Metamorphosen

 

Ausgangspunkt waren die Gestaltungen der Kompositwesen; vgl.

»Spinnenfuß & Krötenbauch. Genese und Symbolik von Kompositwesen«
Schriften zur Symbolforschung, hg. von Paul Michel, Band 16, 472 Seiten mit 291 schwarz-weißen Abbildungen, PANO Verlag, Zürich 2013.

Jetzt wird dieses Kapitel erweitert ...

 

Die durch Kirke in Tiere verwandelten Gefährten des Odysseus

Homer: Nach dem Trojanischen Krieg strebt Odysseus (im Lateinischen heisst er Ulixes oder Ulysses) nach Hause zu seiner Frau Peneleope, wird aber von dem ihm zürnenden Meeresgott Poseidon immer wieder vom Weg abgebracht. Auf dieser Irrfahrt gerät er mit seinen Gefährten auf eine Insel. Kundschafter werden ausgeschickt. Auf der Insel begegnen ihnen zahme Wölfe und Löwen; sie werden von einem lieblichen Gesang angelockt, der aus dem Palast ertönt, dem sie folgen und so zur Herrscherin Kirke gelangen. Einzig Eurylochos bleibt, misstrauisch, zurück. Die von Göttern abstammende, schöne Kirke bewirtet die Gäste, doch mischt sie böse Kräuter in den Trank. Dann berührt sie die Männer mit einer Gerte und verwandelt sie: Sie bekommen die Gestalt und Stimme von Schweinen, aber ihr Verstand bleibt menschlich. – Das erzählt Homer in der »Odyssee«, 10.Gesang, Verse 233ff.

Eine der wenigen aus der Spätantike überlieferten Darstellungen (aus dem Museo di Volterra). Der Künstler hielt sich nicht streng an den homerischen Text!

Heinrich von Brunn, I rilievi delle urne etrusche. 1, Ciclo troico, Berlin 1870,
Tafel LXXXVIII/2; Text: S 117f.

> https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10621552?page=325

Ovid hat in den »Metamorphosen« Teile der Odyssee für die latenische Lesern aufbreitet. Im 14. Buch (254ff.) lässt er einen der Gefährten, Macareus, die Circe-Geschichte erzählen. Er bescheibt, wie ihm nach der Berührung durch Circe Borsten wachsen und seine Stimme in ein Grunzen entartet, und auch wie er mithilfe Mercurs wieder zurückverwandelt wird.

Holzschnitt des Virgils Solis, aus: PVB. OVIDII NASONIS Metamorphoseon libri XV. In singulas quasque fabulas argumenta, Francofurti ad Moenum MDLXVII.

Des vortrefflichen römischen Poëtens Publii Ovidii Nasonis Metamorphoseon, Oder: Funffzehen Bücher Der Verwandlungen, Ehmalen durch den berühmten Wilhelm Bauer in Kupffer gebracht; ... – Ovidii Nasonis Metamorphosis Oder Ovidii Des Poeten Wvnderliche Verendervng Verschidener Gestalden / An Tag Gegeben Vnd Verlegt Dvrch Melchioren Kysell, Avgspvrg: Kysell, 1681 (Ausschnitt)

Circe erscheint auch unter den berühmten Frauen in Govanni Boccaccios (1313–1375) Buch »De claris muleribus«. Er deutet die  antike Geschichte so: In Wirklichkeit soll es sich um eine starke Frau gehandelt haben, die bestrebt war zu bekommen, was sie wollte. Der Übersetzer Heinrich Steinhöwel schmückt den Text in seinem holprigen Frühneuhochdeutsch 1473 aus: Jeder ihrer Verehrer habe Hoffnung gehabt, sie zu erwerben,

doch stuond allweg ihr gemüet sie am narren sail fieren/ vnd zuobehalten des leibs rainigkeit/ darumb das sy gedacht jre liebhaber mit geboten von ir zuosneden/ das sye nit vberwunden wurde. Verschafft darauff etlich auf das meer zuofaren vnd zuorauben/ deiselben hilet man als ob sie weren inn wölff verendert/ […] Etlich gebot sy Ritterschafft vmb jren willen zuopflegen/ die nun fraidiger vund stercker sich erzaigten wann jn jr eigne natur gegeben het/ darumb sy in Löwen verwandlet gesagt wurden. Den andern gebot sye bey ir zuowonen […] darumb sy in schwein verwandlet gesagt wurden/ wann sy zuo allen zeiten in vberflüssiger wollust trabtenn als die schwein. […] O leser vnd hörer diser geschicht/ vermerckt wieuil noch sollicher Circes vnd zauberin uaff erden sein […]. (zitiert nach der genannten Ausgabe von 1543)

