Phantastische Landkarten

Projekt für die Tagung 2018:

Phantastische / symbolische / fiktive Landkarten

Einleitung

Jede normale Landkarte im heutigen Sinn ist ein Modell (Modelle sind Spezialfälle von Symbolik) der Wirklichkeit; sie beruht auf Transformationsregeln (Projektion, Maßstab; Vereinfachungen). Landkarten werden zudem mit Signaturen versehen, das sind Pictogramme, die oft einen nicht mehr durchschauten symbolischen Hintergrund haben. Auf Landkarten können auch statistische Daten der entsprechenden Orte angegeben sein (sog. Choroplethkarten; anamorphotische Karten). All das steht nicht im Zentrum des Projekts, vgl. hierzu: http://www.enzyklopaedie.ch/dokumente/geographica.html

Landkarten dienen aber auch als Medium, um andere Themen zu repräsentieren als die Erdoberfläche. Das hat verschiedene Gründe:

(1a) Vorstellungen wie Berg, Quelle, Schlucht, Vulkan, Passübergang, Brücke, Insel, Wüste usw. können leicht als Metapher / Symbol verwendet werden. (Vgl. dazu Band 11 unserer Schriftenreihe.)

(1b) Verbunden damit sind Vorstellungen wie die einer mühsamen Reise, des Umwegs, des das-Ziel-nicht-finden-Könnens,usw. (Vgl. dazu Band 8 unserer Schriftenreihe.)

(2) Gelände-Formationen können – gegen die intendierte geographische Auffassung gelesen – als Formen anderer Gegenstände gesehen werden; geläufigstes Beispiel: Italien als Stiefel.

(3) Die Orientierung anhand räumlicher Strukturen ist ein anthropologisches Universale. Anhand bekannter Orte können wir uns Dinge einprägen, ein Grundprinzip der Mnemotechnik. Auslegeordnungen können als Landkarten angelegt werden.

(4a) Narrative fiktionale Literatur ist darauf angewiesen, die Handlung in einem geographischen Raum anzusiedeln. Das kann eine wirkliche Landschaft sein (Beispiel: Joyce’s Dublin) oder eine erfundene, phantasierte (Beispiel: J. R. Tolkien’s Middle earth)

(4b) Rezipienten von Texten versuchen darüber hinaus, eine Landkarte der im Text genannten Orte und Wege zu rekonstruieren. Beispiele: Homers Mittelmeer; Vergils und Dantes Unterwelt.

(5) Mittels einer Landkarte kann man simulieren, wie man glaubt, dass ein Mensch die Welt wahrnimmt, anders als man selbst oder als der common sense.

(6) Jemanden eine Landkarte zeichnen lassen kann als psychologisches Diagnoseinstrument dienen.

(7) Ludische Karten

(8) Phantasiekarte zur Erläuterung der geographischen Semantik

WeblinksLiteraturhinweise

 


 

Die hier zusammengestellten Dokumente sollen als Anregung zum Mitmachen dienen. Das ist mithin ein "Call for Papers". Interessierte melden sich mit einem ganz kurzen Exposé beim Präsidenten der Gesellschaft unter

 


 

Vorspiel: O-T-Karten

Die mittelalterlichen abendländischen O-T-Karten gehen zurück auf eine urtümliche Aufteilung des Erdkreises, der nicht auf veritable Berichte zurückgeht, wie etwa die antike Karte des Claudius Ptolemäus.

St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Sang. 236 (aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts) zum Text von Isidor, Etymologiae, Buch XIV,ii »De terra et partibus« > http://www.e-codices.unifr.ch/de/csg/0236/89

Bei Isidor (um 560–636) steht, dass der Erdkreis vom Meer gänzlich umflossen und dreifach geteilt ist: Undique Oceanus circumfluens eius in circulo ambit fines. Divisus est autem trifarie: e quibus una pars Asia, altera Europa, tertia Africa nuncupatur. Also: Asien im Osten [in der Karte oben] – Europa im Nordosten – Afrika im Südosten. Im Bild werden zusätzlich die trennenden Flüsse genannt: Tanais und Nilus sowie die mäotischen Sümpfe (Meotides paludes); ferner werden die drei Erdteile den von Noah abstammenden Söhnen (und ihren Nachkommen) Sem – Iafet – Cham zugeordnet (vgl. Genesis 10,1).

