Symbolik des Buchs

Das ganztätige Kolloquium ist geplant für Samstag, 12.September 2020 im Hermann-Escher-Saal der Zentralbibliothek Zürich.

(Details zu den Referentinnen und Referenten und Angaben zum Ablauf werden folgen.)

 

Cicero am Schreibpult – Holzschnitt des Petrarcameisters in: Der Teütsch Cicero, Ausgburg: Steyner Anno M.D.XXXX; (Das Leben Ciceronis, Fol. XIV verso)

(Diese Website ist im Aufbau)

 

Ein Buch ist weitaus mehr als ein bloßer Informationsträger.

Verehrung des heiligen Buches (Eine Torarolle wird beigesetzt in der Geniza > https://de.wikipedia.org/wiki/Geniza )

Entehrung des Buches (Bücherverbrennungen)

Zensur

Clandestine Bücher

Titelblätter von Enzyklopädien – generell: von Drucken des 16./17.Jh. (vgl. hier)

Buchdruckermarken

Ex Libris

Buch der Welt : Die ganze Schöpfung wird sinnbildlich als ein Buch verstanden, in dem die Menschen lesend den Schöpfer kennenlernen.

Buch des Lebens

Maria als Buch

Metaphorische Büchertitel zeigen, wie der Inhalt aufgefasst wird.

Die Personifikation der Geschichte/Historia hat als Attribut ein Buch

Eine Bibliothek ist mehr als die Summe der dort verwahrten Bücher

Codex im Gegensatz zur Buchrolle

Layout der Kommentare: Buch im Buch

Symbolik des Alphabets

Lesen

Büchernarren (Sebastian Brant, Geiler von K., Abraham a S Cl)

Loquuntur silentes (Die Schweigenden sprechen). Auf dem Titel des ersten Bands von: Augsburgs Buchdruckergeschichte nebst den Jahrbüchern derselben/ verfasset, herausgegeben und mit literarischen Anmerkungen erläutert von Georg Wilhelm Zapf, Augsburg: bey Christoph Friedrich Bürglen, Buchhändler, 1786 / 1791.

Inspiration des Buchs

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Moses (erkennbar an den ›Hörnern‹; Exodus 34,29 nach der Vulgata: cornuta esset facies sua) wird inspiriert. Werkstatt des Diebold Lauber 1441/49 (Universitätsbibliothek Heidelberg cpg 19)

Der Evangelist Johannes wird inspiriert (ca. 1188)

Inspiration der Kirchenväter Augustinus und Gregor; Modena, Dom (um 1200/1225).

Das Frontispiz der Schrift »Scivias« (Wisse die Wege, 1141ff. entstanden) aus dem Rupertsberger Codex (Kriegsverlust 2.WK; nur als Kopie erhalten): Hildegard von Bingen († 1179) empfängt eine Inspiration, zeichnet diese auf Wachstafeln auf und gibt sie an ihren Schreiber weiter. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Scivias

Ein Buch essen \ hervorwürgen

Ezechiel Kapitel 2 beschreibt, wie Gott selbst dem Propheten die Rede in den Mund legt, in Form einer Schriftrolle:

8 Du aber, Menschensohn, höre, was ich zu dir sage. Sei nicht widerspenstig …! Öffne deinen Mund und iss, was ich dir gebe! 9 Und ich schaute und siehe: Eine Hand war ausgestreckt zu mir; und siehe, in ihr war eine Buchrolle. 10 Er rollte sie vor mir auf. Sie war innen und außen beschrieben und auf ihr waren Klagen, Seufzer und Weherufe geschrieben. 3,1 Er sagte zu mir: Menschensohn, iss, was du vor dir hast! Iss diese Rolle! Dann geh, rede zum Haus Israel! 2 Ich öffnete meinen Mund und er ließ mich jene Rolle essen. 3 Er sagte zu mir: Menschensohn, gib deinem Bauch zu essen, fülle dein Inneres mit dieser Rolle, die ich dir gebe! Ich aß sie und sie wurde in meinem Mund süß wie Honig.

Offenbarung / Apokalypse Kapitel 10 nimmt diese Vorstellung auf:

8 Und die Stimme aus dem Himmel, die ich gehört hatte, sprach noch einmal zu mir und sagte: Geh, nimm das Buch, das der Engel, der auf dem Meer und auf dem Land steht, geöffnet in der Hand hält! 9 Und ich ging zu dem Engel und bat ihn, mir das kleine Buch zu geben. Er sagte zu mir: Nimm und iss es! In deinem Magen wird es bitter sein, in deinem Mund aber süß wie Honig. 10 Da nahm ich das kleine Buch aus der Hand des Engels und aß es. In meinem Mund war es süß wie Honig. Als ich es aber gegessen hatte, wurde mein Magen bitter. 11 Und sie sagten zu mir: Du musst noch einmal weissagen über viele Völker und Nationen mit ihren Sprachen und Königen.

Holzschnitt von Johann Jakob von Sandrart (1655–1698), in: Gantz neue Biblische Bilder-Ergötzung: Dem Alter und Der Jugend Zur Beschauung und Erbauung/ Aus dem neuen Testament angestellet und mitgetheilet: Von Johann Andreæ Endters Seel. Söhnen in Nürnberg [ca. 1700].

Schon Dürer hat diese Szene illustriert in »Apocalipsis cum Figuris: Die heimlich Offenbarung Johannis« 1498 > http://www.zeno.org/nid/2000400129X

Martianus Capella beschreibt in seinem Werk »De nuptiis Philologiae et Mercurii« folgende Szene:

Merkur sucht eine Braut und findet sie in der Philologia. Vor der Hochzeit tritt die Unsterblichkeit (Athanasia) auf und verlangt von Philologia, die einst verschlungenen Bücher des nutzlosen irdischen Wissens hervorzuwürgen. »Wenn Du das nicht, wovon die Brust Du so voll trägst, in heftigster Entleerung ausbrichst (coactissima egestione vomeris forasque diffuderis) und aus Dir nach außen bringst, so wirst Du den Wohnsitz der Unsterblichiet auf keine Weise behaupten.« Da aber brach sie mit aller Anspannung und großer Kraftanstrengung alles, was je in ihrem Busen sie erwogen hatte, aus (evomevat). Das wandelte sich dies Erbrechen und Herausgewürgt-Erbrochene um in Riesenmengen Schrifttums aller Art

Die Hochzeit der Philologia mit Merkur, übersetzt, mit einer Einleitung, Inhalts-Übersicht und Anmerkungen versehen von Hans Günter Zekl, Würzburg: Königshausen und Neumann 2005 (Liber II, ¶ 135).