 

Ein Schöne Cronica oder Hystori bůch / von den fürnämlichsten Weybern so von Adams Zeyten an geweszt […]  Erstlich Durch Joannem Boccatium in Latein beschriben / Nachmaln durch Doctorem Henricum Steinhöwel in das Teütsch gebracht […] Mit schönen Figuren durch auß geziert / Gantz nutzlich / lustig vnd kurtweilig zů lesen. Gedruckt zu Augspurg / durch Hainrich Stayner / anno M.D.XXXXIII; fol. xxxi recto. – Text auch in: Giovanni Boccaccio, De claris mulieribus = Die großen Frauen. Lateinisch / deutsch. Ausgewählt, übersetzt und kommentiert von Irene Erfen und Peter Schmitt, Stuttgart: Reclam 1995 (Universal-Bibliothek 9341).

Literatruhinweis

Edmund Wilhelm Braun, Artikel "Circe", in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. III (1953), Sp. 777–788 > http://www.rdklabor.de/w/?oldid=95613 

Ovid, Metamorphosen

Ovid (geboren 43 v.u.Z.; gest. etwa 17/18 u.Z.) hat die Geschichten nicht erfunden, sondern er entnahm sie – umfassend gebildet und belesen wie er war – der Tradition, wandelte sie aber um. Man fragt sich, wieso Ovid sich diesen Stoffen zuwandte, der bis dahin mit seinen Liebeselegien, seiner »Liebeskunst«, seinen Liebesbriefen bekannt geworden war. Es geht ihm gar nicht so ums Mythische; es reizen ihn andere Dinge. Die Geschichten sind zunächst einmal voll poetischer Phantastik. Sodann bieten sie Gelegenheit, psychologische Studien zu treiben, die Seelenregungen der Helden und vor allem Heldinnen auszumalen, wenn sie etwas Katastrophales oder innige Liebeswonnen erleben, oder diese in ihren Monologen selbst aussprechen zu lassen; schmachtende Liebesklagen. Und schließlich ist es auch dichterisch reizvoll, den Verwandlungsprozess – wie ein Mann zu einem Hirsch wird oder eine Frau zu einem Baum – zu schildern. 

Anlass für eine Verwandlung kann der Wunsch einer bedrängten Person sein (Daphne, Myrrha) oder eine Strafe für einen Frevel (Niobe, Arachne). Das globale Thema ist die Macht des Eros, die durchaus auch Götter zur Vergewaltigung von Menschenfrauen treibt. 

In den biblischen Erzählungen oder den christlichen Legenden kommt kaum je ein psychologisches oder gar erotisches Moment vor; das musste man aus der heidnischen Literatur importieren. Ovid eignete sich vorzüglich, auch weil er keine tiefgründigen metaphysischen Gedenken wälzt, die mit dem christlichen Weltbild hätten in Konflikt kommen können.

   Daphne

Die Szene der von Apoll verfolgten und sich in einen Lorbeerbaum verwandelnden Daphne wurde häufig dargestellt. Am bekanntesten ist wohl die Skulptur von Gian Lorenzo Bernini (1598–1680). Hier ein Kupferstich aus einer Folge von Ovid-Ilustrationen von Johann Wilhelm Baur (oder Bauer, 1607–1642):

Des vortrefflichen römischen Poëtens Publii Ovidii Nasonis Metamorphoseon, Oder: Funffzehen Bücher Der Verwandlungen. Ehmalen durch den berühmten Wilhelm Bauer in Kupffer gebracht;  ... [1639/40 entstanden]; hier als Nachstich von Melchior Küsel (1626–1683), Ausschnitt.