Mit der Zeit werden diese Karten dann weiter angereichert mit geographischen und anderen Kenntnissen, so dass man eher von geographischen Auslegeordnungen enzyklopädischen Wissens sprechen muss. Zur Orientierung auf der Erde taugen sie kaum.

Beispiel: die Hereford Map > https://en.wikipedia.org/wiki/Hereford_Mappa_Mundi

Beispiel: Londoner Psalterkarte, ca. 1265 > https://en.wikipedia.org/wiki/Psalter_world_map#/media/File:Psalter_Worl...

Spezialliteratur dazu: Bettina Schöller, Wissen speichern, Wissen ordnen, Wissen übertragen. Schriftliche und bildliche Aufzeichnungen der Welt im Umfeld der Londoner Psalterkarte (Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen; Band 32), Zürich: Chronos 2015

Interessant sind Weiterentwicklungen und Umdeutungen der T-O-Karten:

••• Heinrich Bünting (1545–1606) stellt in seinem »Itinerarium Sacrae Scripturae« die drei Kontinente der Welt als Kleeblatt dar, mit Jerusalem im Mittelpunkt, um seiner heimatstatt zu huldigen: Die gantze Welt in ein Kleberblat / Welches ist der Stadt Hannover / meines lieben Vaterlandes Wapen.

Aus der Erstausgabe von 1581 > https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bünting#/media/File:1581_Bunting_clover_leaf_map.jpg

••• Daniel sieht in einer Vision vier Tiere (Dan. 7,1ff. – Text der Ausgabe 1545): ein Löwe mit Adlerflügeln; ein fleischfressender Bär; ein Panther mit vier Flügeln und vier Köpfen; ein Tier mit großen Zähnen aus Eisen, das alles zermalmt, und mit zehn Hörnern, an einem ein Menschenmaul; Daniels Deutung (Dan 7,17ff.)

Martin Luther deutet in seiner »Vorrede auf den Propheten Daniel« (Text hier) auf die vier historisch aufeinander folgenden Weltreiche: der Löwe ~ Assyrien und Babylon; der Bär ~ Königreich der Persen und Meden; der Panther/Parde ~ das Reich Alexanders des Großen; das Tier mit den eisernen Zähnen ~ das Römische Weltreich.  Zum vierten Tier heißt sagt er: VND das ein kleins Horn/ sol drey Hörner von den fordersten zehen Hörnern abstossen/ Das ist der Mahmet oder Türcke/ der jtzt Egypten/ Asiam vnd Greciam hat. […].

Bild: Monogrammist A.W. in: Martin Luther, Der Prophet Daniel Deudsch, Wittenberg: [Hans Lufft] 1530. – Der Graphiker hat die vier Weltreiche statt in eine historische Reihe auf eine T-O-Karte projiziert, wobei Luthers Gedanke der (apokalyptischen) Bedrohung Europas durch die Türckengefahr verlorengeht.

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(1a) Landkarten-Entwurf zwecks Darstellung von Gefühlen, Gedanken usw.

••• Aus dem Roman »Clélie« von Madeleine de Scudéry (1607–1701) — Zugang zu Mme. Scudérys Liebesprogrammatik eröffnet die berühmte Carte de Tendre, eine der Erstausgabe des Romans auch als Graphik beigefügte allegorische Landkarte, die dem unerfahrenen Liebenden den gefährlichen, vom lac d’indifférence (See der Gleichgültigkeit) und dem mer d’inimitié (Meer der Feindschaft) umgebenen Weg zu drei besonderen Möglichkeiten der Liebe weist (Tendre-sur-Inclination, Tendre-sur-Estime et Tendre-sur-Reconnaissance), hinter denen, getrennt vom mer dangereuse (Meer der Gefahren), die Grenzen weitläufiger terres inconnues (unbekannter Länder) erkennbar werden.« (Kindlers Literatur-Lexikon, sub voce) — Moderne französ. Zusammenfassung des Romans, vgl.: http://www.siefar.org/publications-articles/madeline-de-scudery-clelie-h...

