Kolloquium 2019

»Die Präsentation sozialer Aggregate mittels symbolischer Formen«

vorgesehen am 21. September 2019

In Kooperation mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften SGKW (www.culturalstudies.ch)

 


Das Thema in Kürze:

Soziale Aggregate (Clubs, Clans, Vereine, Parteien, Stände [société d’ordres], Nationen usw.) müssen und wollen in irgendeiner Form wahrnehmbar gemacht werden. Welche Distinktionsmerkmale dienen dazu?

Insignien, Fahnen, Abzeichen, Corporate Design, Trachten, Uniformen, Denkmale, Rituale, mythologisierende Erzählungen, visualisierte Genealogien, Bekenntnisse von Normen, spezifische Verhaltensformen und vieles anderes mehr sind Möglichkeiten, einen sozialen Körper sichtbar zu machen.

Die Thematik schliesst an an die Tagung vom Jahr 1997: Kolloquium »Symbole im Dienst der Darstellung von Identität«, vgl. dazu Band 12 (2000)

 

Tagungsprogramm am 21. September 2019

9:45 Uhr
 
10:30 Uhr
 
11:30 Uhr
 
12:30 Uhr
Mittagspause
14:15 Uhr
 
15:15 Uhr
 
16:15 Uhr

   Kaffee
17:45 Uhr
 
18:45 Uhr
 

 

Anregungen und Ideen in bunter Folge (im Aufbau)

 

Lebensformen von Ständen, sozialen Klassen

Verkörperungen typischer Formen von Lebensführung: Ritter (miles; vita activa) und Geistlicher (clericus: contemplativa vita) sind gekennzeichnet durch die Falkenjagd bzw. die Lektüre eines Buchs; im oberen Register sitzen ein Falke und eine Taube auf derselben Stange: ecce in eadem pertica sedent accipiter & columba.

Aus: Hugo de Folieto (ca. 1100 – 1172/74), »de avibus«. Abtei Heiligenkreuz, Ms 18 (226) fol. 129v.

Was jemand isst, wie jemand seinen Wohnraum gestaltet, was sie/er in Musik und bildender Kunst und Literatur schön oder hässlich findet, wie sich jemand kleidet, welchen Sport man treibt, usw. – das weist die Person als Angehörige*n einer bestimmten sozialen Klasse aus. Das ist die zentrale These von Pierre Bourdieu (1979).

Der Große Duden, Bildwörterbuch der deutschen Sprache, hg. Otto Basler, Leipzig: Bibliographisches Institut 1935, Tafel 28B : Die Leseecke

In einer zunehmend atomisierten Massengesellschaft spielen solche versuchten oder fiktiven Zugehörigkeiten eine wichtige Rolle.

Architektursymbolik:

• Erzbischof Anno II. von Köln mit Modellen der von ihm gegründeten fünf Kirchen und Klöster (kolorierte Federzeichnung in der Handschrift der Vita Annonis minor, Siegburg, um 1183.Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt Hs 945 fol. 1v)
Quelle > https://de.wikipedia.org/wiki/Vita_Annonis_Minor

 

• Anderes Beispiel: ›Geschlechtertürme‹ in Bologna (Rekonstruktion von Angelo Finelli, 1917):

 

•Ferner: Die Bauten der Wiener Ringstrasse (Votivkirche – Rathaus – Museen – Parlament usw.)

 

›Geballte Faust, Doppelaxt, rosa Winkel.‹ Aushandeln gruppenkonstituierender Symbole der Frauen-, Lesben- und Schwulenbewegung. > https://twitter.com/rosawinkelFR

 

Denkmäler

›Arnold Struthahn von Winkelried aus Stans‹ ist eine mythische Figur, die der Sage nach in der Schlacht von Sempach am 9. Juli 1386 Lanzen der gegnerischen habsburgischen Truppe von Herzog Leopold ergriff, in seinen Körper gerammt und dadurch seinen Mitkämpfern eine Gasse in die feindlichen Reihen geöffnet haben soll. – 1853 und 1855 wurden Wettbewerbe für ein Denkmal ausgeschrieben; 1865 wurde dann das von Lukas Ferdinand Schlöth geschaffene Denkmal eingeweiht.
Literatur zu Winkelried > http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24437.php

Weber’s Volks=Kalender für 1862, Leipzig 1861, S. 64.

Ein Denkmal möchte einerseits an ein denk-würdiges Ereignis oder eine Person aus der Verangenheit erinneren und damit eine Kontinuität der Geschichte evozieren, anderseits ruft es zu einer Identifikation damit auf ("monumentum" von moneo = nicht nur "erinnern", sondern auch "auffordern, ermahnen").

Hier wird nicht nur ein militärischer Sieg gefeiert, sonder auch die Opferbereitschaft des Einen für die ganze Gemeinschaft gezeigt, die dadurch überlebt hat – und so überleben soll.

Neu aufkommende Herrscher zerstören in der Regel die Denkmäler – und damit symbolisch die sozialen Aggregate der eroberten Region (damnatio memoriae).

