Projekte

 

Ideen für Kolloquien

 


Symbolik der Gewalt

M.W. Gewalt zwischen Individuen, Gewalt zwischen Staaten, Gewalt zwischen Mensch und Umwelt. Menschen tun anderen Menschen sowie der sie umgebenden Natur ständig Gewalt an, das beginnt mit der Kindererziehung und endet mit Weltkriegen

Der Umgang mit der Gewalt kann vorausschauend sein, wenn man die symbolische Androhung derselben erkennt und vorwegnimmt.

Die Gewalt, die Menschen einander zufügen, ist momentan und kurzzeitig – aber die symbolische Markierung der Gewaltbereitschaft ist es, die aus einem kurzzeitigen Ausbruch einen dauerhaften Terror macht. Die symbolische Androhung ist es, die den Unterschied macht zwischen einem Wutausbruch und der systemischen Gewalt.

Symbolik der Gewalt ist etwas anderes, wenn auch eng verwandt, weil ein Teil der Symbolik der Macht. Die Symbolik der Macht setzt zumeist eher auf Pracht und Dominanz, Staatskarrossen, Ehrengarden, Ewige Flammen sind Machtinsignien, und darin ist die Gewalt präsent (sonst hätte die Ehrengarde keine Gewehre sondern Luftballons).

 


///\\ Schräge Parallelen: Überbietungen – Rekreationen – Variationen

Symbole (und noch enger gefasst: Allegorien) verweisen von einer Welt modell-haft auf eine andere. Dabei werden Strukturen und Eigenschaften des Signifié aufs Signifiant abgebildet, einige ausgeblendet. Immer bleiben Inkongurenzen, die aber ausgeblendet werden. — Nun gibt es aber auch Formen, wo die Bezüge absichtlich nicht Element-für-Element gesetzt sind.

Die Ausgangs-Gestalt kann dabei als Autorität eingeschätzt werden, die man noch überbieten will; oder als roh und stümpferhaft, was man verbessern möchte; oder als altmodisch, was man aufdatieren möchte; als Wesen, das man karikierend veräppeln will usw.

In allen Medien kommt das vor: Ein Text, ein Bild, ein Musikstück, eine Handlung wird überboten, das heisst: das Motiv, die Struktur, das Handlungsschema wird übernommen und dabei neu geformt: mit sinnfälligen Änderungen, ernst oder witzig, schräg.

Transformationstechniken / Medien:

  • in der Literatur: Parodie und Kontrafaktur; Adaptation courtoise
  • im Medium Bild: Karikatur
  • in der Musik: Kontrafaktur (Melodie übernommen; neuer Text dazu)
  • in der christlichen Theologie: typologische Deutung des NT auf der Grundlage des AT
  • generell: das Ausgangs-Element wird allegorisiert und so in eine andere \ analoge Welt versetzt

Welche neue Aussage entsteht so?

 

Beispiele

➜ Goyas ›Nackte Maja‹ und Picassos Variation davon (1964) waren 2019 im Prado nebeneinander ausgestellt. Mehr zu dessen Überarbeitungen hier.

➜ Bekannte Gemälde und Skulpturen werden in die Welt der Enten von Walt Disney versetzt: www.duckomenta.com

➜ Der babylonische Turm variiert

➜ Das Verkehrte-Welt-Motiv:

Des abenteuerlichen Simplicii verkehrte Welt. Nicht/ wie es scheinet/ dem Leser allein zur Lust und Kurtzweil: Sondern auch zu dessen aufferbaulichem Nutz annehmlich entworffen von Simon Lengfrisch võ Hartenfels*. Gedruckt im Jahr 1672.
*) Anagramm für Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Der von seiner Geliebten betrogene Hirt Damon (Vergil, Bucolica, Ecloga VIII,53ff.):

Jetzt soll fliehen vor Schafen der Wolf, jetzt trage der harte Eichbaum goldene Äpfel, Narzissenblüten die Erle, aus Tamariskenrinde soll goldig quellen der Bernstein, streiten soll gegen Schwäne der Kauz, sei Tityrus Orpheus, Orpheus in Wäldern und sei Arion unter Delphinen. Alles zerfliesse und werde zu Meer! ... Jäh vom Gipfel des ragenden Bergs hinab in die Fluten stürz ich mich nieder.

Alice hinter den Spiegeln (Lewis Carroll, »Through the Looking Glas and What Alice Found There« 1871)

➜ Typologischer Bezug von Szenen zwischen dem Altem und dem Neuen Testament

links: Entrückung des Enoch (Genesis 5, 24)
rechts: Himmelfahrt des Elia (2 Könige = 4 Reg. 2, 11–12)
im Medaillon in der Mitte: Christi Himmelfahrt (Apostelgeschichte 1,9–11)

Biblia Pauperum Codex Pal. Lat. 871, Fol. 18v, Ausschnitt; Reprod. mit Transkription der Texte von Heike Drechsler, Stuttgart: Belser 1995.