Verstehbarkeit eines Buches

Offenbarung / Apokalypse, Kapitel 5:

1 Und ich sah auf der rechten Hand des auf dem Throne Sitzenden ein Buch, das inwendig beschrieben und auf der Rückseite mit sieben Siegeln versiegelt war. 2 Dann sah ich einen starken Engel, der mit lauter Stimme ausrief: »Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen?« 3 Doch niemand im Himmel und auf der Erde und unter der Erde vermochte das Buch zu öffnen und hineinzusehen. 4 Da weinte ich laut, weil niemand würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen und hineinzusehen. 5 Doch einer von den Ältesten sagte zu mir: »Weine nicht! Siehe, der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids, hat den Sieg errungen, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.« (Übers. Menge-Bibel) 

Historiae celebriores Veteris (et Novi) Testamenti iconibus repraesentatae et ad excitandas bonas meditationes selectis Epigrammatibus exornatae, Nürnberg: Chr. Weigel 1712. (Ausschnitt)

Das Öffnen der Siegel bringt folgende ›Texte‹ ( = ! ) katastrophale Ereignisse hervor:

  • Beim Öffnen der ersten vier Siegel werden die vier apokalyptischen Reiter losgelassen (Apk 6,1–8);
  • beim Öffnen des fünften Siegels werden die Seelen derer sichtbar, die hingemordet wurden wegen ihres Zeugnisses für Gott, und die auf Rache warten (Apk 6,9–11);
  • beim Öffnen des sechsten Siegels ereignet sich ein gewaltiges Erdbeben, die Sonne wird schwarz, der Mond wird wie Blut, und die Sterne fallen herab auf die Erde (Apk 6,12–17) – und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, wenn man sie zusammenrollt;
  • beim Öffnen des siebten Siegels geht die Welt unter (Apk 8,1–9).

Das Buch als Beschützer

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Matthias Holtzwart, Emblematum Tyrocinia, sive picta poesis Latinogermanica, das ist eingeblümete Zierwerck oder Gemälpoesy innhaltend allerhand Geheymnußlehren durch kunstfündige Gemäl angepracht und poetisch erkläret, Nun erstmals inn Truck kommen, Straßburg: Jobin 1581. Emblem VIII.

Kunst [für lat. studium] hilfft Jnn allen nötten.

Du seyst auff Erden wer du wölst
Wan du dich zu den Künsten gselst
So hastu gar ein sicher gleit
Das dir nitt bald schaden ein leidt /
Dan gehts dir übell hast ein schildt
Wider den gar kein waffen gilt
Sonder pleibst ohnuerletzet frey
Wer nur auff Erd wider dich sey
Ists aber das jnn frid vnd ruoh
Du still bringest dein leben zuo
So machen sie dir freyden vil
Ein yeder umb dich wonen will
Das gibt dir als die kunst vnd witz
Da der vnglert dahinden sitzt.

> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00028624/image_49

Buch als Mittel gegen Hexenkünste: Kruijt voor de wilde Woeste

Roemer Visschers Zinne-Poppen. Alle verciert met Rijmen, en sommighe met Proze: Door zijn Dochter Anna Roemers*, T'Amsterdam: Willem Jansz, [ca. 1630; Erstausgabe ohne Verse 1614]
> http://diglib.hab.de/drucke/145-1-eth/start.htm?image=00085

Kraut gegen die wilde Wüstheit

Ein solches Kraut war Moly, dünkt mich, das Mercur dem heimwärts strebenden Griechen (Odysseus) gab gegen Circes Zauberei.

Homer, Odyssee 10. Gesang, Verse 302–307; Ovid, Metamorphosen XIV, 291f.:

Doch ihm gab der Cyllenier [Merkur] eine weiße Blüte aus schwarzer Wurzel; die Himmlischen nennen sie Moly. So und zugleich durch die Warnung des Gottes gesichert, betritt er Circes Haus …

Vgl.: https://de.wikisource.org/wiki/RE:Moly

Bild dazu hier

*) Anna Roemers Visscher (158 –1651)

 

Philobiblon

Richard de Bury († 1345) verfasste 1344 das Buch »Philobiblon«

+++ Exzerpte daraus folgen +++

Lat. Text online > http://www.thelatinlibrary.com/debury.html

Alfred Hartmann (Ed.): Richardus de Bury, Philobiblon oder die Liebe zu den Büchern. Schweizerische Bibliophilen-Gesellschaft, Bern 1955 (lateinisch-deutsch)

Über Bücher conversieren vermehrt sie

 

[Georg Philipp Harsdörffer] FRAVENZIMMER GESPRECHSPIELE/ so bey Ehr= und Tugendliebenden Gesellschaften/ mit nutzlicher Ergetzlichkeit/ beliebet und geübet werden mögen/ Erster Theil. Aus Italiänischen/ Frantzösischen und Spanischen Scribenten angewiesen/ und jetzund ausführlicher auf sechs Personen gerichtet/ und mit einer neuen Zugabe gemehret/ Durch Einen Mitgenossen der Hochlöblichen FRVCHTBRINGENDEN GESELLSCHAFT. Nürnberg: Endter 1644.

[Reymund:] Weil alle Wissenschaft ungezweiffelt im Lesen/ Gespräche und Abwartungen der Gedanken bestehet/ hab ich durch das oberste Buch das Lesen/ durch das andere das Gespräch/ dardurch das erlernete gleichsam aufgelegt und eingesencket wird/ durch das dritte und uneröfnete aber die Vnterhaltung der Gedanken zu verstehen geben wollen.

Weil wir im Lesen unterhalten die Toden/ im Gespräche die Lebendigen/ mit den Gedanken uns selbsten/ solches aber alles in unablässiger Vbung bestehet/ als vermeine ich beyzuschreiben:

Vermehrt oder vermindert. Qui non addit, amittit. Drus. in den Ebreischen Bundreden

[Das Motto genauer: Wer nicht dazugibt, gibt es auf. — Drus. = Johannes Drusius, Apophthegmata Ebraeorvm Ac Arabvm. Ex Avoth R. Nathan, Arestea, Libro selectarum Margaritarum, & aliis auctoribus collecta, Latineque reddita, cum brevibus Scholiis, […] excudebat Aegidius Radaeus 1591 (2.vermehrte Auflage 1612)]

Buchdruck als Verdienst


Darauf stützt sich die Welt (His nititur orbis)

Buchdruckermarke auf: Franciscus Neumayr S.J. [1697–1765], Theatrum politicum sive tragoediae ad commendationem virtutis et vitiorum detestationem Augsburg und Ingolstadt: Franciscus Xaver Cräz & Thomas Sommer 1760.

Das Drucken von Büchern führt durch Arbeit und Gunst [der Götter] in die Höhe: altius labore et favore.

Buchdruckerzeichen von Johann Thomas Trattner (1717–1798), österreichischer Hof-Buchdrucker*, Buchhändler und Verleger in Wien in: Iconologie tirée de divers auteurs. Ouvrage utile aux gens de lettres, aux poëtes, aux artistes, & généralement à tous les amateurs des beaux-arts. Par J.B. [Jean-Baptiste] Boudard, Vienne: Jean-Thomas de Trattner 1766.

Bei der Dame in dem mit Buchstaben bestickten Kleid könnte es sich um die Erfinderin der (lateinischen) Schrift Nicostrata handeln. (Es gibt auch Varianten des Holzschnitts in andern Büchern.)

*) Daher die vier Kronen auf den Säulen: österreichischer Erzherzogshut, römisch-deutsche Kaiserkrone, ungarische Königskrone und böhmische Königskrone.

Das gedruckte Buch gibt den den verstorbenen Autoren das Leben zurück: Vitam mortuis reddo.