Ein weiteres prächtiges Beispiel: die »Walhalla« bei Regensburg.

 

※ Museum als Ausdruck einer Nation

Die nach etwa 1800 sich herausbildenden ›Nationalstaaten‹ – ein weites Feld! – wollten diese ihre Konstrukte – abgesehen durch die Verrechtlichung in Verfassungen und dergl. – auch ideell präsentieren. Eine Technik der Identitätsstiftung bestand in der Heroisierung einer gemeinsamen Geschichte, die im Museum anhand von Zeitzeugen anschaulich gemacht werden kann.

Spätestens um 1880 wurden in der Eigenossenschaft intensiv Pläne für ein Natinalmuseum erwogen. Im Land gab es immer noch Spannungen zwischen den Konfessionen, zwischen Liberalen und Konservativen , zwischen Stadt und Land; die Industiralisierung sorgte für Unmut.

Ein Museum wollte zeigen: ›Wir alle‹ waren immer schon: heroisch (vgl. die Heldenzeit von Morgarten, Sempach, der Burgunderkirege und Italienfeldzüge), freiheitsliebend, moralisch, arbeitsam, bildungsbeflissen, handwerklich und technisch innovativ, künstlerisch hochstehend; und wir stammen alle von éiner Urbevölkerung ab (von den Pfahlbauern). – Einstige Konflikte können ausgeblendet werden.

Schweizerisches Landesmuseum, Zürich. Waffenhalle. Blick in den Mittelraum mit dem grossen Zelt der Schmiedenzunft von Zürich (1642) und der Harnischsammlung (Postkarte)
Quelle > https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Waffenhalle1.jpg

Ein phantastisches Bild zur Einweihung des Landesmuseums am 25. Juni 1898 hat Fritz Boscovits (1871–1965) gezeichnet: links die Pfahlbauer, dann in Leserichtung ein schreibender Mönch und ein Maler an der Staffelei vor einem Kachelofen und einer ›mittelalterlichen‹ Rüstung, vorne liegen Zwinglis Waffen nach Kappel auf einer Bibel, rechts ein Landsknecht mit Hellebarde. (Nebelspalter 14 1898, Heft 26 > digital hier)

Architekt Gustav Gull (1858–1942) errichtete einen Bau, der ein chronologisches Ensemble von Stilen darbot, keinen ›Sammlungskasten‹, sondern ein Museum, »gerade als ob man die einzelnen Bauteile aus der traulichsten Winkeln unsere Schweizerlandes fortgetragen und hierher gesetzt hätte … Wir befinden uns gewissermaßen in einer Art von konzentierter Idealheimat … Jeder fühlt hier: hier finde ich von der Kraft meines Volkes das Eigenste, Urwüchsigste und Beste in ehrwürdigen Zeugnissen aufbewahrt« (NZZ am 25. Juni1898).

Hinweise:

https://blog.nationalmuseum.ch/2018/06/ein-rundgang-durch-das-landesmuseum-um-1900/

François de Capitani (1950–2012), Das Schweizerische Landesmuseum. Gründungsidee und wechselvolle Geschichte, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 57 (2000), S. 1–16. > http://doi.org/10.5169/seals-169577

 

Gemeine Figuren in der Heraldik

Das ist ein weites Feld. Interessant ist (a) die ›Etymologie‹ und (b) die symbolische Implikation, wobei hier insbesondere der Ausdruck einer Zusammengehörigkeit im Focus ist.

Der 1803 geschaffene Kanton St.Gallen hat – in Übernahme französischer Revolutionssymbole – als gemeine Figur ein Liktorenbündel; es hat die Bedeutung ›Einigkeit macht stark‹.

In der römischen Antike waren die ›Fasces‹ Rutenbündel aus Ulmen- oder Birkenholz, die von roten Riemen zusammengehalten wurden. Sie wurden den röm. Obermagistraten (consul, praetor) als ein Zeichen ihrer Amtsgewalt (imperium, dignitatis insignia) von Amtsdienern (lictores) vorangetragen. Loretana de Libero, Artikel »Fasces«, in: der Neue Pauly, s.v.

Wie werden sie zum Symbol politischer Einigkeit und Geschlossenheit?

Ein Fabel von Aesop (6. Jh. v. u. Z.) lautet so:

Die Söhne eines Bauern hatten ständig Streit miteinander. Obwohl der Bauer sie häufig ermahnte, schaffte er es durch Zureden nicht, dass sie ihr Verhalten änderten. Er erkannte, dass er dies nur durch eine Tat erreichen konnte, und forderte sie auf, ein Bündel von Stäben herbeizubringen. Die Söhne taten dieses. Zuerst gab er ihnen alle Stäbe gebündelt in die Hand und befahl ihnen, diese zu zerbrechen. Aber trotz größter Anstrengung waren sie dazu nicht imstande. Daraufhin löste er das Bündel auf und gab ihnen die Stäbe einzeln. Als sie diese dann ohne weiteres zerbrachen, sagte er zu seinen Söhnen: »Genauso wird es aber auch euch ergehen, meine Söhne: Wenn ihr euch vertragt, werden euch eure Feinde nicht bezwingen können. Wenn ihr euch aber weiter streitet, werdet ihr leicht zu bezwingen sein.« Die Geschichte veranschaulicht: Je sorgfältiger man den Streit vermeidet, desto stärker ist die Eintracht.
(Nummer 53 in der Zählung bei Perry)
> https://www.webergarn.de/fabeln/fabel.html#Die_Soehne_des_Bauern_im_Streit