Aus: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carte_du_tendre.jpg

••• Davon inspiriert ist Johann Gottlob Immanuel Breitkopf, Beschreibung des Reichs der Liebe, mit beygefügter Landcharte, Leipzig 1777:

> http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/111945/1/cache.off und noch besser > http://digital.lb-oldenburg.de/ihd/content/titleinfo/627502

Die Karte wird übernommen in der Enzyklopädie von Krünitz im Artikel »Landkarte« (Band 60, 1793) und Figur 3779; dazu dieser Text (Auszug):

I. Das Land der Jugend

ist die Gränze, von der die meisten Pilger ausreisen. Aus dem Städtchen Sorgenloß kommen sie in die verschiedenen umliegenden Oerter, und verweilen sich bald in Reizenstein, Schönhausen, bald in Reichenbach, Witzingen und Freudenheim, wo sie aus dem Quell der Freude Bezauberung trinken. Tändelspiel und Küßfeld am Fluße der Wünsche, welcher von Sorgenloß entspringt, gelegen, sind zwey sehr gefährliche Oerter, und die Gränzfestung Warnungsstein ist selten im Stande, diejenigen welche sich zu lange an diesen beyden Orten aufgehalten haben, abzuhalten, daß sie nicht in

II. Das Gebiete der fixen Ideen

übertreten sollten. Dieses Hauptgebiet gränzt gegen Morgen an das Land der glücklichen Liebe, gegen Abend an das Land der traurenden Liebe, gegen Mitternacht an das Land der Lüste. Seine vornehmsten Städte sind die Stadt der Träume, Triebstädt, Verlangenau und Unruh.

[…]

••• »Woman’s Heart« > http://www.thehistoryblog.com/archives/13567

••• Eine moderne Variante, die Mme Scudérys Idee aufnimmt: Diana Issidorides, Atlas der Liebe (Kartographie Erik d’Ailly & Willum Morsch; aus dem Engl. übers. von Sabine Schilasky), Frankfurt am Main: mvg-Verlag 2005.

••• »Carte du Royaume de Coquetterie« (anonym, 1654)

Bibliothèque nationale de France > http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb41502834g  > http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8404250w

••• Bernard le Bovier de Fontenelle (1657–1757) schreibt 1678 eine Satire »Description de l’Empire de la Poésie« (erschienen in Mercure Galant de l’an 1678, pp. 79–89). Dazu entwirft er (p. 78) eine allegorische Landkarte der Poesie:

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(1b) Wege

••• John Bunyan (1628–1688) schreibt das Erbauungsbuch »The Pilgrim’s Progress (1678 / 1684 erschienen), in dem der Weg des Helden von der Stadt der Zerstörung bis zum Eingang in die Stadt Gottes – mit allen Gefährdungen unterwegs – beschrieben wird.

A Plan of the Road From the City of Destruction to the Celestial City, Adapted to »The Pilgrim’s Progress« (1821) > https://digital.library.cornell.edu/catalog/ss:3293746

Eines Christen Reise Nach der Seeligen Ewigkeit, Welche in unterschiedlichen artigen Sinnen-Bildern Den gantzen Zustand einer Bußfertigen und Gottsuchenden Seele vorstellet / Jn Englischer Sprache beschrieben Durch Mr. Johann Bunian, Predigern in Betford, Nun um seiner Fürtrefflichkeit willen in die Hochteutsche Sprache übersetzet [von Christoph Matth. Seideln, Past. und Probsten zu Berlin], Hamburg, Bey Johann Wolffgang Fickweiler, Buchhändler im Dohm, 1716. > http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/id/6747445

 

••• Im säkularen Bereich unterscheidet sich so eine Landkarte nur wenig:

The Road of Success > https://digital.library.cornell.edu/catalog/ss:329384

 

••• Vgl. auch die allegorischen Berg-Aufstiege.

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(2)  Allegorische Ausdeutung wirklicher Landkarten

••• Strabo (ca. 63 vor bis 23 nach Chr.), Geographie, IX. Buch, vergleicht Griechenland mit der Gestalt eines Mannes.