Buchdruckerzeichen auf: J. Jacobi Zimmermanni, S. theologiæ in gymnasio Tigurino professoris, ... Opuscula theologici, historici et philosophici argumenti, Tomi prioris secundi pars I, Tiguri: Typis Gesnerianis 1751. (Ähnlich schon auf einem Kupfer von B. Picart 1721)

Ex Libris

Viele dieser Besitzermarken nehmen Bezug auf das Thema Buch / Lesen. Man blättere unter diesem Stichwort bei Pinterest:

Hinweis: Schweizerischer Ex Libris Club > https://www.exlibris-selc.ch/galerie/

Das Buch der Schöpfung

 

••• Hugo von St.Viktor († 1141):

Universus enim mundus iste sensibilis quasi quidam liber est scriptus digito Dei, hoc est virtute divina creatus, et singulae creaturae quasi figurae quaedam sunt non humano placito inventae, sed divino arbitrio institutae ad manifestandam invisibilium Dei sapientiam. Quemadmodum autem si illiteratus quis apertum librum videat, figuras aspicit, litteras non cognoscit: ita stultus et “animalis homo”, qui “non percipit ea quae Dei sunt” (1 Cor 2,14), in visibilibus istis creaturis foris videt speciem, sed intus non intelligit rationem. Qui autem spiritualis est et omnia dijudicare potest, in eo quidem quod foris considerat pulchritudinem operis, intus concipit quam miranda sit sapientia Creatoris.

Die ganze sinnlich wahrnehmbare Welt ist wie ein Buch, geschrieben vom Finger Gottes, das heisst geschaffen von der göttlichen Kraft; und die einzelnen Geschöpfe sind wie Zeichen, die nicht nach menschlichem Beschluss, sondern durch den göttlichen Willen gesetzt worden sind, um die Weisheit des unsichtbaren Wesens Gottes zu offenbaren. So wie aber ein Ungelehrter, wenn er ein aufgeschlagenes Buch sieht, Figuren erblickt und die Buchstaben nicht erkennt, so sieht der törichte und ungeistige Mensch, der nicht durchschaut, was Gottes ist, an jenen sichtbaren Geschöpfen nur aussen die Erscheinung, doch erkennt innen nicht die Vernunft. Wer aber von Gottes Geist begabt ist und alles zu unterscheiden vermag, der begreift, wenn er aussen die Schönheit des Werks be¬trachtet, im Innern, wie sehr die Weisheit des Schöpfers zu bewundern ist.

(Hugo von St.Viktor, Didascalicon, VII, 4 = PL 176, 814BC.

••• Johann Arndt (1555–1621):

Aus: »Vier Bücher vom Wahren Christentumb« (1605/09, 1612 zu 6 Büchern erweitert; die Embleme zuerst in der Ausgabe Riga 1678/79); 48. Emblem (am Beginn des vierten Buch: Liber Naturae. Wie das grosse Welt-Buch der Natur, nach Christlicher Außlegung, von Gott zeuget vnd zu Gott führet.)

Hier aus einer späten Ausgabe: Erbauliche Sinnbilder. 56 Bilder mit Reimdeutungen und Bibelsprüchen entnommen den alten Ausgaben von Johann Arndt’s wahrem Christenthum. Neu gezeichnet von J. Schnorr, Stuttgart: Steinkopf 1855.

Im Setzen lieset man

Hier ist zu sehen eine Buchdruckerey, da etliche Kästen mit Buchstaben stehen, welche in ihren Fächlein eingetheilet sind. Da können nun die Buchstaben, solange sie ein jeder an seinem Ort in dem Kasten liegen, nicht gelesen werden, bis man sie zusammensetzt und aus ihnen ganze Wörter und eine Schrift macht. Alsdann kan man sie fein lesen.
Damit wird abgebildet, wie GOtt seine Wercke in der ganzen Welt ausgebreitet und jegliches zu seiner Zeit und an seinem Ort verrichtet, aber am besten kan man sie erkennen, wenn man sie fein zusammensetzet und andächtig betrachtet. Denn da wird man darinnen lesen und erkennen den großmächtigsten Schöpfer, und sehr grosse Lust an seinen Werken haben.

Psalm 111, 2: Groß sind die Werke des HErrn; wer ihr achtet, der hat eitel Lust daran.

Die Werke der Natur, so weit und breit,
Vertheilet und zerstreuet,
Die nimm und setze sie zusammen,
So wirst du wie mit lebendigen Flammen
Den Schöpfer sichtbarlich drin abgemalet sehn
Vor deinen Augen stehn.
Dieß große Welt Gebäu mit aller seiner Zier
Stellt uns des Meisters Größ und Schönheit für
[…]

••• Johannes Scheffler (1624–1677):

Die Schöpfung ist ein Buch: wer’s weislich lesen kann,
Dem wird darin gar fein der Schöpfer kundgetan.

(Angelus Silesius, »Cherubinischer Wandersmann« [1675] V, 86)

••• Johann Jacob Scheuchzer (1672–1733)

Am Ende seiner »Physica Sacra« zeigt Scheuchzer den Kupferstich (Tab. DCCL; 1735 erschienen) einer 40 x 17 Zoll grossen Schieferplatte, so aus dem Blattenberg aus Glarus herkommt, … dergleichen man weit und breit in die Welt zu verführen und tragen pfleget. Der harte Stein ist unbehandelt. Scheuchzer ist sicher, dass es ein Denckmaal der alten Sündfluth seye. Darauf glaubt er Buchstaben-förmige Characteren, hieroglyphica zu erkennen, die er aber nicht lesen kann, und die dem Lehr-begierigen Leser zum Räthsel dienen mögen.

Auf das Bild setzt er folgenden ›Denkzettel‹ für künftige Forscher:

Monumentum Diluvianum ex proprio Museo Problematis Physici loco Eruditis sistit Acarnan*. Soli Deo Gloria. (übersetzt: Dies Zeugnis der Sintflut aus seiner eigenen Sammlung stellt Acarnan für die Gelehrten als naturwissenschaftliches Problem dar. Gott allein die Ehre. — *Acarnan war Scheuchzers Gesellschaftsname in der Leopoldina.)

Die Paläontologen haben das Rätsel inzwischen gelöst: Es handet sich um ›Rollmarken‹, das heisst versteinerte Abdrücke von in seichtem, leicht strömendem Wasser auf festem Schlamm rollenden Fischwirbeln.

••• Titelbild einer Enzyklopädie für Jugendliche:

Lies oft im Buche der Natur!
Es zeiget dir der Gottheit Spur,
Und was die Welt dir beut
[bietet] zur Schau
Betrachte prüfend und genau!

Neuer Orbis Pictus für die Jugend, oder Schauplatz der Natur, der Kunst und des Menschenlebens ... in deutscher, lateinischer, französischer und englischer Sprache nach der früheren Anlage des Comenius bearbeitet und dem jetzigen Zeitbedürfnisse gemäß eingerichtet von J. E. Gailer, Reutlingen: Mäcken 1832.

Literaturhinweise:

Erich Rothacker, Das ›Buch der Natur‹. Materialien und Grundsätzliches zur Metapherngeschichte, Bonn 1979.

Friedrich Ohly, Zum Buch der Natur, in: F.O., Ausgewählte und neue Schriften, Stuttgart: Hirzel 1995, S. 727–843.

Das Buch des Lebens

"Jetzt nimm ihre Sünde von ihnen! Wenn nicht, dann streich mich aus dem Buch, das du geschrieben hast." Der Herr antwortete Mose: "Nur wer gegen mich gesündigt hat, den streiche ich aus meinem Buch." (2. Moses = Exodus 32,32f.)

Doch zu jener Zeit wird dein Volk gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist (Daniel 12,1–4)

Sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen anderen Mitarbeitern. Ihre Namen stehen im Buch des Lebens. (Philipperbiref 4,3)

Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen. (Apokalypse 20,15)

Der Schreiber

Ein wol geführter Kiel   hat was GOtt wil zum Ziel.