Plutarch (um 45 bis um 125), Moralia, Apophtegmata, 2.8.17 erzählt die Geschichte von Scilurus, hier in einer frühneuhochdeutschen Übersetzung:

Scyulurus Scytha. Eynigkeit beuestiget alle ding/ zwytracht aber krenckt/ vnd schwechert.
Syclurus hatt atzchig kinder/ die knaben waren/ vnd wie er yetzt sterben solt/ reychet er eim yeden in sonderheit ein bündtlin mit flytsch pfeilen/ vnd hyessz yn zerbrechen. Keiner vnder ynen wolt es thuon/ darumb/ das sye es alle für vnmüglich ansah[en]. Da zoge der vatter einen nach dem anderen här auß/ vnd zerbrach sye lyederlich
[= ohne Mühe] alle/ ermanet seine sün mit disen worten. So ir werdt eyns sein/ so bleibt ir starck vnnd unüberwunden. widerumb/ wo ir eüch durch zweytracht vnnd vneiynigkeit von einander thuon/ so werdet ir schwach sein/ vnd lyderlich [hier eher: leichtsinnig] zuo gewynnen. Der Scytha hett ynen sein ermanung nit bassz mögen vff Scytisch für augen legen.

Plutarchi von Cheronea vnnd anderer kurtzweise vnd höfliche Sprüch. Darausß ein yeder Leßer zugleich lust vn nutz schöpffen mag in hohen auch sittlichen tugenden sich zu regieren vß vorbildung der Alten. Neulich durch Heinrich von Eppendorff vß dem Latin in Teutsch verdollmetscht. Zu Strasszburg bey Hans Schotten, Anno M.D.XXXIIII; Vignette vom Buchtitel; Text: pag. cclxxx.

Die Geschichte wird erzählt von Peter Lauremberg, Acerra Philologica (zuerst Rostock  1633, dann viele Neuauflagen) I,83 > http://www.zeno.org/nid/20005234603

Bereits vor der Französischen Revolution wird diese Geschichte für die Demonstration der Einigkeit des Staatswesens verwendet:

Der Tugend und Kunstliebenden Jugend in Zürich ab der Burgerlichen Bibliotec verehrt, am Neüwen Jahrs tag 1682; Kupfer von Conrad Meyer (1618–1689). Außen die Wappen der 13-örtigen Eidgenossenschaft zu einer Kette zusammengeschmiedet. Das Kräntzlein der Freÿheit zuoberst wird von der Hand Gottes gehalten.

Das Liktorenbündel wird von Ikonographen als Allegorie für die Concordia angeboten:

Iconologie tirée de divers auteurs. Ouvrage utile aux gens de lettres, aux poëtes, aux artistes, & généralement à tous les amateurs des beaux-arts. Par J.B. [Jean-Baptiste] Boudard, Vienne: Jean-Thomas de Trattner 1766.

So erscheint das Motiv z.Bsp. auf den Deckenstukkaturen im ›Dritten Steinpalast‹ der Familie Zellweger (erbaut 1760–1763) am Landsgemeindeplatz in Trogen AR (Fotos P.M.):

 

Corporate Design

••• Firmen, die sehr ähnliche Produkte herstellen (Waschmittel, Zahnpasta, Sportschuhe), stehen unter einem enormen Druck, sich zu vermarkten. Hier dient die Darstellung des Aggregats also nicht der Identitäts-Bildung, sondern im Gegensatz: der Abgrenzung.

Zur leicht wiedererkennbaren Präsentation (Corporate Design, Erscheinungsbild) wurden im Laufe des 20.Jhs. diverse optische Mittel entwickelt.

• Das Logo

Dieses kann ein stilisiertes veristisches Bild sein (das Krokodil der LACOSTE, die Muschel von SHELL, der Pinguin von PENGUIN BOOKS)

oder ein Pictogramm wie von BRITISH RAIL https://en.wikipedia.org/wiki/British_Rail

• Eine bestimmte Form der Verpackung; berühmt sind die Flaschen von ODOL oder WC-ENTE oder COCA-COLA.

• Eine einprägsame Typographie des Markennamens: COCA-COLA oder hier der Schriftzug, den Elektroingenieur und Designer Hans Hilfiker 1958 der Elektro-Firma THERMA gab:

••• Es fragt sich sodann, woher die Idee zu diesen Logos jeweils kommt.

• Dass engl. ›shell‹ eine Muschel bedeutet, ist klar, aber woher hat das Mineralöl-Unternehmen Royal Dutch SHELL diesen Namen und dann dieses Logo?

• Woher kommt der Swoosh der Sportartikelfirma NIKE?