Vgl. Matthäus 12,40 — Jona 2,1

➜ Gryllus (Tierkarikatur): Aeneas mit Anchises und Ascanius als Kynokephaloi (Hundsköpfige) auf der Flucht aus dem brennenden Troja (Wandmalerei in Pompei):

Umzeichnung in: A. Springer, Handbuch der Kunstgeschichte, I: Altertum, 9. Auflage, Leipzig 1911, Abb. 718. —
Vgl. das antike Relief (Fundort Ungarn): F. und O. Harl, Ubi Erat Lupa > http://lupa.at/5921

➜ Napoléon III (1808–1873) in der Karikatur.

Portrait von Frédéric Adolphe Yvon (1817–1893)

Karikatur von Paul Hadol (1835-–1875) in »La Ménagerie impériale« und hier

➜ Après avoir lu Télémaque, L'Iliade et L'Odyssée … Honoré Daumier (1808–1879) entreprend une suite de cinquante lithographies (publiées dans Le Charivari, entre décembre 1841 et janvier 1843), consacrées à l'histoire et à la mythologie antiques. La caricature, alliée à la parodie, lui permet de tourner en dérision tout l'arsenal conventionnel de l'académisme de la peinture néo-classique.
> http://expositions.bnf.fr/daumier/grand/034.htm
> http://arts.mythologica.fr/artist-d/daumier.htm

 

➜ Das »Evangelium secundum marcam argenti« (Carmina Burana Nr. 44); eine Satire auf die Herrschaft des Gelds in der Kirche aus der 2. Hälfte des 12. Jhs.; zusammengestoppelt aus — Bibelzitaten !

Carmina Burana. Texte und Übersetzungen [und Kommentare] , hrsg. von Benedikt Konrad Vollmann Bibliothek des Mittelalters, Band 13, Frankfurt am Main, 1987 ( Deutscher Klassiker-Verlag im Taschenbuch Bd. 49). Nr. 44

➜ Die Bibel nacherzählt mit lauter Vergilzitaten: der sog »Cento« (Flickengedicht) der Proba (2. Hälfte des 4. Jhs.)

Faltonia Betitia Proba: Die Heilige Schrift kurz erzählt mit den Worten des Vergil - Cento Vergilianus. Übersetzt und kommentiert von Wolfgang Fels. Mit einem einleitenden Essay von Katharina Greschat (= Bibliothek der Mittellateinischen Literatur, Band 13). Hiersemann, Stuttgart 2017.

➜ Umformung eines weltlichen Gedichts / Anlasses in einen mytagogischen Text. Beispiele:

• Das Badliedli Woluff, im geist gon Baden!

• Murners Badenfahrt:

Thomas Murner, Ein andechtig geistliche Badenfart/ des hochgelerten Herren Thomas murner/ der heiligen geschrifft doctor barfüser orden/ zuo Straßburg in dem bad erdicht/ gelert vnd vngelerten nutzlich zu bredigen vnd zu lesen. Straßburg: Johannes Grüninger 1514.
> bei GoogleBooks
> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00083105/image_5

➜ Die Laokoongruppe als Affen

Die Laokoongruppe wurde am 14. Januar 1506 in Rom wiedergefunden. Die zugrundeliegende Szene wird geschildert von Vergil: Laokoon mahnt die Trojaner, dem Pferdder Griechen nicht zu trauen (timeo Danaos et dona ferentes), dann kommen Schlangen aus dem Meer und bringen ihn und seine Söhne um (Aeneis II,200–233): et primum parva duorum corpora natorum serpens amplexus uterque implicat.

Vgl. die frühen Stiche von Marco Dente (* um 1490 in Ravenna; † 1527 in Rom) um 1520
> https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Dente und https://en.wikipedia.org/wiki/Marco_Dente

sowie Federico Zuccaro (ca. 1542 – 1609) beim ehrfürchtigen Abzeichnen der Plastik:

> http://www.wga.hu/frames-e.html?/html/z/zuccaro/federico/index.html

Irgendwann taucht dieser nicht signierte Holzschnitt auf:

Quelle: British Museum > http://tinyurl.com/y6knvtko

Die wahrscheinlichste Deutung der Karikatur stammt von H.W.Janson (1913–1982), dem besten Kenner der Affen-Ikonographie: Horst W. Janson, Apes and ape lore in the Middle Ages and Renaissance, (Studies of the Warburg Institute 20), London 1952; Appendix, pp. 355–369 (Erstdruck in The Art Bulletin XXVIII, 1946, p. 49ff.).