Zusammenfassung: Nach der großen Flut beklagen Deucalion und Pyrrha die Öde. Sie säen Steine, aus denen ein neues Menschengeschlecht wird. Aus Feuchte und Wärme der Erde entstehen unzählige Arten von Lebewesen, darunter auch die Schlange Python, die von Apollon getötet wird (Metamorphosen I, 438ff.). – Wie Apollo den Cupido einen Bogen spannen sieht, prahlt er mit dieser Tat und rät ihm, sich mit der Fackel zu begnügen. Cupido wettet, dass sein Pfeil sogar den Apollo besiege. Er erörtert die Wirkung der beiden Pfeile mit der goldenen (die Liebe entzündenden) und der bleiernen (die Liebe verscheuchenden) Spitze und verschießt sie auf Apollo und Daphne; die Wirkung stellt sich sofort ein (452–474). – Das Waldleben der Nymphe Daphne wird geschildert, die alle Bewerber zurückweist und von ihrem Vater erbittet, ewig Jungfrau zu bleiben (475–485). – Apollo sieht Daphne und ist sofort von der Liebe zu ihr ergriffen. Er täuscht sich hinsichtlich seiner eigenen Weissagungen. Es lodert Feuer in seiner Brust (490–96). – Er preist Daphnes körperliche Schönheit (497ff.). – Er ruft der Fliehenden nach, er verfolge sie nur aus Liebe; liebend besorgt, dass sie sich wehtut, fleht er, sie möge langsamer gehen, er mäßige dann seinen Gang ebenfalls; er sei doch kein garstiger Hirt – und er gibt sich mit allen seinen kultischen Beinamen zu erkennen, und indem er sich den Schöpfer der Musik nennt. Er muss eingestehen, dass dem Gott der Medizin jetzt jedes Kräutlein fehlt (504–524). – Daphne enteilt, in der Flucht erscheint sie noch anmutiger, Apoll wird dadurch noch mehr angetrieben sie zu verfolgen (505–532). – Vergleich mit einem Hund, der einen Hasen jagt (533–543). – Der Nymphe schwinden die Kräfte, sie bittet die Erde <in anderer Fassung ihren Vater, den Flussgott Penëus>, sie zu verwandeln (543–547). – Sofort findet die Metamorphose zum Lorbeerbaum statt, die detailliert beschrieben wird (548–552). – Apoll umschmiegt den Baum und gelobt, dass er ihm geweiht sein soll als Ehrenzeichen der Helden und Dichter (557–567).

Kommentar: Uns fasziniert das problematische Götterbild Ovids: Apoll ist gewalttätig und doch hilflos; sodann vermuten wir den Anflug eines monotheistischen Gedankens: Sogar der höchste Gott im Pantheon untersteht dem Gesetz der éinen Liebe. Ferner finden wir interessant die paradoxe, sich aufschaukelnde Situation: je mehr Daphne flieht, desto mehr verfolgt Apoll sie, desto mehr rennt sie weg usw. Sodann die Ironie, dass derjenige, der Pytho mit vielen Pfeilen niedergestreckt hat, nun selbst einem einzigen Pfeil Cupidos erliegt; dass der Seher Apoll als Verliebter blind ist; und dass der Patron der Arzneikunst sich selbst nicht heilen kann. Poetische Pointen sind: die Feuermetaphorik für Apolls Emotion – während Daphne die Hochzeitsfackeln verabscheut; die Rede des hinterherrennenden Apolls an die Fliehende, rhetorisch durchgeformt, pathetisch und doch mit geradezu abstrusen Einfällen (renn nicht so schnell, ich gehe dann auch langsamer); Apolls mondäne Ausdrucksweise (wenn diese Haare erst noch frisiert würden! 498); das Jagd-Gleichnis als Ausdruck von Angst und Hoffnung; die Erotik bei der Darstellung der Daphne (die Dornen zerkratzen ihr die Schenkel); der Kontrast zwischen dem Preis von Daphnes nackten Armen, Händen Fingern und deren Verwandlung ins Pflanzenhafte; stilistische Details, wie dass der coup de foudre mit einem Zweiwortsatz beschrieben wird: Phoebus amat. 

Richard Strauß, Daphne – Bukolische Tragödie in einem Aufzug (Opus 82); Libretto von Joseph O. Theodor, Uraufführung 1938
> https://opera-guide.ch/operas/daphne/libretto/de/

[Der Schluss:]
DAPHNE
Ich komme – ich komme –
Grünende Brüder… ,
Süss durchströmt mich
Der Erde Saft!
Dir entgegen –
In Blättern und Zweigen –
Keuschestes Licht !
Daphne unsichtbar, an ihrer Stelle erhebt sich der Baum

STIMME DER DAPHNE
Apollo! Bruder!
Nimm… mein ... Gezweige .
Wind. ... Wind.
Spiele mit mir!
Selige Vögel,
Wohnet in mir ...
Menschen ... Freunde ...
Nehmt mich ... als Zeichen
Unsterblicher Liebe ...

Mondlicht hat sich über den ganzen Baum gebreitet. Daphnes Stimme tönt aus seinem Geäst weiter

   Actaeon

Zusammenfassung: Sorglos durch den Wald streifend, betritt Actaeon eine Grotte, wo Diana und einige Nymphen gerade ein Bad nehmen. Unter dem Blick des Sterblichen errötet die Göttin, bespritzt Aktaion mit Wasser und ruft ihm zu: ›Nun sag, wenn Du kannst, du habest mich nackt gesehen!‹ Daraufhin wächst Aktaion ein Geweih auf der Stirn, seine Ohren werden länger und länger, Hände und Füße wandeln sich zu gespaltenen Hufen und ein geschecktes Fell bedeckt seinen Leib. Er ergreift die Flucht und als er schließlich sein Spiegelbild im Wasser erblickt, will er vor Erstaunen ausrufen, aber seine menschliche Stimme ist geschwunden, und nur ein Stöhnen entringt sich seiner Kehle. Er überlegt, was er tun soll. Noch während er sinnt, erspähen ihn seine Hunde und zerfleischen ihn.  (Ovid: Metamorphosen III, 137–252)