••• Eine frühe Form der Anthropomorphisierung von Landkarten findet sich bei Opicinus de Canistris (1296 – ca. 1353). Er kennt bereits Portolane, welche recht genaue Umrisse des Mittelmeer-Raums geben. Er gibt entweder Europa als Mann / Afrika als Frau oder Europa als Frau / Afrika als Mann wieder; dazwischen befinden sich Ungeheuer. Die Bildwerke sind aber viel umfangreicher, eine ganze Philosophie umfassend, und mit umfangreichen Glossen versehen.

Was ist der Sinn dieser Darstellungen? > http://tinyurl.com/znv5x7p (engl. Wikipedia)

Literaturhinweise:

Richard Salomon, Opicinus de Canistris, Weltbild und Bekenntnisse eines avignonesischen Klerikers des 14. Jahrhunderts, 1 Textband, 1 Tafelband (Studies of the Warburg Institute 1a ; 1b), London: Warburg Institute, 1936. [Edition und Faksimile nur der Handschrift Bibliotheca Apostolica Vaticana Pal. Lat. 1993]

Le journal singulier d’Opicinus de Canistris: Vaticanus latinus 6435. Éd. et trad. par Muriel Laharie, Città del Vaticano: Biblioteca Apostolica Vaticana 2008 (Studi e testi / Biblioteca Apostolica Vaticana 447/448).

Guy Roux / Muriel Laharie, Art et folie au Moyen Age. Aventures et énigmes d'Opicinus de Canistris, Paris: Léopard d’or 1997.

Karl Whittington, Body-worlds. Opicinus de Canistris and the medieval cartographic imagination  (Serie: Pontifical Institute of Mediaeval Studies, Studies and texts 186), Toronto 2014. [Geht auch ein auf die Handschrift Bibliotheca Apostolica Vaticana Vat. Lat. 6435]

Aufsatz von J.Siebold > http://www.cartographic-images.net/Cartographic_Images/230_Canistris.htm...

Digitalisate der Hss:
http://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.6435
http://digi.vatlib.it/view/MSS_Pal.lat.1993

 

••• Der Holzschnitt der Karte Europa in forma virginis soll zuerst von Johannes Putsch geschaffen und 1537 gedruckt worden sein; vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Europa_regina

1587 übernimmt das Bild Heinrich Bünting (1545–1606) in »Itinerarium sacrae scripturae«, Ausgabe Wittemberg: Krafft 1587 (unbrauchbares Digitalisat der BSB) – die Signatur auf dem Holzschnitt lautet C.P. 1548 > https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Bünting

Die Überformung der geographischen Karte mit der Figur einer Königin soll wohl den Anspruch der europäischen Länder über die neu entdeckten veranschaulichen.

Sebastian Münster hat das Bild (kommentarlos) in seine »Cosmographia« aufgenommen – wann zum ersten Mal? Nachweislich in der Auflage Basel: Sebastian & Henric Petri 1588, fol. xlj  > http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00074488/image_177

 

••• »Den ersten Leo Belgicus, gestochen von Frans Hogenberg, veröffentlichte der österreichische Chronist Michael Aitzinger 1583 in seinem Geschichtswerk »De Leone Belgico«. Das Buch behandelt die niederländische Zeitgeschichte von 1559 bis 1583 aus spanischer Sicht. Wie Aitzing im Vorwort ausführt, soll die Darstellung der Siebzehn Provinzen als Löwe die Macht und Stärke des um seine Unabhängigkeit ringenden Landes grafisch veranschaulichen.« (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Leo_Belgicus).

Petri Kaerii Germania Inferior id est, XVII provinciarum ejus novae et exactae Tabulae Geographicae, cum Luculentis Singularum descriptionibus additis. à Petro Montano. Amsterdam, 1617. — Vgl. die Karte De Zeventien Verenigde Nederlanden [Walter & Eliza + Marit Groen]

 

••• Johann Heinrich Streulin (1661–1742) hat – in Anlehnung an den Leo Belgicus um 1698 – den Kanton Zürich als Löwenkopf allegorisiert. – Das Kupfer ist von Johann Georg Seiller (1663–1740).

> http://www.e-rara.ch/zuz/content/pageview/8562855

Im Text sagt er zuerst, dass beinahe jedes Land in sonderbarer Gstalt mag abgebildet werden: Amerika in Gestalt eines Westfälischen Schinken, Afrika als Herz, Europa als Jungfrau, Asien als Pferd usw. Dann kommt er auf Zürich zu sprechen, dessen Wappenhalter zwei aufgerichtete Löwen sind.