Hauptmann Hammer und Josef

Urs Josef Hammer (1779–1843) hatte ein bewegtes Leben; er stand 25 Jahre lang in fremden Diensten. (Vgl. Jules Pfluger in: Jurablätter, 52.Jahrgang / Heft 4, April 1990.)

Die satirische »Kurze und faßliche Beschreibung der Lebensgeschichte meines Herrn Vetters«, erschien im »Schweizerischen Bilderkalender für das Jahr 1839«, S.31–36; der Text stammt von von Peter Felber (1805–1872; tatsächlich verwandt mit Hammer) / die Bilder hat Martin Disteli (1802–1844) als Federlitho realisiert. (Im Kalender für 1846 erscheinen S. 34–37 Die letzten vier Kapitel).
Digitalisat > http://doc.rero.ch/record/209269

Der Text zum Bild:

Daneben hatte Keiner seiner Mitsoldaten die Knöpfe so blank geputzt wie er, und hatte er die Polizeimütze auf's linke Ohr gesetzt, so sah gar manches Mädchen mit gierigen Augen auf den gattlichen [= für eine Liasion passenden] Soldaten, auf den wohl genährten runden Kreuzwirthssohn von Egerkingen. Nicht ohne Gründe sagt daher mein Vetter (siehe Figura Nro. 1): „Das ist bi Gott selb mol ne G'spaß gsy.”

(Hammer zieht mit Teresina nach Italien und blufft vor ihr mit seinen bisherigen Taten. Er war 1806–1811 in französischen Diensten und machte Kriegszüge in Italien mit.)

Das Alles scheint dein üppigen Mädchen nichts Neues zu seyn und sie hört ihm mit südlicher Bequemlichkeit zu, während das Hündchen, das mein Vetter damals immer mit sich führte, seine ungeduldige Eifersucht laut werden läßt.

Raffe dich auf, Krieger! Ein höheres Ziel ist dir gesteckt! — Und wirklich, er raffte sich auf aus dieser und mancher anderen Gefahr; wirklich, er floh, wie Joseph aus den Händen der Putipharin, aber klüger als Joseph, ließ er niemals den Mantel dahinten.

Das Bild zeigt den bramarbasierenden Hauptmann unter dem Bild mit der Szene, wo Josef vor Potifars Weib flieht (1.Moses 39,12: da ergriff sie ihn bei seinem Gewand und sagte: Liege bei mir! Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand, floh und lief hinaus.)

Detail:

Vorgeschwebt hat Disteli ein Bild dieser Szene evtl. aus einer Bilderbibel — eine schräge Parallele:

Biblische Figuren des Alten und Newen Testaments gantz künstlich gerissen. Durch den weitberhümpten Vergilium Solis zu Nürnberg (1562)

 

➜ Lebensschicksale einer Heuschrecke

Die »Lebensschicksale einer Heuschrecke« von Martin Disteli (1802–1844) waren für den »Schweizerischen Bilderkalender« 1840 angekündigt, erschienen aber erst postum im Jahrgang 1848 des »Illustrierten Schweizer-Kalenders« (S.8–30) als »Ein Mann von Welt oder Der Grashüpfer von Maler Disteli«. Von wem stammt der Text? Peter Felber? Der Holzstich ist signiert von einem Formschneider CB (evtl. C[lemens] Bachmann).

➜ Bracelli

Giovanni Battista Bracelli, Bizzarie di Varie Figure, Livorno 1624.

> https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k3175268

> https://publicdomainreview.org/collection/bracelli-s-bizzarie-di-varie-figure-1624

➜ Grandville

Aus der »Geschichte einer weißen Amsel«: Je suis, répondit l’inconnu, le grand poëte Kacatogan.

Scènes De La Vie Privée Et Publique Des Animaux. Études De Mœurs Contemporaines, Publiées Sous La Direction De M. P.-J. Stahl, Avec La Collaboration De Messieurs De Balzac ... Vignettes Par Grandville, Paris: J. Hetzel Et Paulin, Éditeurs 1867 [EA 1842].

➜ Das Sternbild des Schwans als Text

Eine Visualisierung des Sternbilds mit zugehörigem Text aus Hyginus, Poeticon Astronomicon, Venedig: Ratoldt 1482 sieht so aus:

> http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00054123/images

Ein Codex aus dem 9./11 Jh. enthält 22 solche Figuren, in denen das Bild als Text gestaltet ist:

British Library, Harley MS 647, fol. 5v
> http://www.bl.uk/manuscripts/FullDisplay.aspx?ref=harley_ms_647

Die Figur ist mit dem Text gestaltet, der entnommen ist Hygin, De Astronomia II, viii.