Holzschnitt des Virgil Solis (1514–1562), aus: PVB. OVIDII NASONIS Metamorphoseon libri XV. In singulas quasque fabulas argumenta, Francofurti ad Moenum MDLXVII. [Erstausgabe: 1563] – Man beachte die simultan dargestellte Szene hinten oben rechts: Der verwandelte Actaeon wird von seinen Hunden angefallen.

Ovid beschreibt, wie Diana dem Actaeon ein Geweih wachsen lässt, ihm den Hals in die Länge zeiht, die Hände mit Hirsch-Füßen vertauscht und ein Fell um den Leib zieht – dann lässt er den sich Verwandelnden aus subjektiver Perspektive schildern:  der Held … flieht und wundert sich, während er läuft, über die eigene Schnelligkeit. Und wie er Gesicht und Geweih im Wasser erblickt, wollte er schreiben ›Ich Armer!‹ – da gehorcht ihm die Sprache nicht, es kam ein Stöhnen, so klang jetzt seine Stimme. Tränen benetzten das Antlitz, das nicht mehr seines war; es blieb nur das vorherige Bewusstsein. (lacrimaeque per ora non sua fluxerunt; mens tantum pristina mansit.) Ein Mischwesen aus Tierleib und menschlicher Empfindung.

Ovid nennt übrigens keine Schuld Actaeons (non certis passibus errans ... sic illum fata ferebant  – planlos umherschweifend  ... so führt ihn das Schicksal; non scelus, error, ignotum errans). Offenbar führt allein schon die Tatsache, dass er eine Göttin nackt sieht, zu deren Zorn und seinem Untergang.

Mehr zu Aktäon hier sowie

Publius Ovidius Naso, Metamorphosen, lateinisch/deutsch, hg. und übersetzt von Hermann Breitenbach, (Bibliothek der Alten Welt), Zürich: Artemis 1958, 2.Aufl.1964.

Hermann Walter / Hans-Jürgen Horn, Die Rezeption der ›Metamorphosen‹ des Ovid in der Neuzeit: Der antike Mythos in Text und Bild, (Ikonographische Repertorien zur Rezeption des antiken Mythos in Europa, Buchreihe 1), Berlin: Mann 1995. 

Paul Michel, Vel dic quod Phebus significat dyabolum. Zur Ovid-Auslegung des Petrus Berchorius, in: Hans Weder / P. Michel (Hgg.), Sinnvermittlung. Studien zur Geschichte von Exegese und Hermeneutik I, Zürich und Freiburg / Br.: Pano Verlag 2000, S. 293-353.

Gerlinde Huber-Rebenich, Sabine Lütkemeyer und Hermann Walter, konographisches Repertorium zu den Metamorphosen des Ovid. Die textbegleitende Druckgraphik. Bd. 1.1: Narrative Darstellungen, Berlin: Gebr. Mann Verlag  2011.

Christel Meier-Staubach, Metamorphose und Materialisierung: Zur Ovid-Illustration des späteren Mittelalters, in: Frühmittelalterliche Studien 46, 2012, S.321–341 und Tafeln IV–XVIII.

 

Apuleius (ca. 123 bis nach 170): »Goldener Esel«

In diesem burlesken, oft pikanten, auch für heutige Leser amüsanten Roman mit dem Titel »Metamorphosen« spielt die Umwandlung des Helden eine zentrale Rolle; sie ist jedoch ganz anders verwendet als bei Ovid. Ein Ich-Erzähler namens Lucius bewegt sich in halbwegs fantatischen Milieu in Thessalien, wo die Hexerei pandemisch verbreitet ist. Weil man alles nur als rapportierte Rede erfährt, weiss man als Leser nie so recht, was als Wirklichkeit gelten soll, wo der erzählende Held sich täuscht, was als literarischer Spaß des Autors gemeint ist. – Lucius gerät in das Haus einer Zauberin namens Pamphile, in deren Zofe Photis er sich verliebt (vgl. die Schilderung ihres Stelldicheins II,16–17). Nach turbulenten Abenteuern wünscht der stets neugierige (familiaris curiositas III,14), einmal bei magischen Praktiken der Pamphile zuschauen zu dürfen. Photis richtet das ein, und Lucius kann durch einen Türspalt beobachten, wie Pamphile sich durch Einreiben einer Salbe in einen Vogel verwandetl.(III,21). Lucius bettelt der Zofe etwas Salbe ab, und sie entwednet eine Büchse. Sie hat aber die falsche Salbe erwischt, und wie Lucius sie sich  einreibt, verwandelt er sich:

Und so mit allen Kleidern herunter, gierig die Hände in die Salbe, eine ganze Menge genommen, und über und über alle Glieder meines Leibes gerieben. Schon schwinge ich zu wiederholten Malen die Arme und versuche zu fliegen. Hoch klopft mir vor Verlangen das Herz, mich nun als Vogel zu sehen. Umsonst! Nicht Flaum, nicht Federn wachsen hervor. Zu kurzen Borsten erstarren alle Haare an meinem Leibe, statt der zarten Haut umhüllt mich ein dickes derbes Fell. Die Zahl der Finger und Zehen verliert sich an jeder Hand und jedem Fuße in einem Huf, und am Ende des Rückgrats hinten streckt sich ein langer Schwanz hinunter. Unförmig wird das Gesicht und dehnt sich je mehr und mehr. Mit großem Maule, weit offenen Naslöchern und schlotternden Lippen schließt es unten. Oben recken sich ein paar lange, rauhe, spielende Ohren empor. [...] Wie ich mich nun betrachte, seh ich mit Entsetzen, daß ich statt des Vogels zu einem Esel geworden bin. Ich wollte mich bei Photis beklagen, allein mit menschlicher Stellung und Gebärde hatte ich zugleich auch die Sprache verloren. Alles, was ich tun konnte, war, daß ich mit bebender Unterlippe und nassem Blick sie von der Seite ansah und also stillschweigend ihr Vorwürfe machte. [...] So vollkommen ich auch dem Äußern nach von Lucius zu Meister Langohr geworden, so war ich doch innerlich Mensch und ganz ich selbst geblieben – Ego vero quamquam perfectus asinus et pro Lucio iumentum, sensum tamen retinebam humanum. (Übersetzung nach Agust Rode 1783).

 

Johann Sieder, Ain Schön Lieblich, auch kurtzweylig gedichte Lutij Apuleij von ainem gulden Esel, darinn geleret, wie menschliche Natur so gar blöd, schwach, und verderbet, das sy beweilen gar vihisch, unverstendig und fleischlich, on verstand dahin lebet, gleich wie Pferdt und Maul, wie David sagt, auch herwiderumb sich möge auß Gottes beystand erholen, und auß ainem Esel ein Mensch werden, Gott gefellig, auffrecht und verstendig. Lustig zulesen, mit schoenen figuren zugericht, grundtlich verdeutscht, durch Herren Johan Sieder Secretarien, weilendt des hochwürdigsten Fürsten und herren Lorentzen von Biber, Bischoffen zu Würtzburg und Hertzogen zu Franken etc.. Augsburg 1538. Digitalisat: http://www.archive.org/details/apulgedichtevoneinemguldeneselsub

Bis Lucius zwecks Rückverwandlung Rosen fressen kann, muss er viel Mühsal erdulden. Die Verwandlung in einen Esel ist zunächst ein literarischer Trick des Satirikers, dem diese Perspektive die Möglichkeit gibt, allerlei üble Machenschaften der Menschen aufzuzeigen, bei denen das unverdächtige Tier Zeuge ist und doch als Mensch reflektieren kann; insofern ist das Werk des Apuleius ein Vorläufer der Picaro-Romane des 17. Jahrhunderts. Der entbehrungsreiche Weg kann aber auch als eine Stufe bei der Initiation zum Mysterienkult der Isis verstanden werden, womit der Text endet.

Literaturhinweise:

Edward Brandt / Wilhelm Ehlers: Apuleius. Der goldene Esel. Metamorphoseon libri XI. Düsseldorf / Zürich: Artemis & Winkler 1998.

Franziska Küenzlen, Verwandlungen eines Esels: Apuleius’ »Metamorphoses« im frühen 16. Jahrhundert; der Kommentar Filippo Beroaldos d. Ä.; die Übersetzungen von Johann Sieder, Guillaume Michel, Diego López de Cortegana und Agnolo Firenzuola; der Schelmenroman Lazarillo de Tormes, Heidelberg: Winter 2005 (GRM-Beiheft 25).


Eingebildete Metamorphosen mit üblen Folgen

Die Geschichte der von Kirke in Tiere verzaberten Gefährten des Odysseus ist Seemannsgarn, das sich einreiht in die andern Episoden bei Homer. – Ovid hat als aufgeklärter Intellektueller natürlich nicht geglaubt, dass die Metamorphosen mehr als ein literarisch geeigneter Stoff sind, um die psychischen Qualen seiner Heldinnen und Helden darzustellen. – Apuleius benutzt die Tiergestalt seines Helden als satirische Technik. – Ganz anders sieht es aus, wenn im 15./16. Jahrhundert die Frage gestellt wird, ob Werwölfe oder Hexen und Hexer tatsächlich ihre Gestalt ändern können.