• Einleuchtend ist die Herkunft der Armbrust, die 1931 von der »Zentralstelle für das Schweizerische Ursprungszeichen« kreiert wurde:

Hinweise dazu:
> http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D48949.php
> https://www.emuseum.ch/objects/85506/schweizerware
> Anne Pastori Zumbach, «Sous le signe de l’arbalète – la Marque suisse d’origine», in Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 58 (2001 / Heft 3), S.217–228. (online)

 

›Das Soziale als Gefäß‹ – Gedanken zur Töpferei des Neolithikums. Dazu spricht am 21. September Andreas Hebestreit.

Nicht immer erweist sich das als unmittelbar plausibel Erscheinende auch als das Zutreffende. So schien es etwa lange Zeit plausibel, dass die so genannte Neolithische Revolution, also die Erfindung des Getreideanbaus parallel mit der Erfindung keramischer Gefäße verlief. Schließlich muss man Getreidekörner einweichen oder kochen, um sie genießbar zu machen. Inzwischen wissen wir es aber besser: Es hat durchaus Ackerbau gegeben ohne keramische Gefäße. Und es gab keramische Gefäße ohne Ackerbau. Wenn es aber keramische Gefäße ohne Ackerbau gab, welche Funktion hatten dann diese Gefäße?— Hier ist sich die Archäologie weitgehend einig: Es war eine symbolische Funktion. Fragt sich nur, was mit dieser Symbolik kommuniziert werden sollte. — Wenn man grundsätzlich davon ausgeht, dass jedes Symbol immer auch etwas über seine Verwender besagt, dann können die verschiedenen repräsentativen Gefäßformen des Neolithikums und der beginnenden Bronzezeit keine Zufallsresultate sein. Hier muss eine umsichtige Formanalyse ansetzen.

Die soziale Einhheit als organischer Körper imaginiert

Im Jahr 494 v.u.Z. führte der Ständekampf zwischen den Patriziern und den (›unterprivilegierten‹) Plebejern zur sogenannten ersten secessio plebis: Aufständische Plebejer verschanzen sich auf einem Berg (dem mons sacer) ausserhalb der Stadt, verhalten sich aber mehrere Tage lang ruhig. In der Stadt ist die Lage gespannt, weil sich die von den Ihrigen zurückgelassenen Plebejer vor den Patriziern fürchten und diese sich vor jenen. Wie lange werden die Sezessionisten ruhig bleiben? Was, wenn ein aussenpolitischer Krieg ausbricht? Man erkennt, dass nur Einigkeit der Bürger die Stärke Roms ausmacht. Menenius Agrippa wird als Sprecher gesandt. Er wird ins Lager eingelassen und erzählt das Gleichnis vom Magen und den Gliedern (Quelle: Livius, ab urbe condita II, 32):

tempore quo in homine non ut nunc omnia in unum consentiant, sed singulis membris suum cuique consilium, suus sermo fuerit, indignatas reliquas partes sua cura, suo labore ac ministerio uentri omnia quaeri, uentrem in medio quietum nihil aliud quam datis uoluptatibus frui; conspirasse inde ne manus ad os cibum ferrent, nec os acciperet datum, nec dentes quae acciperent conficerent. Hac ira, dum uentrem fame domare uellent, ipsa una membra totumque corpus ad extremam tabem uenisse. Inde apparuisse uentris quoque haud segne ministerium esse, nec magis ali quam alere eum, reddentem in omnes corporis partes hunc quo uiuimus uigemusque, diuisum pariter in uenas maturum confecto cibo sanguinem.

Zur der Zeit, da im Menschen noch nicht wie jetzt alles in eins zusammenstimmte, sondern jedes einzelne Glied seinen eigenen Willen, seine eigene Sprache hatte, zürnten die übrigen Glieder darüber, dass ihre Sorge, ihre Arbeit und Dienstleistung dem Magen alles herbeischafte, indes der Magen, ruhig in der Mitte, nichts weiter tue, als dass er die dargebotenen Genüsse sich behagen lasse. Sie hatten sich hierauf verschworen, die Hände sollten keine Speise zum Munde führen, der Mund keine dargebotene annehmen, die Zähne keine zerkauen. Indem sie in solchem Zorne den Magen durch Hungere bändigen wollten, wurden zugleich die Glieder selbst und der ganze Körper völlig abgezehrt. Da zeigte sich, dass auch der Magen, nicht müßig, seine Dienste leistet, und sowohl nährt, als auch genährt wird, indem er das durch die Verdauung der Speisen zubereitete, Leben und Kraft gebende Blut in den Adern gleichmäßig verteilt und in alle Teile des Leibes zurückgibt.

Menenius kann die Gemüter der Menge umstimmen:

Comparando hinc, quam intestina corporis seditio similis esset irae plebis in patres, flexisse mentes hominum

Da überzeugte er die Leute, indem er verglich, wie der Aufstand der Eingeweide im Körper dem Zorn des Volks gegen die Väter ähnlich sei.

Die Plebejer kehren zurück, nachdem die Patrizier ihnen das Zugeständnis gemacht haben, ihnen künftig über die Volkstribunen Gehör zu verleihen.