OLOR. Hunc Graeci cygnum appellant; quem conplures, propter ignotam illis historiam, communi genere avium ornin appellaverunt. De quo haec memoriae prodi est causa. Iuppiter cum, amore inductus, Nemesin diligere coepisset neque ab ea ut secum concumberet impetrare potuisset, hac cogitatione amore est liberatus. Iubet enim Venerem aquilae simulatam se sequi; ipse in olorem conversus ut aquilam fugiens ad Nemesin confugit et in eius gremio se collocavit. Quem Nemesis non aspernata, amplexum tenens somno est consopita; quam dormientem Iuppiter compressit. Ipse autem avolavit, et quod ab hominibus alte volans caelo videbatur, inter sidera dictus est esse constitutus. Quod ne falsum diceretur, Iuppiter e facto eum volantem et aquilam consequentem locavit in mundo. Nemesis autem, ut quae avium generi esset iuncta, mensibus actis, ovum procreavit. Quod Mercurius auferens detulit Spartam et Ledae sedenti in gremium proiecit; eo quo nascitur Helena, ceteras specie corporis praestans, quam Leda suam filiam nominavit. Alii autem cum Leda Iovem concubuisse in olorem conversum dixerunt; de quo in medio relinquemus.

(Hier in der modernen Ausgabe > https://www.thelatinlibrary.com/hyginus/hyginus2.shtml)

Deutsche Übersetzung von Jürgen Wüllrich, Hyginus. Von der Astronomie BoD 2009:
Die Griechen nennen ihn Kyknos, doch einige kennen seine Geschichte nicht und nennen ihn wie mit dem Oberbegriff für Vögel Ornis. Seine Geschichte ist aus dem folgenden Grund überliefert. Jupiter verliebt sich in Nemesis und begann ihr nachzustellen, aber er hatte bei ihr keinen Erfolg mit seinem Wunsch, dass sie mit ihm schlief. Da dachte er sich etwas aus, um seine Leidenschaft zu stillen. Er befahl Venus, ihn in der Form eines Adlers zu verfolgen. Er selbst nahm die Gestalt eines Schwans an und tat so, als flöhe er vor dem Adler und suchte bei Nemesis Unterschlupf, in deren Schoß er sich niederließ. Nemesis war dies nicht unrecht, sie umarmte ihn und schlummerte wie betäubt rasch ein. Kaum schlief Sie, da schwängerte sie Jupiter. Dann flog er auf, und die Menschen sahen ihn so hoch am Himmel fliegen, dass sie sagten, der Schwan sei unter die Sterne gekommen. Um sie nicht Lügen zu strafen, stellte Jupiter danach den fliehenden Schwan und den nachsetzenden Adler ans Himmelsgewölbe. — Weil Sich Nemesis jedoch mit einer Vogelart verbunden hatte, kam sie nach den Monaten der Schwangerschaft mit einem Ei nieder. Dieses Ei entwendete Merkur, brachte es nach Sparta und warf es Leda in den Schoß. Daraus wurde Helena geboren, die alle anderen an körperlicher Schönheit übertraf. Leda nannte sie ihre eigene Tochter. Andere berichteten jedoch, dass es Leda war, mit der Jupiter als Schwan verwandelt schlief. Dies lassen wir dahingestellt.

Unter dem Bild-Text steht in normaler Schreibung der entsprechende Text aus Cicero, Aratea:

Namque est Ales avis lato sub tegmine caeli
Quae volat et serpens geminis secat aera pennis.
Altera pars huic obscura est et luminis expers,
Altera nec parvis nec claris lucibus ardet,
Sed mediocre iacit quatiens e corpore lumen.
Haec dextram Cephei dextro pede pellere palmam
Gestit; iam vero clinata est ungula vemens
Fortis Equi propter pennati corporis alam.

Cicéron, Aratea, Fragments poétiques. Texte établi et traduit par Jean Soubiran, Paris: Les Belles Lettres, 1972, p. 169 = 47ff. (275ff.).

Literatur hierzu mit vielen weiteren Beispielen bis in die Moderne: Jeremy Adler / Ulrich Ernst: Text als Figur. Visuelle Poesie von der Antike zur Moderne, Weinheim 1987 (Ausstellungskataloge der Herzog August Bibliothek 56).