Der 1486 erstmals publizierte »Hexenhammer« fragt (I.Teil, Quastio 10; vgl. II. Teil, Kap. 8); Ob sich die Hexen mit den Menschen zu schaffen machen, indem sie sich durch Gaukelkunst in Tiergestalten verwandeln. (An malefice operantur circa homines in bestiales formas prestigiosa arte illos transmutando). Die Argumentation ist einigermaßen konfus; immerhin wird eine Linie sichtbar: in Wirklichkeit findet keine Verwandlung statt, sondern dies ist nur eingebildet. Zitiert wird wie so oft Augustinus, der (Civ. Dei. XVIII, 17) sagt, dass die Verwandlungen der Menschen in Tiere, die durch die Künste der Dämonen geschehen sein sollen, nicht in Wahrheit, sondern nur dem Scheine nach vorhanden gewesen sind. Ein anderer Autor bestätigt: dass der Teufel manchmal die Phantasie des Menschen zum Zwecke der Täuschung bearbeite, besonders aber die Sinne. Der Hexenhammer von Jakob Sprenger und Heinrich Institoris. Zum ersten Male ins Deutsche übertragen und eingeleitet von J. W. R. Schmidt, Berlin 1906.

[Ulrich Molitor] Von Hexen und Unholden. Ein christlicher, nutzlicher, und zu disen unsern gefährlichen Zeiten notwendiger Bericht, auss Gottes wort, Geistlichen unnd Weltlichen Rechten, auch sunst allerley Historien gezoge. anfenglich vor 114 Jaren durch Vlricum Molitoris ... gestellet/ vnd jetz newlich auffs rrewlichts verteutschet ... durch Conradum Lautenbach, [Getruckt zu Strassburg durch Christian Müller] 1575.
Digitalisat der Universiteit Utrecht: http://digbijzcoll.library.uu.nl/lees_gfx.php?lang=nl&W=On&BoekID=593

Seelenwanderungslehre von Pythagoras

Ovid zitiert diese ausführlich; daraus zwei Textstellen, (Metamorphosen XV, 165ff. und 252ff.):

omnia mutantur, nihil interit: errat et illinc
huc venit, hinc illuc, et quoslibet occupat artus
spiritus eque feris humana in corpora transit
inque feras noster, nec tempore deperit ullo,
utque novis facilis signatur cera figuris
nec manet ut fuerat nec formam servat eandem,
sed tamen ipsa eadem est, animam sic semper eandem
esse, sed in varias doceo migrare figuras.

Nec species sua cuique manet, rerumque novatrix
ex aliis alias reparat natura figuras:
nec perit in toto quicquam, mihi credite, mundo,
sed variat faciemque novat, nascique vocatur
incipere esse aliud, quam quod fuit ante, morique
desinere illud idem. cum sint huc forsitan illa,
haec translata illuc, summa tamen omnia constant.
Nil equidem durare diu sub imagine eadem
crediderim.

Übersetzung von Reinhart Suchier (1889):

Alles verändert sich nur, nichts stirbt. Herüber, hinüber
Irrt der belebende Hauch, und in andre beliebige Glieder
Ziehet er ein und geht aus Tieren in menschliche Leiber
Und in Getier von uns und besteht so ewige Zeiten.
Wie das geschmeidige Wachs, zu neuer Gestalt sich bequemend,
Weder verbleibt, wie es war, noch hält an den selbige Formen,
Aber dasselbe doch ist; so bleibt auch, (lehr’ ich,) die Seele
Immer sich gleich und begibt sich nur in verschiedene Formen.

Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend
Schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen,
Und in der Weite der Welt geht nichts verloren;
Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden
Heisst nur anders als sonst anfangen zu sein, und Vergehen
Nicht mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet,
Dieses vielleicht dorthin: im Ganzen ist alles beständig.
Unter dem selbigen Bild – so glaub' ich – beharrt auf die Dauer
Nichts in der Welt.

Übersetzung von Michael von Albrecht (1981):

Alles wandelt sich, nichts geht unter; es schweift der Geist und gelangt von dort hierher, von hier wieder dorthin, zieht ein in Glieder aller Art, geht aus tierischen in Menschenleiber über, aus uns wieder in Tiere, und vergeht nie. Wie das nachgiebige Wachs neue Formen annimmt, nicht bleibt, wie es gewesen ist, und nicht die gleiche Gestalt bewahrt, aber dennoch dasselbe ist, so ist die Seele stets dieselbe (nach meiner Lehre), doch wandert sie in verschiedene Gestalten.