Man muß in das Gewissen dünken
ehe man dunck in das Dinten Faß,
sonst springen aus so edlem Naß
einst Angst englimmte Höllen-Funcken.
Wer schreibt, was er nicht schreiben soll,
macht GOTTes schweres Schuld Buch vol.

[Christoph Weigel] Abbildung Der Gemein-Nützlichen Haupt-Stände Von denen Regenten Und ihren So in Friedens- als Kriegs-Zeiten zugeordneten Bedienten an/ biß auf alle Künstler Und Handwercker/ Nach Jedes Ambts- und Beruffs-Verrichtungen/ […] Regensburg 1698, S. 16ff.

Leo Koep, Das himmlische Buch in Antike und Christentum. Eine religionsgeschichtliche Untersuchung zur altchristlichen Bildersprache, Bonn: Hanstein 1952.

Stefan Fischer, Artikel »Buch des Lebens« (2017) > https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/15741/

Maria als Buch

 

••• Wie Maria geistlich geleicht jst in zechen dingen einem puch

Grundlage ist eine Allegorie der Pergamentbearbeitung. In zehn Schritten wird ein Bezug zu Maria hergestellt: Abziehen der Tierhaut – Beizen – Polieren – Blätterschneiden – Punktieren – Schreiben – Korrigieren – Rubrizieren – Binden – Lesen.

Peter Kesting, Artikel »Maria als Buch« in: Verfasserlexikon, Band 5 (1985). Spalten 1255–1258 [mit Hinweisen auf andre Überlieferungen].

Peter Kesting, Maria als Buch [mit Edition des Texts des unbekannten Verfassers, handschriftlich um 1400] in: Würzburger Prosastudien I (= Medium Aevum 13), München, Fink 1968, S. 122–147.

 

••• Emblem von Anton Ginther (1655–1725):

Das geöffnete Buch ist Sinnbild der Jungfrau Maria: B. Virgo & Mater Dolorosa liber est, ex cujus lectione & consideratine omnes possunt fieri docibiles DEi (≈ Die selige Jungfrau und schmerzensreiche Mutter ist ein Buch, durch dessen Lektüre und Betrachtung alle für das Verständnis Gottes gelehrig werden.) – Das vom Schwert durchbohrte Herz wird ebenfalls mariologisch gedeutet: Aus den hervortretenden Blutstropfen bildet der »kundigste aller Schreiber«, der hl. Geist, den Körper Jesu Christi.

Mater Amoris Et Doloris, Quam Christus In Cruce Moriens Omnibus Ac Singulis Suis Fidelibus In Matrem Legavit: Ecce Mater Tua: Nunc Explicata per Sacra Emblemata, Figuras Scripturæ quàm plurimas, ... Pios Ad Jesum Patientem, Ac Sanctissimam ... Cum triplici Indice Considerationum, Rerum. memorabilium, & Concionatorio, formandis per annum Concionibus opportuno, Augustae Vindelicorum: Schlüter & Happach 1726. (Erstausgabe 1711)

Zensur

Censur-Lücke im Neujahrsblatt der Zürcherischen Hülfsgesellschaft 3, 1803 [ zum Thema der Schreckenstage des Herbstmonats 1802; vgl. "Stecklikrieg" > http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D41551.php ]

Gerold Meyer von Knonau (1843–1931): Ein Conflict zwischen der Censur der helvetischen Republik und der zürcherischen Hülfsgesellschaft über das Neujahrsblatt auf das Jahr 1803, in: Zürcher Taschenbuch, Jg. 11 (1888), S. 141–164.

»Nebelspalter« Januar 1942

Camouflage

Es gibt unter totalitären Regimes immer wieder sog. ›Tarnschriften‹, wie diese 1935 in Deutschland kursierende russische:

Die Aufmachung und der harmlose Titel dienten der Tarnung, um die Zensur zu umgehen und so die als illegal geltenden Botschaften zu verbreiten.

Literaturhinweise:
• Tarnschriften der KPD aus dem antifaschistischen Widerstandskampf. Originalgetreue Reproduktion von 12 Heften aus den Jahren 1935/1936; eingel. und zus.gest. von Gerhard Nitzsche und Margot Pikarski [Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED], Lizenzausgabe München: Saur 1986 (13 Bde).
• Heinz Gittig, Illegale antifaschistische Tarnschriften 1933-1945 = Beiheft 87 zum Zentralblatt für Bibliothekswesen vom Bibliographischen Institut, Leipzig. – Neufassung: Bibliographie der Tarnschriften 1933 bis 1945, München: Saur 1996

 

Schändung von Büchern

 

Die sibyllinischen Bücher

Jn disem Buoch ist des ersten teils: das leben vnd fabel Esopi: Auiani: Doligani: Adelfonsi: mit schympffreden Pogij. Des andern teils vszüge schoner fabeln vnd exempelen Doctoris. S. Brant: alles mit synen figuren vnd Registern. Getruckt zum Theirgarten durch Joannem Prüß, Straßburg 1508.

Zu dem König Tarquinius kam eine fremde alte Frau und brachte ihm neun Bücher göttlicher Prophezeiungen, wie sie sagte; die wolle sie ihm für 300 Goldmünzen verkaufen. Der König hielt sie für verrückt und lachte darüber. Da warf die Alte drei Bücher ins Feuer und fragte den König, ob er die übrigen sechs Bücher zu demselben Preis kaufen wolle. Der König lachte darüber noch viel mehr und erklärte die alte Frau für verrückt. Da verbrannte sie sogleich drei weitere Bücher und fragte den König, ob er nun die restlichen drei Bücher zu demselben Preis wie zuvor die neun kaufen wolle. Da wurde der König nachdenklich und kaufte die Bücher. Die alte Frau aber verschwand und wurde nicht wieder gesehen. Die drei Bücher wurden die sibyllinischen Bücher genannt; sie wurden in einem Tempel aufbewahrt und benutzt, wenn es darum ging, zum Wohle des Staates den Willen der Götter zu erfragen.

Testzusammenfassung aus > https://www2.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/esop/seite272.html

Bild aus > http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00001850/image_249

In der Zeit der Glaubensspaltung

Gruntlicher bericht, uss was ursachen die von Zug die heylig bibel, das luter wort Gottes uff den XXVIII Jenners dess 1556 jars offentlich verbrent haben.

Verbrennung einer protestantischen Bibel in Zug 1556. Wickiana Ms F 12, fol 17r > https://www.e-manuscripta.ch/zuz/wick/content/pageview/2483

Transliterierter Text in: Die Wickiana: Johann Jakob Wicks Nachrichtensammlung aus dem 16. Jahrhundert, hg. von Matthias Senn. Küsnacht-Zürich: Raggi-Verlag 1975, S. 34–36.