Ein Löwenhaubt gleichfahls das ZURICH-Land erklärt.
Die grosse ZURICH-Statt selbs ist des Haubtes Rachen/
Der offen steht/ um forcht den Feinen zuursachen.
Der lange Zungen-See zum Schutz und trutz rauslallt/
So manchem übel gnug und manchem wolgefallt.
[…]
Mehr Keiburg/ Winterthur sind zwey sehr helle Augen/
Theils zum umsehen sie/ theils zum außspehen taugen.
[…]
Das rechte Ohr ist Stein/ das linke Elg zunennen/
Weil darmit/ was passirt an Grenzen zuerkennen.
Fallt guts/ fallt böses für bim Landvolk in der näh/
Sein Gruch emfpinden bald Gröningen/ GreiffenSee.

 

••• Im 19. Jahrhundert grassieren solche Karten. Die wohl berühmeteste ist die von  Paul Hadol, Carte drôlatique d’Europe pour 1870 > https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bb/Humoristische_Karte_...

Paul Hadol, Carte drôlatique d’Europe pour 1870.

Jedes Land ist durch eine Karikatur seines Nationen-Stereotyps oder Karikatur seines Machthabers dargestellt, wobei die Konturen der Figur mit den Grenzen des Landes kongruent sind, was die Glaubwürdigkeit der Stereotypen erhöht.

  • die Alte Lady England müht sich mit dem unfolgsamen Köter Irland ab;
  • Spanien als rauchende Señorita
  • Bismarck (Preußen) kniet auf Österreich, dessen Soldat ziemlich wenig kampfbereit erscheint;
  • Italien (evtl. Garibaldi) wehrt sich dagegen
  • Türkei als ein Wasserpfeife rauchendes Mädchen
  • Russland als Lumpensammler; die Krim als Flickenlappen am Mantel

Der Kartentyp wurde x-mal nachgeahmt; vgl.:

http://www.laboiteverte.fr/cartes-satiriques-a-travers-lhistoire/ <April 2014>

https://strangemaps.wordpress.com/

Humoristische Karte von Europa (1914) > https://digital.library.cornell.edu/catalog/ss:3293872

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(3) Landkarten im Dienst der Mnemotechnik

Die Mnemotechnik (von griechisch mnēmē ›Erinnerungsvermögen‹, ›Gedächtnis‹) stellt Verfahren zur Verfügung, die helfen, Texte und Sachverhalte sich besser einzuprägen.

Die Techniken machen sich die Tatsache zunutze, dass (R) unsere Orientierungsfähigkeit im Raum und (B) unser Bildgedächtnis besser sind als die Fähigkeit, sich vereinzelte Elemente einzuprägen. (Davon profitiert auch der virtuelle ›Schreibtisch‹ mit der räumlichen Anordnung der verschiedenen ›Icons‹ auf dem Computerbildschirm.)

(R) Die eine Methode beruht demnach darauf, dass der Redner Teile seines Texts mit sinnvoll zusammenhängenden Orten (loci) assoziiert; mit einer ihm bekannten Landschaft oder einem Gebäude.

(B) Die andere Methode beruht auf der Assoziation des zu Merkenden mit auffälligen Bildern (imagines).

Die beiden Verfahren können auch kombiniert werden: Zunächst prägt man sich eine Reihe von realen oder fiktiven Orten ein. Darauf werden die Bilder derjenigen Worte oder Sachen, die erinnert werden sollen, bezogen. Geht man später im Geist die Orte der Reihe nach durch, dann lassen sich die Bilder bzw. die durch sie vertretenen Textteile oder Sachen in Erinnerung rufen.

Literaturhinweis: Jörg Jochen Berns / Wolfgang Neuber u.a., Ars memorativa. Zur kulturgeschichtlichen Bedeutung der Gedächtniskunst 1400–1700, (Frühe Neuzeit 15), Tübingen: Niemeyer 1993. 