Vgl. auch 1. Korintherbrief 12,12ff.

Literatur dazu: Dietmar Peil, Der Streit der Glieder mit dem Magen, (Mikrokosmos 16), Frankfurt/M. 1985.

 

Ritualität als symbolische Darstellungen von Standesunterschieden im feudal chinesischen Adel. Dazu spricht am 21. September Marc Winter. Abstract folgt.

 

※ Ein Narrativ (evtl. gefasst in einer typischen Szene) evoziert einen Ursprung der Gemeinschaft

›Narrativ‹ wird hier verstanden als eine sinnstiftende (in einem Kulturkreis oder einer gesellschaftlichen Gruppe Orientierung vermittelnde) Erzählung.

• Die drei auf dem Rütli schwörenden Eidgenossen (vor der Stadtvedute Zürichs). Buchtitel von Johann Meyer (1655–1712)

Eidtgnössische Geschicht-Beschreibung, das ist, Kurtzer Begriff aller in den loblichen XIII. und zugewandten Orthen der Eidtgnossschafft, wie auch dero nächst angrentzenden Landen, sintdem Anfang des helvetischen Namens biss auf das lauffende 1690. Jahr, vorgangener Sachen, mit möglichstem Fleiss und Unpartheylichkeit aus einer grossen Anzahl getruckter und geschribener Authorum, wie auch den Actis Publicis selbs zusammen getragen / durch Johann Heinrich Rahn, Zürich/ getruckt und verlegt in der Simmlerischen Truckerey 1690.

Das ganze Titelblatt hier > http://doi.org/10.3931/e-rara-14075

• Nach dem Sputnikschock 1957 und dem ersten bemannten Raumflug von Juri Gagarin 1961 nehmen sich die Amerikaner vor, bis zu Ende des Jahrzehnts eine bemannte Mondlandung zu erreichen. Das Narrativ eines (sportlich aufgefassten!) Wettlaufs ins All sollte die eigene technische Überlegenheit beweisen, um die Überlegenheit des eigenen Gesellschaftssystems aufzuzeigen. Vgl. den guten Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Wettlauf_ins_All

 

※ Körperhaltung, Gebärde als Ausdruck. Wer sitzt / wer steht?

Römische History vß T. Liuio. Straßburg: J. Grüninger 1507; fol. CLXIIIr

Kaiser Maximilian I. (u.a.), Die geuerlicheiten vnd einsteils der geschichten des loblichen streytparen vnd hochberümbten helds vnd Ritters herr Tewrdannckhs, Nürnberg 1517.
> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00013106/image_17

Des Hochberümptesten Geschicht schreybers Justini warhafftige Hystorien/ die er auß Trogo Pompeio gezogen: … Die Hieronymus Bonder auß dem Latein inn diß volgend Teütsch vertolmetscht hat/ welche nit allein zuo lesen lustig/ sondern einem yeden menschen zuo wyssen nutzlich vnd not ist. … Gedruckt zuo Augspurg durch Heynrich Steyner M.D.XXXI.

Heydenweldt vnd irer Götter anfängklicher vrsprung, durch was verwähnungen denselben etwas vermeynder macht zugemessen, vmb dero willen sie von den alten verehret worden, pp. pp. auß vieler glerten thewrn männer schrifften,… zusamen getragen. … Durch Johann Herold beschriben vnd ins teütsch zuosammen gepracht, Basel: Henrich Petri, 1554 — Darin: Diodori des Siciliers / vnd berümptesten Geschicht schreybers/ vonn angfang der Weldt biß zuo jrer bewonung/ vnd rhuomreichen herrschunge fürgefallener geschichten; pag. lxv.

Dazu:

Hans-Werner Goetz, Der ›rechte‹ Sitz. Die Symbolik von Rang und Herrschaft im Hohen Mittelalter im Spiegel der Sitzordnung, in: Symbole des Alltags – Alltag der Symbole. Festschrift Harry Kühnel, Graz: ADVA 1992, S. 11–47.

Wolfgang Schild, Die Sitzhaltung des griesgrimmigen Löwen als Richtersymbol in: Symbole im Dienste der Darstellung von Identität, (Schriften zur Symbolforschung, Band 12,) Verlag Peter Lang, Bern 2000 S.145ff.

Druckermarken, Verlagssignete der frühen Neuzeit

Druckermarke von Erhard Ratdolt (1490)
> http://www.symbolforschung.ch/buchdruckerzeichen.html#Ratdolt

Die Buchdruckermarken / Verlegersignete funktionieren zum Teil als ›Brand‹ wie die Markenzeichen heutiger Sportartikelhersteller.

Mit Buchdruckermarken, die lateinische, griechische und hebräische Inschriften tragen und/oder Kenntnisse der antiken Mythologie voraussetzen, insinuieren die Drucker/Verleger, dass sie zur kulturellen Elite gehören; damit werden auch die Käufer (und allenfalls Leser) der Bücher vereinnahmt.