Vgl. den Druck > https://books.google.ch/books?id=netlAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s

Der Antichrist (mit Tiara, also: der Papst) tritt die Bücher (gemeint sind wohl die beiden Testamente der Bibel) mit seinen Pferdehufen:

[Rudolf Gwalther, 1519–1586; Schwiegersohn Zwinglis], Der Endtchrist. Kurtze/ klare und einfaltige Bewysung/ in fünff Predigen begriffen/ daß der Papst zuo Rom der rächt/ war/ gross/ und eigentlich Endtchrist sye/ von welchem die Hh. Propheten und Apostel gewyssagt vnd uns gewarnet habend. Nüwlich beschriben durch Ruodolffen Walthern, Dienern der Kilchen Zürych. [Zürich: Froschauer 1546]
> http://doi.org/10.3931/e-rara-957
> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00008665/image_94

Über die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 informiert ausführich der Artikel in der Wikipedia
> https://de.wikipedia.org/wiki/Bücherverbrennung_1933_in_Deutschland


Materialität: Buchrolle – Codex

 

Neumagener Schulrelief, Ende des 2.Jhs. (Rheinisches Landesmuseum Trier)
> https://rlp.museum-digital.de/singleimage.php?imagenr=7684

Der Lehrer zwschen zwei Schülern mit Rollen; ein dritter mit Wachstäfelchen kommt hinzu.

Hinweise auf Texte in Codex-Form gibt es bereits in der heidnischen Antike:

Martial, Epigramme, 14. Buch,

Nr.184 Homerus in pugillaribus membraneis.
Ilias et Priami regnis inimicus Ulixes
Multiplici pariter condita pelle latent.

Die Ilias und ... Odysseus liegen beide in vielfach geschichteter Haut verborgen.

Nr. 186 Vergilius in membranis.
Quam brevis inmensum cepit membrana Maronem!
Ipsius vultus prima tabella gerit.

Welch kleines Pergament fasst den immensen Vergil! Das erste Blatt zeigt dir seine Gesichtszüge.

Quintilian, Institutio oratoria X, iii, 31sq.

Ob man auf Wachstafeln oder auf Pergament (membrana) schreibt: Bei beiden Schreibarten sollen gegenüber leere Seiten bleiben, damit man auf ihnen Raum für Zusätze hat: Relinquendae autem in utrolibet genere contra erunt vacuae tabellae, in quibus libera adiciendi sit excursio.

Sodann die berühmte Stelle bei Augustinus (354– 430), wo er im Garten in Mailand die Stimme hört Tolle lege! (Nimm und lies!) und dann die Bibel aufschlägt – das kann kaum eine Schriftrolle gewesen sein:

Ich konnte mir keine andere Erklärung geben, als dass eine göttliche Stimme mir befehle, die Schrift zu öffnen und die Stelle zu lesen, auf die ich zuerst träfe. […] Daher kehrte ich eiligst auf den Platz zurück, wo Alypius saß; denn dort hatte ich die Briefe des Apostels liegen lassen, als ich aufgestanden war. Ich griff nach ihnen, öffnete sie und las für mich die Stelle, auf die zuerst mein Auge fiel. – ut aperirem codicem et legerem quod primum caput invenissem. (Confessiones VIII, xii, 29)

Im Bild des Evangelisten Matthäus im Codex Aureus von Canterbury (Mitte des 8. Jhs.; Stockholm, Kunglia Bibliothek; Digitalisat > http://www.zeno.org/nid/20004167899) hält sein Attribut, der Engel, einen Codex in der Hand, während der Evangelist eine Buchrolle (mit dem Anfang des Evangeliums Liber generationis [Jesu Christi filii David,…]) hält. — Beiden gemeinsam ist indessen die Tonsur!

 

Theodor Birt, Die Buchrolle in der Kunst. archäologisch-antiquarische Untersuchungen zum antiken Buchwesen, Leipzig: Teubner 1907. > https://archive.org/details/diebuchrolleinde00birt/page/n4

C. H. Roberts, The Codex, in: Proc. Brit. Acad. 40 (1954), 169–204. — Colin Henderson Roberts / Theodore Cressy Skeat, The birth of the codex, Oxford University Press 1983.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kodex#Die_Verdrängung_der_Rolle_durch_den_Kodex

 

Buchdruckermarken

Während Schreibstuben in Klöstern Bücher nach Bedarf kopierten, konnte man mit dem Buchdruck Bücher auf Vorrat produzieren; auch gab es bald mehrere Buchdrucker, d.h.: Es entstand ein Markt, und damit Konkurrenz und das Bedürfnis, die eigenen Erzeugnisse als solche hervorzuheben. Das konnte unterstützt werden mit einem einprägsamen graphischen Zeichen. (Hier mehr zum Thema Buchdruckermarken.)

Die Buchdruckermarke von Jodocus Badius / Josse Bade (1461/1462 – 1535) zeigt rechts einen Setzer mit der an einem Stab befestigten Vorlage, Setzkasten und in der Hand den Winkelhaken – links eine Druckerpresse mit der Aufschrift Prelum Ascensianum (prelum = die Presse, die Kelter; ascensianus weil Bade von Assche in Brabant gebürtig ist):

Fratris Hieronymi Sauonarole de Ferrariis ordinis predicator[u] expositio in psalmos Miserere mei deus. Qui regis israel Et tris versus psalmi Jn te d[omi]ne speraui [Paris: Bade] 1515.
> http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11119242-8

Hübsch ist die Druckermarke mit der jungen Frau aus Dordrecht (virgo dordracena) mit dem lateinischen Wortspiel libros non liberos pariens (Bücher, nicht Kinder gebärend):

Ioh. van Beverwerck, Schat der gesontheyt, Met verssen verçiert door Herr Iacob Cats, Tot Dordrecht, Voor Mathias Havius. Gedruckt by Hendrick van Esch, 1636
> https://archive.org/details/schatdergesonthe00beve/page/n4

’SWERELTS BEGIN, MIDDEN, EYNDE, BESLOTEN IN DEN TROU-RINGH, MET DEN PROEF-STEEN VAN DEN SELVEN. door I. CATS. Tot Dordrecht, Voor Mathias Havius. Gedruckt by Hendrick van Esch, Dordrecht 1637.
> https://archive.org/details/ned-kbn-all-00001617-001/page/n13

>>> Hier draufklicken, um die Virgo Dordacena im (postumen) Buch Alle de wercken, soo Oude als Nieuwe, van den Heer Jacob Cats […] T’Amsterdem by Van den Dalen [u.a.] 1700 (in neuem Fenster) zu sehen.

 

Büchergeschenke

Gelehrte, Politiker, Händler, Flüchtlinge und Diplomaten schenkten der Stadtbibliothek Zürich Objekte, Geld und vor allem Bücher. Zum Dank wurden die Donatoren mit einem Eintrag im Donatorenbuch verewigt.

Die elektronische Edition des Donatorenbuchs (1629–1772) (besorgt von Ch.Scheidegger) ist bei e-manuscripta online. Dabei handelt es sich nicht einfach um ein Digitalisat: Die elektronische Edition enthält biographische Angaben zu den Donatoren, die geschenkten Titel sind bibliographisch identifiziert und die überlieferten Exemplare sind mit dem aktuellen Standort nachgewiesen. Namen, Titel und Signaturen der Zentralbibliothek Zürich sind im Volltext recherchierbar (Suchfeld rechts über dem Editionsteil).

http://doi.org/10.7891/e-manuscripta-45784

Die beiden Figuren auf dem Titelblatt:
links Fortitudo mit gebrochener Säule
rechts Prudentia mit Spiegel und Schlange.