Generelle Hinweise:

Karl Eric Maison, Bild und Abbild. Meisterwerke von Meistern kopiert und umgeschaffen, München 1960 (Themes and variations. Five centuries of interpretations and re-creations, London: Thames and Hudson [1960]).

Reinhold F. Glei / Robert Seidel (Hgg.), Parodia: Aspekte intertextuellen Schreibens in der lateinischen Literatur der Frühen Neuzeit (Frühe Neuzeit Band 120) de Gruyter 2012.

 


Handwerk, Technik, Maschinen als Modelle für Lebendiges

Beispiele: Unkraut jäten für Aszese • Iatromechanik • die mystische Mühle • Wahlverwandtschaften • der rasende Webstuhl der Zeit • Überdruckventil der Emotionen • Hardware/Software im Gehirn • Gleichschaltung • ...

 


Was geschieht beim Verlust des Symbols? Und was, wenn man alles als symbolisch auffasst?

»Deux erreurs: 1° prendre tout littéralement; 2° prendre tout spirituellement.« (Blaise PASCAL, Pensées, Nr. 648 [Brunschvicg])

zu 1°

  • Postmoderne: Es gibt nur das unendliche Spiel der Signifikanten
  • Fundamentalismen aller Schriftreligionen
  • abstrakte Kunst (Malevitsch, Schwarzes Quadrat 1915)
  • Programm-Musik vs. Ornament (Hanslick: Musik besteht aus "tönend bewegten Formen")
  • Wörtlichnehmen von Mythen: was für ein Fisch verschlang den Jonas?

zu 2°

  • Kirchenväter-Exegese
  • Traumdeutung von Artemidor bis Freud
  • evtl. psych. Störungen > http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_psychischer_Störungen ? ("überwertige Ideen")

Welche "Zeichen" leisten was bei der "Kommunikation"?

Sprache (in allen Ausfächerungen: proprie, metaphorice) — Mimik (vgl. Charles Darwin, The Expression of the Emotions in Man and Animals, 1872) — Bildmedien — Programm-Musik — Kommunikation im Tierreich — ......

 


Psychoanalytische Deutungen von Narrativen

Anregungen (chronologisch):

  • Sigmund FREUD, Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva, Leipzig und Wien: Heller 1907.
  • Carl Gustav JUNG, Psychologie und Alchimie, Zürich: Rascher 1944.
  • Linda FIERZ-DAVID, Der Liebestraum des Poliphilo. Ein Beitrag zur Psychologie der Renaissance und der Moderne, Zürich: Rhein-Verlag 1947. [Zusammenfassung und Kommentar der »Hypnerotomachia« im Lichte der Psychologie von C.G.Jung]
  • Antoinette FIERZ-MONNIER, Initiation und Wandlung, Zürcher Diss., Bern 1951. [zum Artusroman aus Sicht von C.G.Jung]
  • Hedwig VON BEIT, Symbolik des Märchens, Bern: Francke 1952.
  • Emma JUNG / Marie-Louise VON FRANZ, Die Graalslegende in psychologischer Sicht, Zürich 1960.
  • Eugen DREWERMANN, Tiefenpsychologie und Exegese, Olten: Walter (2 Bände) 1984/85.
  • Aron Ronald BODENHEIMER, Der Waldgänger. Wenn die Melancholie dichtet, Wien: Passagen-Verlag 1993.
  • Brigitte BOOTHE, Das Narrativ. Biografisches Erzählen im psychotherapeutischen Prozess, Stuttgart: Schattauer 2010.
  • Peter VON MATT, Literaturwissenschaft und Psychoanalyse, Freiburg/Br.: Rombach 1972.
  • Freiburger Arbeitskreis Literatur und Psychoanalyse: http://www.litpsych.uni-freiburg.de/wp/
  • Frauke Berndt, Eckart Goebel (Hgg.), Handbuch Literatur & Psychoanalyse, Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie 5, De Gruyter 2017.

Darstellung des Nicht-Darstellbaren

GottesbilderSeelenbilderEmotionen — Tabuisiertes — die Entscheidunggeheime Botschaften — usw. —

 

 

Exkursionen

Embleme der Wallfahrtskirche Hergiswald. Link

Die romanische Bilderdecke der Kirche St. Martin in Zillis. Link

Die Felszeichnungen von Crap Carschenna. Link

Führung durch das Money Museum (Zürich) Link

 


Im Aufbau … Holzschnitt des Petrarkameisters, aus: Officia M. T. C. Ein Buch So Marcus Tullius Cicero der Römer zu seynem Sune Marco. Von den tugentsamen ämptern vnd zugehörungen eynes wol vnd rechtlebenden Menschen ..., Augspurg: Steyner, 1531, fol. XLVIverso