Kein Ding behält seine eigene Erscheinung, und die ewig schöpferische Natur lässt eine neue Gestalt aus der anderen hervorgehen — in der ganzen Welt geht nichts zugrunde, sondern es wandelt sich und erneuert sein Gesicht. Geboren werden heisst beginnen, etwas anders zu sein als vorher, und sterben heisst aufhören, dasselbe zu sein. Un während vielleicht das eine hierhin, das andere dorthin übertragen wird, bleibt doch insgesamt alles bestehen. Nichts, so möchte ich glauben, dauert lange in derselben Gestalt fort.

Alchemie — ein weites Gebiet!

Adam McLean (*1948) > https://www.alchemywebsite.com/index.html
Over 5000 images, over 300 complete alchemical texts, extensive bibliographical material on the printed books and manuscripts, numerous articles, introductory and general reference material on alchemy.

Andreas Libavius [† 1616], Alchymia, Frankfurt, 1606.
> wellcomeimages.org

Dieter Kerner zitiert eine Stelle zur ›Chymischen Anthropogenesis‹, die Paracelsus (1493–1541) zugeschrieben wird:

Nun ist aber auch die generation der homunculi in keinen weg zu vergessen, dan etwas ist daran, wiewol solches bisher in großer heimlikeit und gar verborgen ist gehalten worden und nit ein kleiner zweifei und frag under etlichen der alten philosophis gewesen, ob auch der natur und kunst möglich sei, das ein mensch außerthalben weiblichen leibs und einer natürlichen muter möge geboren werden? darauf gib ich die antwort, das es der kunst spagirica und der natur in keinem weg zuwider, sonder gar wol möglich sei. wie aber solches zugang und geschehen möge, ist nun sein proceß also, nemlich das der sperma eines mans in verschloßnen Cucurbiten [Kolben] per se mit der höchsten putrefaction, ventre equino [gärender Pferdemist] putreficirt werde auf 40 tag oder so lang bis er lebendig werde und sich beweg und rege, welches leichtlich zu sehen ist. nach solcher zeit wird es etlicher maßen einem menschen gleich sehen, doch durchsichtig on ein corpus, so er nun nach disem teglich mit dem arcano sanguinis humani gar weislich gespeiset und erneret wird bis auf 40 wochen und in steter gleicher werme ventris equini erhalten, wird ein recht lebendig menschlich kint daraus mit allen glitmaßen wie ein ander kint, das von einem weib geboren wird, doch vil kleiner, dasselbig wir ein homunculum nennen und sol hernach nit anders als ein anders kint mit großem fleiß und sorg auferzogen werden, bis es zu seinen tagen und verstant kompt. das ist nun der aller höchsten und größesten heimlikeiten eine, die got den tötlichen und sündigen menschen hat wissen lassen, dan es ist ein mirakel und magnale dei und ein geheimnis über alle geheimnus ...

Paracelsus, Die 9 Bücher »De Natura rerum« (Liber primus), in Band 11 der Sudhoff-Ausgabe, München 1928, S. 316ff.

Vgl. die Ausgabe: De Natura Rerum, IX Bücher. Ph. Theophrasti von Hohenheim, genant Paracelsius, Jetzunter auß dem Original Corrigiert und mit zweyen büchern gemehret, so vorhin nie getruckt. Durch Lucam Bathodium, Straßburg: Jobin 1584.
> https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10191352?page=37

Dieter Kerner, Das Homunculus-Motiv bei Paracelsus und Goethe, in: Gesnerus : Swiss Journal of the history of medicine and sciences, Band 20 (1963), S.22–33
> http://doi.org/10.5169/seals-520477

 

Metamorphosen in der (realen) Natur

Wohl der erste, der die Metamorphosen von Insekten, Schnecken, Pflanzen und des Froschs genau beschrieb, war Jan Swammerdam (1637–1680).