Donatorenbücher wie diejenigen in Zürich findet man auch in anderen Bibliotheken in der Schweiz und im Ausland, zum Beispiel in der Bodleian Library oder in der Pembroke College Library:
> https://cudl.lib.cam.ac.uk/view/MS-LC-II-00077

Bibliothek

 

Claustrum sine armario quasi castrum sine armamentario (Ein Kloster ohne Bibliothek ist wie eine Burg ohne Rüstkammer; Geoffroy von Sainte-Barbe-en-Auge um 1170)

• ΨΥΧΗΣ ΙΑΤΡΕΙΟΝ (›Heilstätte der Seele‹): Inschrift auf der Bibliothek von Memphis und auf der Kartusche des Türsturzes am Eingang zur Stiftsbibliothek St.Gallen (errichtet 1758–67).

Codex Amiatinus (entstanden um 700), in: Biblioteca Medicea Laurenziana, MS Amiatinus 1; fol. 5r: Der Prophet Esra beim Schreiben (Bild aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Amiatinus)

Auszüge aus einem Isidor von Sevilla († 636) zugeschriebenen Gedicht:

Es gibt hier manches Heilige, manches Weltliche;
   wenn (dir) davon einige Gedichte gefallen, so nimm sie und lies!
Gefilde erblickst du voll von Dornen und von der Fülle der Blüten;
   willst du nicht die Dornen nehmen, so nimm die Rosen.
                                      […]
Wohlan, diese unsere Schreine bergen viele Bücher;
   der du Verlangen hast, nimm und lies, wenn du Lust hast.
Verbanne hier deine Indolenz, leg ab die Blasiertheit;
(Tolle hic segnitiem, pone fastidia mentis.)
   glaube mir, mein Bruder, du kehrst gelehrter von hier zurück.
Aber du sagst vielleicht: »Wozu ist mir das alles noch nötig (zu lesen),
   da ich mir (eben) überlege, daß mir nichts mehr zu studieren übrig bleibt;
ich habe alle Bücher der Geschichte erledigt, ich bin alles, was zum Gesetz gehört, durchgegangen.«
   Wirklich, wenn du das behauptest, so bist du nicht bei Verstande!
   (Vere hoc si dicis, iam nihil ipse sapis).

(PL 83, 1107C; übers. Ch. H. Beeson)

• Eberhard Guarnerius Happel stellt in seinen ›Gössesten Denkwürdigkeiten‹ (Band 2, 1685) verschiedene Bibliotheken vor, darunter – mit zweiseitigem Bild – Die Keÿserliche Bibliothec (in Wien); er zitiert den englischen Reiseschriftsteller Edward Brown, An account of several travels through a great part of Germany 1677 (wo sich dieses Bild aber noch nicht findet).

E. G. Happelii grössester Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinnen dargestellet/ außgeführet und erklähret werden Die Denckwürdigste Seltzamkeiten/ So da in Historien, natürlichen Wundern/ am Himmel/ auff und in der Erden/ wie auch in und unter dem Meer zu finden seyn. Anderer Theil. Einem jeden curieusen Liebhaber zu gut auffgesetzet/ in Druck verfärtiget/ und mit vielen Figuren erläutert, Hamburg: von Wiering, 1685.
> https://archive.org/stream/imageGIX360bMiscellaneaOpal#page/n363/mode/2up

• Im 20. Jh. wurden diese Bibliotheks-Einbauten abgerissen:

Aquatinta aus: Salomon Vögelin, Geschichte der Wasserkirche und der Stadtbibliothek in Zürich, Zürich 1848.
> http://dx.doi.org/10.3931/e-rara-54968

Zur Geschichte diser Bibliothek:

Johann Heinrich Ulrich, Bibliotheca nova Tigurinorum publico-privata selectiorum vararium linguarum, artium & scientiarum librorum. […] Das ist Newe Bibliothec, welche gmein und eigen einer ehrlichen Burgerschafft der loblichen Statt Zürych der besten unnd ausserleßnisten Büchern […]. [Zürich] : [s.n.], 1629.
> https://doi.org/10.3931/e-rara-10723

• Die Bibliothek von Dr. med. Chistoph Jacob Trew (1695–1769):

Aus: Emil Reicke, Der Gelehrte in der deutschen Vergangenheit, Leipzig: Diederichs 1900; Abb. 119.

Der Brand der Bibliothek von Alexandria; hier ein Reflex in der Schedelschen Weltchronik 1(493):

In Egypten wardt die allernamhaftigst librarey mit. xl. tausend büechern verpennt. vnd da bes der emmsyg fleiß der alten samlung der büecher gelobt. dann Aristoteles hat Theophrasto die librarey vnd die schuel gelaßen. vnnd ist (als Strabo maynnt) der erst sammler der büecher gewest. der die konig Egypti die ordnung der librarey geleret hat. darnach hat Theoprastus dieselben librarey Neleo vberantwurt vnd Neleus die fürter gein Sceptsym zu vngenieten vnerfarnen lewten gefueret. die sie versloßen hielten.

> https://de.wikisource.org/wiki/Die_Schedelsche_Weltchronik_%28deutsch%29:093

Luciano Canfora, Die Verschwundene Bibliothek. Das Wissen der Welt und der Brand von Alexandria, Rotbuch-Taschenbuch 1104, Hamburg 1998. [italienische Erstausgabe Palermo 1986]

Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658) kopierte das berühmte Bild des Bibliothekars von Arcimboldo (um 1526–1593):

Frauenzimmer Gesprechspiele, so bey Ehr- und Tugendliebenden Gesellschaften ... beliebet und geübet werden mögen/ aus italiänischen, frantzösischen und spanischen Scribenten angewiesen / ... durch einen Mitgenossen der Fruchtbringenden Gesellschaft. Theil 2, Nürnberg: Endter 1642. — Frontspiz zum Teil Das Schauspiel Teutscher Sprichwörter.

Harsdörffer setzt dazu ein Paar (ironische?) Verse, Das Verbücherte Titulbildnis erklärend. Er habe spielweiß ein Bild Von Bücherangehör erbaut.

So merck der Lippen Wachs/ das Ohrband ohne Degen/
Den Fleder-kehrwisch-bart */ der Augen Schlüsselöhr **/
Und wie dem guten Mann die Bücher angelegen.

*) zum Flederwisch vgl. das Bild bei Sebastian Brant
**) Schlüssel-Öhr: Der ring-förmige Griff des Schlüssels; taugt der als Brille?

Sind die Leib und Gewand bildenen Bücher unten diejenigen Bücher, aus denen H. das Schauspiel Teutscher Sprichwörter exzerpiert hat, welches den Kopfputz bildet? Ein Buchrücken ist angeschrieben C. Lehman; das wird sich beziehen auf die Sprichwortsammlung von Christoph Lehmann, Florilegium Politicum, 1630.

Robert Musil, »Der Mann ohne Eigenschaften«, 100. Kapitel: General Stumm … sammelt Erfahrungen über Bibliothekare, Bibliotheksdiener und geistige Ordnung

Es ist das Geheimnis aller guten Bibliothekare, daß sie von der ihnen anvertrauten Literatur niemals mehr als die Büchertitel und das Inhaltsverzeichnis lesen. ›Wer sich auf den Inhalt einläßt, ist als Bibliothekar verloren!‹ hat er mich belehrt. ›Er wird niemals einen Überblick gewinnen!‹
Ich frage ihn atemlos: ›Sie lesen also niemals eines von den Büchern?‹
›Nie; mit Ausnahme der Kataloge.‹

Der ganze Text hier

Eine Bibliothek ohne Katalog ist nahezu nutzlos.