Die Logos heutiger Sportartikelhersteller, mit denen sich die Firmen abgrenzen wollen, sind dagegen etwas einfacher geartet.

Feste

Festen wird – neben vielen anderen Funktionen – eine identitätsstiftende Funktion zugesprochen. »Als Vordenker von die Festformen einer republikan., demokrat. und bürgerl. Gesellschaft gilt Jean-Jacques Rousseau, der Volksfeste unter freiem Himmel in Gegensatz zum geschlossenen Theater stellte, das er als Ausdruck einer aristokrat. Geisteshaltung kritisierte.« (Walter Leimgruber, Artikel »Feste« im Historischen Lexikon der Schweiz > http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17447.php)

Franz Josef Stalder (1757–1833), Beyträge zur Geschichte der Gymnastick der Schweizer. Eine Vorlesung, gehalten in der helvetischen Gesellschaft in Aarau am 11. May 1796; in: ders., Fragmente über Entlebuch, nebst einigen Beylagen allgemein schweizerischen Inhalts. Zürich: bey Orell, Gessner, Füssli und Comp. Zweyter Theil, 1798, S. 183–354.
> https://www.e-rara.ch/zut/content/pageview/3026428

Umzüge

Umzüge (z. Bsp. am 1. Mai) wollen Gemeinschaft stiften.

 

Erzählungen/Mythen einer älteren, derzeit noch mächtigen Kultur werden von einer ausscherenden jüngeren Kulturgemeinschaft so umgeformt, damit sie sich abgrenzen kann, aber dennoch nicht ausgeschlossen wird. (Technik der ›Typologie‹ im jungen Christentum, vgl. provisorisch hier)

Wie Jona im Bauche des Fisches war, drei Tage und drei Nächte, so wird der Menschensohn im Herzen der Erde sein, drei Tage und drei Nächte. (Matthäus 12,40 — vgl. Jona 2,1)

Nationalhymnen und dergleichen aus Melodie und Text zusammengesetzte Einheiten sind ein prägnanter, gut erkennbarer Ausdruck eines sozialen Körpers. Von anderen Gruppen werden sie wegen der Sozietät, die sie symbolisieren sollen, verrufen, schlecht beleumundet, politisch verachtenswürdig. Zwei Beispiele hierfür:

https://de.wikipedia.org/wiki/Badonviller-Marsch

https://de.wikipedia.org/wiki/Horst-Wessel-Lied

Unanstößig dagegen ist der Ohrwurm des Zürcher Frühlingsfestes: https://www.sechselaeuten.ch/zuenfte/#zunftmusik

»Bi üüs sȅȅt mɘ ›Pschötti‹.« – Dialekte als Ausdruck einer Gruppenzugehörigkeit

Helen Christen / Elvira Glaser / Matthias Friedli, Kleiner Sprachatlas der deutschen Schweiz, Frauenfeld: Huber 2010.

Stefan Sonderegger / Thomas Gadmer, Appenzeller Sprachbuch. Der Appenzeller Dialekt in seiner Vielfalt. Appenzell-Herisau 1999.

> https://www.idiotikon.ch/literatur/dialektwoerterbuecher

Idiome zur Identitätspräsentation einer sozialen Gruppe

  • 1947 erschien das Buch LTI (Lingua Tertii Imperii) von Viktor Klemperer (1881–1960), das die Beeinflussung der Bürger durch das Idiom der NS-Herrscher beschrieb.
    > https://de.wikipedia.org/wiki/LTI_-_Notizbuch_eines_Philologen

  • Forschungen zum totalitären Sprachduktus hat Daniel Weiss (Universität Zürich) erarbeitet.
    > https://www.linguistik.uzh.ch/de/about/assoziiertemitglieder/weiss.html

  • Studentensprache: Pechvogel, Kater, Backfisch, gut bemoost, Pfiffikus, aufmutzen, pauken,aufgedonnert, mogeln, jdn. anpumpen, jdm. etw. abknöpfen, klammheimich; vgl. den guten Artikel mit weiterführenden Hinweisen > https://de.wikipedia.org/wiki/Burschensprache