Historia insectorum generalis, in qua quaecunque ad insecta eorumque mutationes spectant, dilucide ex sanioris philosophiae et experientiae principiis explicantur, cum figuris et indicibus necessariis / ex Belgica Latinam fecit Henricus Christianus Henninius, Lugduni Batavorum, 1669; (lateinisch 1685)
> http://dx.doi.org/10.5962/bhl.title.65807

(links auf der Tafel von oben nach unten: Vom Ei über die Kaulquappe zum Frosch)

Sein physikotheologischer Antrieb zur präzisen Erforschung der Natur erhellt aus einem Passus wie diesem:

Gottes Grösse und Majestät läßt sich nicht anders, als in den Werken seiner Allmacht sehen, bey denen uns das Auge verläßt, und wir daher allerhand Hülfsmittel, es zu unterstützen, hervorsuchen, und Kunstgriffe erdenken müssen, um die Dinge zu zergliedern. Alsdenn und nicht eher sieht man, mit was für Geschicke, Maaß, Richtigkeit und Weisheit Gott seine Geschöpfe zugerichtet habe, und wie sie alle Wirkungen und Bemühungen der menschlichen Vernunft zu schanden machen, indem sie sich nicht wollen in der Nähe durchsuchen lassen. (aus der dt. Übersetzung 1752)

Die Alters-Phasen des Menschen (vgl. auch hier)

Darumb sag ich dir das alter vierley ist. Das erst heyßt Adolescentia/ das wachsend alter […] — Das ander alter heyßt Iuuentus/ ist Jugendt […] – Das dritt alter volgt hernach vnd heißyt Senectus/ Ist kalter vnd truckner Complexion/ wert biß auff achtzig Jar/ In disem alter faht der mensch an sichtbarlich abnemen/ an gesicht/ an gehör/ an stercke. […] – Das vierdt alter heysset Senium […]

Johann Dryander, Der gantzen Artzenei gemeyner Inhalt, Wes einem Artzt, bede in der Theoric vnd Practic zusteht, Mit anzeyge bewerter Artzneienn, zu allen leiblichen Gebrechenn, durch natürliche mittel, Hiebei beneben des menschen cörpers Anatomei, warhafft Contrafeyt, vnd beschriben; Allen Artzten, vnd eim ieden zu sein selbs, vnnd seins nehsten noturfft dienlich, wol zu haben vnd zuwissen, Franckfurt am Meyn: Ch. Egenolff 1542; Fol 25 recto.
> http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00087685/image_61

Proportionen beim allometrischen Wachstum:

Aus: Das Fischer-Lexikon, Teil 15: Anthropologie, verfasst und hg. von Gerhard Heberer / Gottfried Kurth / Ilse Schwidetzky-Roesing, Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1970.

Karikaturen

Johann Caspar Lavater (1741-1801) sinnierte Sur les Lignes d'Animalité:

Essai sur la physiognomonie; destiné a faire connoître l'homme & à le faire aimer,
Imprimé à La Haye chez Jaques Van Karnebeek 1781.

> https://archive.org/details/essaisurlaphysio04lava/page/n422/mode/1up

Hier einer Version aus dem Jahre 1802:

> https://publicdomainreview.org/collection/frogs-to-apollo/

Das Bild mit der Stufenfolge vom Frosch zum Apoll war dann bekannt. — Es wurde karikiert von Grandville (1803–1847) im Magasin Pittoresque 1844, p.272, wo der Übergang in umgekehrter Richtung geschieht au moyen d’une inclinaison de plus en plu sensible de la ligne…

Die Evolutionstheorie von Charles Darwin (1859) forderte auch bald Karikaturisten heraus, hier 1863 Charles Bennett (1828–1867):

> https://www.researchgate.net/figure/What-makes-your-ears-so-long-Cartoon-by-CH-Bennett-published-in-1863-at-the-height_fig1_230061982


Verwandlungen im ›Fantasiestück‹

E.T.A.Hoffmann, »Der goldene Topf« (Erstdruck 1814/15): Der Archivarius Lindhorst treibt allerlei geheime Wissenschaften ...

Der ganze Text hier > http://www.zeno.org/nid/20005074355

Kein Traum

Franz Kafka, »Die Verwandlung« (1915)

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewöbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.
›Was ist mit mir geschehen?‹ dachte er. Es war kein Traum.
[…]
> http://www.zeno.org/nid/20005132568

In einem Brief aus dem Jahr 1915, den Franz Kafka an seinen Verleger schrieb, gab er einen entscheidenden Hinweis zum Titelbild:

Das Insekt selbst kann nicht gezeichnet werden. Es kann aber nicht einmal von der Ferne aus gezeigt werden.

Andreas Kilcher, Bilder/Schrift. Zeichnen und Schreiben bei Franz Kafka
in: Yearbook for European Jewish Literature Studies 7/1, 2020

https://doi.org/10.3929/ethz-b-000465996
https://doi.org/10.1515/yejls-2020-0006

Variationen in der Musik

sind selbstverständlich auch Metamorphosen, vgl. insbes. Anton Diabelli (1781–1858) und Beethovens Opus 120 > Wikipedia-Artikel

und

Laurenz Lütteken, "Eine 3000jährige Kulturentwicklung abgeschlossen": Biographie und Geschichte in den Metamorphosen von Richard Strauss, Winterthur: Amadeus 2004
(Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich Nr. 189)