Jean Chéron (1596–1673) / Léonard Gaultier (Kupferstecher, 1572–1649), Typus necessitatis Logicae Ad alias Scientiae Capessendas, Paris 1622. (Das British Museum besitzt die obere Hälfte > http://tinyurl.com/ycsqjoke ; an der Tagung können wir das ganze Bild [47 x 74 cm]  zeigen.)

In diesem Bildteil geht es um die Causae inveniendae Philosophiae, d.h. die Beweggründe, die zur Suche nach Philosophie anspornen; hier im speziellen um die experientia (Erfahrung). Beim Mann rechts, der über die defekte Brücke geht, steht: Stultum est timere quod vitari nequit (Es ist töricht zu fürchten, was sich nicht vermeiden lässt.) Beim Mann, der ins Wasser fällt: Sapientiam praetereuntes lapsi sunt (Die an der Weisheit vorübergingen, glitten ab; vgl. Buch der Weisheit 10,8).

Literatur dazu:

Susanna Berger, The invention of wisdom in Jean Chéron’s illustrated thesis print, in: Intellectual History Review, Vol. 24 (2014); Issue 3, pp. 343–366. > http://dx.doi.org/10.1080/17496977.2014.891173

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(4a) Kartographierung literarischer Texte

Es gibt verschiedene Anlagen: 

• Eine literarische Geschichte wird in einen wirklichen Ort verlegt (Joyce’s Dublin)

• Erfindung einer Landkarte (Utopien; Schatzsuche)

• Orte, die (wohl absichtlich) nicht topographisch festgelegt sind, etwa Entenhausen > http://www.duckipedia.de/index.php5?title=Entenhausen

••• Nicht nur die berühmte Utopie von Thomas Morus ist in einer erdachten Landschaft angesiedelt. Hier ein weniger bekanntes Beispiel:

Jakob Bidermann (1578–1639), Vtopia Didaci Bemardini Seu Iacobi Bidermani E Societati Jesv Sales Mvsici : Quibus Lvdicra Mixtim & seria litteratè ac festive denarrantur, Dilingae: Sutor 1640  — hier aus der Ausgabe Dilingae: Bencard, 1691.

Edition mit Übersetzung und Monographie; nebst vergleichenden Studien zum beigedruckten Plagiat des Christoph Andreas Hörl von Wattersdorf (»Bacchusia oder Fassnacht-Land ...« 1677), hrsg. von Margrit Schuster, (Europäische Hochschulschriften Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur 794), Bern: Lang 1984.

Zur Karte bes. Band I, S. 50f. – Die den einzelnen Gauen zugeordneten Ortsnamen beziehen sich auf Laster, die im satirischen Roman durchgehechelt werden: Frissgoia mit dem Ort Smauseck; in Bibia (etwa: Saufland) liegen Orte wie Crapula (Rausch) oder Propinia (Zutrunk); im Gau Furlandia (von lat. fur = Dieb) liegt u.a. Clepia (lat. clepo = stehlen) und Nebulonium (nebulo = Taugenichts)-

 

••• Weniger ernst, aber bildlogisch gleich gebaut ist das Schlaraffenland:

Discritione del paese di chucagna > http://www.archimagazine.com/rremondini.htm

Berühmt ist die Karte des Schlaraffenlandes, die Johann Baptist Homann (1694) zugeschrieben wird: Accurata utopiae tabula; das ist der neu-entdeckten Schalck-Welt oder des so offt benannten, und doch nie erkannten Schlaraffenlandes neu-erfundene lächerliche Land-Tabell, worinnen all und jede Laster in besondere Königreich, Provintzien und Herrschafften abgetheilet; beyneben auch die nächst angräntzende Länder der Frommen des zeitlichen Auff u. Unterg. auch ewigen Verderbens Regionen samt einer Erklaerung anmuthig und nutzlich vorgestelt [werden] — Literaturhinweis: Martin Müller, Das Schlaraffen Land. Der Traum von Faulheit und Müssiggang. Eine Text-Bild-Dokumentation, Wien: Brandstätter 1984.