Beispiel einer erweiterbaren Liste aus dem Kloster Einsiedeln (Foto PM):

1775 wurde Abbé François Rozier beauftragt, ein Register der Bibliothèque Royale zu erstellen; 1791 Gaspard-Michel Le Blond eines von ganz Frankreich. Damit die Aufnahmen der verschiedenen Bibliotheken dann in Paris zusammengetragen werden konnten, bediente man sich normaler Spielkarten (cartes à jouer), die mehr oder weniger genormt und auf der Hinterseite leer waren.

Vgl. Markus Krajewski, Zettelwirtschaft, Die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek, Kulturverlag Kadmos Berlin 2002; 2.Aufl. > https://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothekskatalog

An der Weltausstellung in Paris 1855 wird ein Nouveau Système de Catalogue vorgestellt. La boîte à catalogue – un ingéniuex mécanisme – eine kleine Erfindung, die geeignet sei, das Kulturgut vor dem Vergessen zu bewahren. Die Erfindung besteht darin, dass die Karten an der Unterseite mit einem Loch versehen und von einem Bolzen zusammengehalten wurden, so dass sie nicht aus dem Kasten herausfallen oder umgestellt werden und doch gut sichtbar durchgeblättert werden konnten. Genial! Und hübsch die Idee, den Katalogkästen die Form eines Buches im Folioformat zu geben:

Le Magasin Pittoresque, 24 (1856), p. 135–136.

Karteikasten der Zentrabibliothek Zürich. Die Idee mit den gelochten Karten am Bolzen hat sich bewährt. (Foto PM anno 2013):

 

Das Alphabet

Minerva zeigt das ABC – und einige Engelchen sind bemüht, es zu kopieren – unten schon bereit: die Typengießerei und der Setzrahmen:

Soutien du Temple de mémoire,
Nous transmettons les Faits à la postérité;
Les Arts, les Ciences, l’Histoire
Nous doivent l’Immortalité.

Pierre-Simon Fournier (1712–1768), Manuel typographique, Tome 2, Paris: Barbou 1766.
> https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k1070586b/f8.item

Franz Dornseiff, Das Alphabet in Mystik und Magie, Leipzig 1922

Layout: Ein Buch im Buch

Cgm 10: Williram von Ebersberg, Kommentar zum Hohenlied: Osculetur me oculo sui. In der Mitte der Bibeltext; links ein lateinischer Kommentar, rechts ein deutscher Kommentar.

Ausgabe: Williram von Ebersberg, Expositio in Cantica canticorum, hg. und übersetzt von Henrike Lähnemann und Michael Rupp, Berlin: de Gruyter 2004.

 

Biblia cum Postillis Nicolai de Lyra et Expositionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering. Nürnberg: Anton Koberger, 3.XII.1487. (Band 3) – Verweisbuchstaben führen vom Bibeltext zum ihn umgebenden Kommentar.

Ivan Illich, Du lisible au visible. La naissance du texte, 1991. – Dt. Übers.: Im Weinberg des Textes. Als das Schriftbild der Moderne entstand; Ein Kommentar zu Hugos "Didascalicon", Luchterhand: Frankfurt am Main 1991.

Die Personifikation der Geschichte/Historia hat als Attribut ein Buch

und umgeben ist sie vom geflügelten Chronos mit Sense:

Titel der Enzyklopädie von Louis Moreri, Le Grand Dictionnaire Historique ou Le Melange Curieux de L'Histoire Sacree et Profane, Paris 1732–1735.

Die Geschicht. – Hier ist die Zeit dargestellt mit einer Siche, der Kugel der Fortuna und der Ouroboros-Schlange (›der Selbst-Verzehrer‹) und als etwas verschlingend (nach tempus edax oder vorax; Ovid, Epist. ex Ponto IV, x ,7).
Zeichnung von Gottfried Eichler d.J. (1715–1770) und Kupfer von Joseph Wa[n]gner (1706–1780) in: Des berühmten Italiänischen Ritters, Cæsaris Ripæ, allerleÿ Künsten, und Wissenschafften, dienlicher Sinnbildern, und Gedancken, Welchen jedesmahlen eine hierzu taugliche Historia oder Gleichnis beÿgefüget. dermahliger Autor, und Verleger, Joh. Georg Hertel, in Augspurg [ca. 1760].

Anton Raphael Mengs (1728–1779), Gewölbe im Gabinetto dei Papiri, Vatikan (1772)
> http://www.zeno.org/nid/20004179501

Die Schweizerische Post verkaufte 1961 eine 5-Rappen-Marke der Pro-Patria-Serie mit den Symbolen für Zeit (Sanduhr) und – das Zeichen um 90 gedreht – Ewigkeit (mathemat. Zeichen für unendlich ∞); das Buch vor dem Baumstamm steht wohl für die Geschichte. Zeichner Hans Schwarzenbach (1911–1983):

Metaphorische Büchertitel

silva – pratum – scintilla – speculum – clavis – elucidarium – margarita – medulla – apiarium – hortus – laborintus [sic!]

Insbesondere: Spiegel als Buchtitel, vgl. mehr dazu hier.

Paul Lehmann, Mittelalterliche Büchertitel (= Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Philos.-histor. Klasse 1948/4 und 1953/3).

Edward Schröder, Aus den Anfängen des deutschen Buchtitels. Nachrichten der Akademie der Wiss. in Göttingen, phil.-hist. Klasse, Fachgruppe 4, NF 2,1. Seite 1–48 (Göttingen 1937)

Wie liest man richtig im Buch?

 

Seneca (gest. 65 u.Z.), Ad Lucilium Epistolae Morales I,2

Distringit librorum multitudo; itaque cum legere non possis quantum habueris, satis est habere quantum legas.

Die Menge der Bücher wirkt zerstreuend; Da du nicht alles lesen kannst, was du haben kannst, so genügt es, soviel zu haben, als du lesen magst.

»Sed modo« inquis »hunc librum evolvere volo, modo illum.«

»Aber ich möchte nun einmal«, erwiderst du, »bald in diesem Buch blättern, bald in jenem.«

Fastidientis stomachi est multa degustare; Quae ubi varia sunt et diversa, inquinant non alunt.

Nur ein verwöhnter Magen trägt das Verlangen, vielerlei zu kosten; das bunte Allerlei hat mehr verunreinigende als nährende Wirkung.

Probatos itaque semper lege, et si quando ad alios deverti libuerit, ad priores redi.

Lies also immer nur Schriftsteller von anerkanntem Wert, und hast du dich einmal zu anderen hingetrieben gefühlt, so kehre nur wieder zu jenen zurück.

http://www.lateinheft.de/seneca/seneca-epistulae-morales-epistula-2-ubersetzung/

• Coping with information overload. Dieses Bild darf natürlich nicht fehlen!

Agostino Ramelli (1531–1600), Le diverse et artificiose machine, Parigi 1588.
> https://doi.org/10.3931/e-rara-8944
> http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/urn/urn:nbn:de:gbv:3:1-725063

• Usus libri, non lectio prudentes facit.

[Joh. Sambucus 1531–1584] Emblemata, et aliquot nummi antiqui operis, Ioan, Sambuci Tirnaviensis Pannonii. Tertia editio, Cum emendatione & auctario copioso ipsius auctoris, Antwerpen, Ch Plantin, 1569.