  • Das Bürgertum im Deutschen Reich versuchte im 19. Jahrhundert, sich gegen die Adelskaste abzugrenzen. Politisch (Wahl- und Stimmrecht u.a.) gelang dies nur allmählich; aber durch Bildung, insbesondere dann auch Bildung des Geschmacks, einer Gefühlskultur konnte ein demokratisch verstandener sozialer Körper entwickelt werden. Ssichtbar ist das mitunter in Artikeln des Damen-Conversations-Lexikons: Damen-Conversations-Lexikon, Herausgegeben im Verein mit Gelehrten und Schriftstellerinnen von Carl Herloßsohn (1804–1849), Altdorf: Verlags-Bureau, 1834–38. 10 Bände; 2. unveränderte Auflage 1846.
    Ganz digitalisert auf > http://www.zeno.org/damenconvlex-1834
    • Das folgende Beispiel zeigt, wie die Artikel des Lexikons die Leserinnen sich ausdrücken lehren: Abendröthe, die schönste Erscheinung am Himmel. Wenn leichte oder schwerere Wolken sich in der Gegend des Sonnenunterganges befinden, doch so, daß sie die Sonne nicht verdecken, bemerkt man, daß dieselben auf das Prächtigste mit goldenen, feuerglänzenden, mit silbernen, mit röthlichen Rändern eingefaßt sind, und daß der ganze Abendhimmel mehr oder minder in den schönsten Purpur gekleidet ist. Dieser wunderschöne Anblick wiederholt sich beiahe in noch größerer Pracht am Morgen als Morgenröthe […]
    • Hier ein Beispiel, bei dem Nationalstereotype skzziert werden: England (Frauen). Die Engländerin ist eben so wenig mit der Deutschen, wie mit der Französin gleich zu stellen. – Engländerinnen waren es, die ihren Gatten auf beschwerlichen Kriegszügen, Seefahrten und Entdeckungsreisen folgten, die Schwächen ihres Geschlechts verläugneten und so den Männern aller Nationen Bewunderung abtrotzten. In Deutschland herrscht das Gemüth und die Grazie, in Frankreich die Grazie und die Leidenschaftlichkeit, in England die Grazie und der Muth mit dem Ernste bei dem schönen Geschlechte vor. – Der Lebensernst verbannt die Schwärmerei und Empfindsamkeit, aber auch die hingebende Innigkeit der Leidenschaft; die Liebe ist Pflicht, Gehorsam moralische Schuldigkeit, eine Unterordnung voll Zärtlichkeit und dennoch voll weiblicher Selbstständigkeit. Die englische Frau imponirt; man achtet sie erst, ehe man sie liebt, und wenn man sie liebt, lernt man sie verehren. […] Der Französin erscheint die Engländerin zu kalt und ernst, der Deutschen zu männlich; der Engländerin erscheint die Deutsche zu weibisch und schwärmerisch, die Französin zu frivol.

Fahnen

Vergil, Beginn des 9. Buchs der »Aeneis«: Die Aeneas nicht wohlgesonnene Göttin Juno schickt Iris als Botin, um Turnus (den Herrscher von Latium, wo Aeneas gelandet ist) gegen Aeneas zum Kampf anzustacheln. Iris sagt unter anderem, Aeneas habe eine Schar von Bauern zum Kampf beigezogen. Der von Sebastian Brant inspirierte Graphiker zeigt diese Bauern mit der Bundschuh-Fahne:

Publij Virgilij maronis opera […] expolitissimisque figuris atque imaginibus nuper per Sebastianum Brant superadditis, Straßburg Grieninger 1502, Fol. CCCXXIX verso (Ausschnitt; Einfärbung nicht im Original; die Nixen und das brennende Schiff gehören zu einer anderen Szene. Warum hat Turnus drei junge Enten oder Gänse oder Schwäne im Wappen?)

Von dem haß vnd neid des gemeinen mans. – Der prunkvoll gekleidete Ritter wird von mit Äxten und Gabeln bewaffneten Bauern bedrängt, die eine Fahne mit dem Bundschuh mit sich führen. Aus: Trostspiegel in Glück vnd Vnglück. Francisci Petrarche, des Hochberümpten, Fürtrefflichen, vn[d] hochweisen Poeten vnd Oratorn, zwey Trostbücher, Von Artznei vnd Rath, beydes in gutem vnd widerwertigem Glück …, Franckfort am Meyn: Egenolff 1572; 2.Buch, Kapitel 34 (Erster Druck Augsburg 1532).

Der Bundschuh, Fußbekleidung des armen Mannes, steht Kontrast zu den mit Sporen ausgerüsteten Stiefeln der Ritter. Das Zeichen für eine soziale Erhebung erscheint in der Mitte des 15. Jahrhunderts in der Gegend des Oberrheins. Eine früheVerschwörung von Schlettstadt im Elsaß wurde 1493 im Elsaß niedergeschlagen, doch das Symbol überlebte.

Das Wort wird für den sozialen Körper verwendet:

An dem allem haben sie sich … zu dem ungehorsamen purenhufen und ir uncristenliche bundschuische artigkel gewsorn (1526; Franz, Aktenband # 81)

… und wölen keins hern eigen sin und ales, das der buntschuo inhaltent, das wen sie üch tuon (1525; Franz, Aktenband # 104)

Hinweis: Günther Franz, Der deutsche Bauernkrieg, 4. Aufl. Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 1956, S. 53–91. — Günther Franz, Der deutsche Bauernkrieg, Aktenband, Berlin 1935.

Gesellschaftlicher Status von Kleidung > Kleidersymbolik

Während der Herrschaft von Ludwig XIV. hatten nur adlige Männer das Recht auf Schuhe mit roten Absätzen (Quelle?)
Links: Louis XIV und seine Familie, 1708, Nicolas de Largillière zugeschrieben (Ausschnitt)
Rechts: Auschnitt aus dem Portrait von Hyacinthe Rigaud (1701.)

