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Kolloquien


 

2019: »Die Präsentation des Sozialen mittels symbolischer Formen«


Wenn soziale Aggregate nicht in irgendeiner Form wahrnehmbar wären, dann könnten wir nicht über sie sprechen. Fahnen, Abzeichen, Trachten, Uniformen, Denkmalsfiguren, Tätowierungen und sogar anthropomorphisierte Landkarten und sportliche Wettkämpfe – das alles sind Möglichkeiten, einen sozialen Körper sichtbar zu machen. Aber nicht nur der Historiker oder der Ethnologe kann in diesem kultursemiotischen Diskurs mitreden, es gibt da auch einen sehr zeitgenössischen Aspekt. Zum Beispiel, wenn wir an die Modelabel denken, mit denen sich heutzutage manche Leute als zugehörig oder "in" ausweisen. In einer zunehmend atomisierten Massengesellschaft spielen solche versuchten oder fiktiven Zugehörigkeiten eine wichtige Rolle.

Ein Thema, das von der  Leistungen des Symbolgebrauchs ausgeht, nicht von einem Bildfeld (Tiere, Kleider, Farben) oder einer symbolischen Technik (Allegorie).

In Kooperation mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften SGKW (www.culturalstudies.ch).

Anregungen z.B. im Handbuch der politischen Ikonographie (hg. Uwe Fleckner u.a.), 2001. — Architektur: von den barocken Residenzen zu den Bankgebäuden — Insiginien: Krone, Szepter, Heraldik, Fahnen — Trachten, Uniformen — Bildnisse — Huldigungsrituale — Denkmäler — Feste — Landkarten — mythologisierende Erzählungen wie z.B. Drachenkampf — "Geballte Faust, Doppelaxt, rosa Winkel. Aushandeln gruppenkonstituierender Symbole der Frauen-, Lesben- und Schwulenbewegung". – usw.

 

 


 

Psychoanalytische Deutungen von Narrativen

Anregungen (chronologisch):

  • Sigmund FREUD, Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, Leipzig und Wien: Heller 1907.
  • Carl Gustav JUNG, Psychologie und Alchimie, Zürich: Rascher 1944.
  • Linda FIERZ-DAVID, Der Liebestraum des Poliphilo. Ein Beitrag zur Psychologie der Renaissance und der Moderne, Zürich: Rhein-Verlag 1947. [Zusammenfassung und Kommentar der »Hypnerotomachia« im Lichte der Psychologie von C.G.Jung]
  • Antoinette FIERZ-MONNIER, Initiation und Wandlung, Zürcher Diss., Bern 1951. [zum Artusroman aus Sicht von C.G.Jung]
  • Hedwig VON BEIT, Symbolik des Märchens, Bern: Francke 1952.
  • Emma JUNG / Marie-Louise VON FRANZ, Die Graalslegende in psychologischer Sicht, Zürich 1960.
  • Eugen DREWERMANN, Tiefenpsychologie und Exegese, Olten: Walter (2 Bände) 1984/85.
  • Aron Ronald BODENHEIMER, Der Waldgänger. Wenn die Melancholie dichtet, Wien: Passagen-Verlag 1993.
  • Brigitte BOOTHE, Das Narrativ. Biografisches Erzählen im psychotherapeutischen Prozess, Stuttgart: Schattauer 2010.
  • Peter VON MATT, Literaturwissenschaft und Psychoanalyse, Freiburg/Br.: Rombach 1972.
  • Freiburger Arbeitskreis Literatur und Psychoanalyse: http://www.litpsych.uni-freiburg.de/wp/
  • Frauke Berndt, Eckart Goebel (Hgg.), Handbuch Literatur & Psychoanalyse, Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie 5, De Gruyter 2017.

 


Darstellung des Nicht-Darstellbaren

GottesbilderSeelenbilderEmotionen — Tabuisiertes — die Entscheidunggeheime Botschaften — usw. —

 


Was geschieht beim Verlust des Symbols?

Fundamentalismus entsteht durch das Wörtlichnehmen, d.h. die Unfähigkeit des Symbolisierens. Findet sich diese Form auf der ICD - http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_psychischer_Störungen ? – Vgl. »Deux erreurs: 1° prendre tout littéralement; 2° prendre tout spirituellement.« (Blaise PASCAL, Pensées, Nr. 648 [Brunschvicg])

 


Handwerk, Technik, Maschinen als Modelle für Lebendiges

Beispiele: der Roboter • Unkraut jäten für Aszese • Iatromechanik • die mystische Mühle • L’homme machine • Wahlverwandtschaften • der rasende Webstuhl der Zeit • Überdruckventil der Emotionen • Hardware/Software im Gehirn • Gleichschaltung • ...

 

 

Exkursionen

 

Embleme der Wallfahrtskirche Hergiswald. Link

Die romanische Bilderdecke der Kirche St. Martin in Zillis. Link

Die Felszeichnungen von Crap Carschenna. Link

Führung durch das Money Museum (Zürich)  Link

 

 



Im Aufbau … Holzschnitt des Petrarkameisters, aus: Officia M. T. C. Ein Buch So Marcus Tullius Cicero der Römer zu seynem Sune Marco. Von den tugentsamen ämptern vnd zugehörungen eynes wol vnd rechtlebenden Menschen ..., Augspurg: Steyner, 1531, fol. XLVIverso