 

••• Robert Louis Stevenson (1850–1894), »Treasure Island« (Die Schatzinsel) 1881/82. Er soll zu seiner Story »Treasure Island« durch die Skizze einer Landkarte angeregt worden sein:

https://en.wikipedia.org/wiki/Treasure_Island

 

••• Die Landkarte von Peter Pans Neverneverland ist wohl copyrightmäßig total geschützt. Aber hier sieht man sie … {August 2017}

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(4b) Rekonstruktion einer Landschaft aus dem Text

••• Von einer Geographie des Paradieses ist in der Bibel nicht die Rede. Aber die Theologen haben munter Landkarten gezeichnet:

Athanasius Kircher [1602–1680], Arca Noe, in tres libros digesta, quorum I. de rebus quae ante diluvium, II. de iis, quae ipso diluvio ejusque duratione, III. de iis, quae post diluvium a Noemo gesta sunt, quae omnia nova methodo, nec non summa argumentorum varietate, explicantur, & demonstrantur.  Amstelodami, Apud J. Janssonium a Waesberge, 1675. Karte des Paradieses zwischen pag. 196/197 [Ausschnitt]. Gutes Digitalisat der Linda Hall Library > http://lhldigital.lindahall.org/cdm/ref/collection/philsci/id/1227

Hoc schema et descriptio referens orti Eden situm ponetur, ita ut 2. cap. 8. vers. Genes. respondeat. In: Biblia sacra veteris et novi testamenti, secundum editionem vulgatam. Baslilaeae M.D.L.XXVIII

 

••• Etwas detaillierter charakterisiert als das Paradies ist gleichsam dessen Pendant am Ende der Zeiten: das Himmlische Jerusalem in der Vision des Johannes (Apokalypse, Kapitel 21; hier in der Luther-Bibel 1545):

Icones biblicæ præcipuas sacræ scripturæ historias eleganter & graphice repræsentantes. Biblische Figuren/ darinnen die Fürnembsten Historien/ in Heiliger und Göttlicher Schrifft begriffen/ Gründtlich und Geschichtsmessig entworffen/ zu Nutz und Belustigung Gottsförchtiger und Kunstverständiger Personen artig vorgebildet / an Tag gegeben durch Matthaeum Merian von Basel. [Band 4 =] Des Newen Testaments Unsers Herren Jesu Christi Fürnembste Historien und Offenbarungen, Straßburg/ In verlegung Lazari Zetzners Seligen Erben 1627. (> Digitalisat der Staatsbibliothek Bamberg)

 

••• Aeneas wird durch die Sibylle (6.Buch von Vergils »Aeneis«) durch die Unterwelt geführt; dabei wird diese (dürftig) beschrieben.

Le Magasin Pittoresque, publié... sous la direction de M. Édouard Charton, Dix-huitième Année, Paris 1850, p.4 (digitalisiert von der BNF)

Vor den einzelnen Namenseinträgen steht jeweils der Vers des Texts. Oben rechts (im ›Nordosten‹) – Vers 237 die Eingangshöhle, von hier geht der Weg nach ›südwest‹ – 299 der Fährmann Charon – 417 der Hund Cerberus – 427 das Feld der Tränen mit den Kinderseelen u.a. – 435 die Selbstmörder usw. ––– 554 der eiserne Turm von Tisiphone, anschließend der Tartarus – im ›Nordwesten‹ die elysischen Gefilde. – Um die ganze Unterwelt herum zieht sich der Fluss Styx und um den Tartarus der Fluss Phlegeton.

Text: Vergil, Aeneis. Lateinisch/deutsch, übers. und hrsg. von Edith und Gerhard Binder, 5. und 6. Buch, Stuttgart: Reclam 1998 (RUB 9682).

 

••• Von Dantes Unterwelt gibt es seit dem Fresko von Domenico de Michelino in Santa Maria del Fiore, Florenz 1465, viele Landkarten. Dantes Inferno mit den Etagen der 7 Sünden:

Girolamo Benivieni (1453–1542), Dialogo di Antonio Manetti cittadino Fiorentino circa al sito, forma, & misure dello Inferno di Dante Alighieri poeta excellentissimo, Florenz: Filippo Giunta, ca. 1506. > Digitalisat auf Wikimedia oder > http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k595743/f99.item

Im monumentalen Werk von Jerónimo Nadal (1507–1580) finden sich mehrere Bilder der Hölle, hier zur Höllenfahrt Christi:

Hieronymus Natalis S.J. Evangelicae historiae imagines, ex ordine Evangeliorum, quae toto anno in missae sacrificio recitantur, in ordinem temporis vitae Christi digestae, Anwerpen: Martinus Nutius 1593. > https://books.google.ch/books?id=X29OAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de#...