Die Kleidung »sans culottes«: ohne Kniebundhosen der Adligen, sondern mit Hosen, die zu körperlicher Arbeit taugen, wurde zur Bezeichnung für eine Gruppe von Revolutionären am Ende des 18.Jhs. in Frankreich. > https://fr.wikipedia.org/wiki/Sans-culottes

 

Karikaturen vermögen ein Bild eines unliebsamen sozialen Körpers zu entwerfen.

Grandville (1803–1847) karikiert den Typus des Bourgeois so:

Scènes De La Vie Privée Et Publique Des Animaux. Études De Mœurs Contemporaines, […] Vignettes Par Grandville, Paris: J. Hetzel Et Paulin, Éditeurs 1867 [EA 1842], p. 285.

Mit dem genialen Thesaurus von http://www.simplicissimus.info/index.php?id=8 findet man unter "Chiffren für Nationen und Gruppen" oder "Mentalitätskritik / Gesellschaftsklischee" und dort weiter solche Karikaturen wie hier eine der neureichen Clique:

Eduard Thöny (1866–1950) in SIMPLICISSIMUS, 1. Jahrgang (1897), Heft 40, Seite 8.

Hier sind vor allem auch die Karikaturen der ›herrschenden Klasse‹ von George Grosz (1893–1959) zu nennen.

> https://museen.heilbronn.de/museum/sonderausstellungen/rueckblick/kunst/grosz/

 

Architektur, die für symbolisch gehalten wird, kann auch zur Ausgrenzung unbeliebter sozialer Aggeregate dienen. In der Volksabstimmung vom 29. November 2009 haben die Schweizer Stimmbürger [schändlicherweise PM] angenommen, in die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft aufzunehmen: »Der Bau von Minaretten ist verboten« (BV Artikel 72, Ziffer 3). Hier (zum Anklicken) das Plakat der den Artikel befürwortenden politischen Partei.

 

 

 

 

 

Weitere Hinweise

Verschiedene Artikel in: Handbuch der politischen Ikonographie, hg. Uwe Fleckner / Martin Warnke / Hendrik Ziegler, München: Beck 2001. – z.B. "Bildnis, theomorphes" – "Denkmal" – "Stände" – "Opposition" – u.a.m.

Hermann Fillitz, Die Insignien und Kleinodien des Heiligen Römischen Reiches, Wien: Schroll 1954.

René König, Macht und Reiz der Mode: Verständnisvolle Betrachtungen eines Soziologen, Düsseldorf: Econ Verlag 1971.

Percy Ernst Schramm, Herrschaftszeichen und Staatssymbolik. Beiträge zu ihrer Geschichte vom dritten bis zum sechzehnten Jahrhundert (= Schriften der Monumenta Germaniae Historica. Bd. 13, 1–3). Mit Beiträgen anderer Verfasser. 3 Bände. Stuttgart: Hiersemann 1954–1956.

Karl-Bernhard Knappe, Repräsentation und Herrschaftszeichen. Zur Herrscherdarstellung in der vorhöfischen Epik, (Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung 17), München 1974.

Martin Warnke, Bau und Überbau. Soziologie der mittelalterlichen Architektur nach den Schriftquellen, Frankfurt am Main: Syndikat 1976.

Pierre Bourdieu, La distinction. Critique sociale du jugement, Paris: Editions de Minuit 1979; dt. Übersetzung: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1982.

Dietmar Peil, Untersuchungen zur Staats- und Herrschaftsmetaphorik in literarischen Zeugnissen von der Antike bis zur Gegenwart (Münstersche Mittelalter-Schriften 50), München: Fink 1983.

David Cannadine and Simon Price (Eds.), Rituals of royalty. Power and ceremonial in traditional societies, Cambridge: Cambridge University Press 1987.

Angelika Linke, Sprachkultur und Bürgertum, Stuttgart/Weimar: Metzler 1996.

Hagen Keller, Ritual, Symbolik und Visualisierung in der Kultur des ottonischen Reiches, in: Frühmittelalterliche Studien 35 (2001), 23–59.

Gerd Althoff, Die Macht der Rituale – Symbolik und Herrschaft im Mittelalter, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2003.

Marian Füssel / Thomas Weller (Hgg.): Ordnung und Distinktion. Praktiken sozialer Representation in der ständischen Gesellschaft, Münster: Rhema 2005

Torsten Voß, Körper, Uniformen und Offiziere: Soldatische Männlichkeiten in der Literatur von Grimmelshausen und J.M.R. Lenz bis Ernst Jünger und Hermann Broch, transcript Verlag 2016.

Stefanie Leibetseder / Esther P. Wipfler, Artikel "Trophäe", in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte [2017] > http://www.rdklabor.de/w/?oldid=98180

Ruth Wodak, Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse, Wien/Hamburg: Edition Konturen 2016. > http://www.konturen.cc/ruth-wodak-politik-mit-der-angst.html

Philipp Batelka (Hg.), Der diplomatische Körper. frühzeitliche Diplomatie als Körperpolitik, Frühneuzeit-Info Jahrgang 29 (2018).

Interessante Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichskleinodien

Treu-Eid > http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D10348.php

wird laufend ergänzt