Die Anwendung des Buches, nicht das Lesen macht klug

Ich lehre nicht immer, es gibt keinen Grund, weshalb du mich immer wieder ansehen solltest: mein Blatt weckt das Bewusstsein der Leser. Eine gewaltige Anzahl besitzt der habsüchtige Buchhändler, der sie verkauft, aber sicher ist er deshalb nicht klüger. Wenn du uns ständig wälzt und mit Ernst immer von neuem liest, wirst du niemals vorankommen. Mühe und Licht sind verschwendet, wenn du [das Gelesene] nicht anwendest und im Gedächtnis behältst. Unsere Aufgabe war, dir dieses ins Gedächtnis zu rufen. Da du das [schon] gut wusstest, gelehrter Fulvius, haben dich die alten Bücher vor allem gebildet. Du bewahrst eine ausgezeichnete und seltene Anzahl von ihnen und hast mit Scharfsinn viele Bücher wiederhergestellt. Dies und die ganze Antike erfreut auch Sambucus. Lass uns denen helfen, deren Kenntnisse und Möglichkeiten vielleicht geringer sind. (Übersetzung in Henkel/Schöne, Emblemata, Sp. 1289).

Vorsicht beim Lesen! Die Schlingen des Teufel sind überall ausgebreitet:

Du mainst in der Theologey
Seist gantz von meinen stricken frey
. ...


Johann von Schwarzenberg, Memorial der Tugendt = Abschrift des Buches, Augsburg: Heinrich Steiner 1534; Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, CM Ms. 13 Fol. 67recto
> https://www.e-codices.unifr.ch/de/cea/0013/67r

Die Vorlage im Druck hier: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00029340/image_249

Büchernarren

• Lukian von Samosata (um 120 – nach 180): Der ungebildete Büchernarr

Lukian, Sämtliche Werke, nach der Übersetzung von Ch.M.Wieland, bearb. von Hanns Floerke, 5.Namd, Berlin 1922, S. 74–96.

Übersetzung von August Friedrich Pauly (1839).

• Sebastian Brant:

Sebastian Brant, Narrenschiff, Basel 1494

Von buechern hab ich grossen hort
Verstand doch drynn gar wenig wort
Vnd halt sie dennacht jn den eren
Das ich jnn wil der fliegen weren

Text > https://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/15Jh/Brant/bra_n001.html

Digitalisat der BSB > http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00036978/image_12

+++ dazu die Predigt Geilers von Kaysersberg, Welt Spiegel/ oder Narren Schiff 1574 +++

Petrarca, De remediis utriusque fortunae, I,43: De librorum copia:

Holzschnitt aus: Franciscus Petrarcha, Von der Artzney bayder Glück/ des guten vnd widerwertigen […]. Augspurg: H. Steyner 1532.

• Ein emblematisches Kupfer von H[endrick] und C[ornelis] Bloemaert zeigt einen Büchernarren:

Wat baet keers off bril, als den Uul niet sien en wil.
Was nützt Kerze oder Brille, wenn die Eule nicht sehen will?

(Wikimedia Commons. Danke, Harry für den Hinweis!) Was ist auf dem Buchzeichen geschrieben?

• Abraham a Sancta Clara fälschlich zugeschrieben:

Quot capita tot Sententiæ: Das ist: Hundert narren/ und hundert lappen; Soviel Sparrn und bsondere Kappen. Im ersten Centifolio, Oder Hundert Ausbündige Narren in Folio. neu aufgewärmet und in einer Alapatrit-Pasteten zum Schau-Essen, mit hundert schönen Kupffer-Stichen, zur ehrlichen Ergötzung, und nutzlichen Zeit-Vertreibung, sowohl frölich- als melancholischen Gemüthern aufgesezt : auch mit einer delicaten Brühe vieler artigen Historien, lustiger Fablen, kurtzweiliger Discursen, und erbaulicher Sitten-Lehren angerichtet, Wien, Lehmann o.J. (1725)


Weitere Literaturhinweise

 

W. Wattenbach, Das Schriftwesen im Mittelalter, 3. Auflage, Leipzig: Hirzel 1896.

Ernst Robert Curtius, Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Bern 1948, 6. Auflage 1967; Kapitel 16 = S. 306–352: »Das Buch als Symbol«.

Rudolf Schenda, Artikel »Buch«, in: Enzyklopädie des Märchens, Bd. II, Spalte 965–970.

Artikel »Buch« in Reallexikon für Antike und Christentum (RAC), Band 2 (1954), Spalten 664–731: I technisch (Verf.: L. Koep) — II heilig, kultisch (S. Morenz / J. Leipoldt) — III metaphorisch und symbolisch (L. Koep) — IV himmlisch (L. Koep)

Herbert Hunger, Antikes und mittelalterliches Buch- und Schriftwesen, in: Geschichte der Textüberlieferung der antiken und mittelalterl. Literatur, Band I, Zürich: Atlantis 1961, S.25ff.

Alexander Demandt, Metaphern für Geschichte, München 1978; S. 379ff: Das Buch der Geschichte.

Volker Honemann (1943–2017), Funktionen des Buches in Mittelalter und Früher Neuzeit; in: Medienwissenschaft. Ein Handbuch … hg. Joachim-Felix Leonhard u.a., 1. Teilband, de Gruyter 1999, Artikel Nr. 45 = S. 539–560.

Buchkultur im Mittelalter. Schrift – Bild – Kommunikation, hg. von Michael Stolz und Adrian Mettauer, Berlin: de Gruyter 2005.

Romy Günthart, Deutschsprachige Literatur im frühen Basler Buchdruck (ca. 1470 – 1510), Münster: Waxmann 2007 (Studien und Texte zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit 11).

Felix Heinzer, Klosterreform und Mittelalterliche Buchkultur im deutschen Südwesten (Mittellateinische Studien und Texte 39), Brill 2008.

Mona Körte, Essbare Lettern, brennendes Buch: Schriftvernichtung in der Literatur der Neuzeit, Wilhelm Fink Verlag 2011.

Alfred Messerli, »Die Errettung des Paradiesgärtleins aus Feuers- und Wassernot«, in: Fabula 38 (1997), H. 4/4, S. 253–279.

Sammeln, kopieren, verbreiten. Zur Buchkultur der Kartäuser gestern und heute (Kongress 13.–16. Juli 2017 in der Kartause Ittingen), herausgegeben von Sylvain Excoffon und Coralie Zermatten, Saint-Étienne: Centre européen de recherches sur les congrégations et ordres religieux 2018 (Schriftenreihe: Analecta Cartusiana)

https://de.wikipedia.org/wiki/Bücherverluste_in_der_Spätantike

Hinweis:

Fenster zur Ewigkeit: Die ältesten Bibliotheken der Welt.
Tagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte in Zusammenarbeit mit der Stiftsbibliothek St. Gallen und der Stiftsbibliothek St. Peter in Salzburg 26. bis 28. September 2019:
Veranstaltungsort: Erzabtei St. Peter, Salzburg
Organisation: Dr. Cornel Dora, Stiftsbibliothekar von St. Gallen; Mag. Sonja Führer, Bibliothekarin der Stiftsbibliothek St. Peter
> http://www.hab.de/files/tagung_2019.pdf

 

Fragen und Anregungen an:

Vorsicht mit Büchern!

Freund Heins Erscheinungen in Holbeins Manier. Von Johann Karl August Musäus (1735–1787); Stiche von Johann Rudolf Schellenberg (1740–1806), Winterthur: Steiner 1785. (Kupfer gegenüber S. 134)
> http://tinyurl.com/38tddjg
> https://archive.org/details/gri_33125008604502/page/n175