Hypnerotomachia« im Lichte der Psychologie von C.G.Jung]
  • Antoinette FIERZ-MONNIER, Initiation und Wandlung, Zürcher Diss., Bern 1951. [zum Artusroman aus Sicht von C.G.Jung]
  • Hedwig VON BEIT, Symbolik des Märchens, Bern: Francke 1952.
  • Emma JUNG / Marie-Louise VON FRANZ, Die Graalslegende in psychologischer Sicht, Zürich 1960.
  • Eugen DREWERMANN, Tiefenpsychologie und Exegese, Olten: Walter (2 Bände) 1984/85.
  • Aron Ronald BODENHEIMER, Der Waldgänger. Wenn die Melancholie dichtet, Wien: Passagen-Verlag 1993.
  • Brigitte BOOTHE, Das Narrativ. Biografisches Erzählen im psychotherapeutischen Prozess, Stuttgart: Schattauer 2010.
  • Peter VON MATT, Literaturwissenschaft und Psychoanalyse, Freiburg/Br.: Rombach 1972.
  • Freiburger Arbeitskreis Literatur und Psychoanalyse: http://www.litpsych.uni-freiburg.de/wp/
  • Frauke Berndt, Eckart Goebel (Hgg.), Handbuch Literatur & Psychoanalyse, Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie 5, De Gruyter 2017.

 

Exkursionen

 

Embleme der Wallfahrtskirche Hergiswald. Link

Die romanische Bilderdecke der Kirche St. Martin in Zillis. Link

Die Felszeichnungen von Crap Carschenna. Link

Führung durch das Money Museum (Zürich) Link

 


Im Aufbau … Holzschnitt des Petrarkameisters, aus: Officia M. T. C. Ein Buch So Marcus Tullius Cicero der Römer zu seynem Sune Marco. Von den tugentsamen ämptern vnd zugehörungen eynes wol vnd rechtlebenden Menschen ..., Augspurg: Steyner, 1531, fol. XLVIverso