 

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(5) Mentale Karte

Als ›mentale‹ Karte bezeichnen wir hier Karten, die die Repräsentation der Geographie im Kopf von Menschen visualiseren. Ein klassisches Beispiel: In der Nähe die präzis erfasste (weil relevante) Welt, und verdämmernd weit hinten die fremden Gegenden – genial gezeichnet von Saul Steinberg  (1914–1999), »View of the World from 9th Avenue«, Cover drawing for: The New Yorker, March 29, 1976 > https://en.wikipedia.org/wiki/View_of_the_World_from_9th_Avenue

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(6) Landkarte als psychologisches Diagnoseinstrument

Ursula Knizia: Die Narrative Landkarte als Diagnoseinstrument. Zugang zur Lebenswelt in Beratung und Therapie von Kindern und Jugendlichen. Wiesbaden: Springer Fachmedien 2015.

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(7) Spielerischer Umgang mit Landkarten

••• Athanasius Kircher (1602–1680) produziert eines der ersten Kippbilder Landschaft <> Portrait in seiner »Ars magna lucis et umbrae« (Rom 1646):

> http://diglib.hab.de/drucke/94-2-quod-2f/start.htm?image=00915

Der Text in Hermann Brochs Roman »Die Schlafwandler« (Pasenow III) ist – wenn man die germanistische Literaturwissenschaft befragen würde – bestimmt kein bloßes Spiel; aber formal doch sehr ähnlich:

[…] hier lag ein fast unlösbares Problem vor und es nützte nichts, im Antlitz Elisabeths nach der Lösung zu fahnden; im Gesichte selber war das Rätsel gelegen. In ihrem Stuhl zurückgelehnt, blinzelte sie auf die herbstliche Landschaft, und das zurückgeworfene Gesicht […] Joachim folgte der Linie des Halses; hügelartig sprang das Kinn vor und dahinter lag die Landschaft des Gesichtes. Weich lagen die Ränder des Mundkraters, dunkel die Höhle der Nase, geteilt durch eine weiße Säule. Wie ein kleiner Bart sproß der Hain der Augenbrauen und hinter der Lichtung der Stirne, die durch dünne Ackerfurchen geteilt war, war Waldesrand. Joachim […] schloß ein wenig die Augen und schaute durch den Spalt über die Landschaft des hingebreiteten Gesichtes. Da verflog es mit dem Gesicht der Landschaft selber, der Waldessaum der Haare setzte sich fort in dem gelblichen Gelaube des Forstes und die Glaskugeln, die die Rosenstöcke des Vorgartens zierten, glitzerten gemeinsam mit dem Stein, der im Schatten der Wange – ach, war es noch eine Wange – als Ohrgehänge sonst blitzte. Es war erschreckend und beruhigend zugleich und wenn der Blick das Getrennte in so seltsam Einheitliches und nicht mehr Unterscheidbares verschmolz, […].

••• Das Titelkupfer des (fälschlich Abraham a Santa Clara zugeschriebenen) Buchs zeigt einen Globus, der von Chronos aufgesprengt wird und aus dem Narren herausquellen; die Kontinente sind mit den Namen der Erbsünden angeschrieben: Superbiae R[egnum] Avaritiæ R., Luxuriæ Regnum, Gulæ Regnum, Iræ R., Invidiæ R., Aecediæ R.

Centi-Folium stultorum in Quarto. Oder Hundert Ausbündige Narren in Folio. neu aufgewärmet und in einer Alapatrit-Pasteten zum Schau-Essen, mit hundert schönen Kupffer-Stichen, zur ehrlichen Ergötzung, und nutzlichen Zeit-Vertreibung, sowohl frölich- als melancholischen Gemüthern aufgesezt, auch mit einer delicaten Brühe vieler artigen Historien, lustiger Fablen, kurtzweiliger Discursen, und erbaulicher Sitten-Lehren angerichtet, Wien, Lehmann o.J. (1724)

Das Bild ist angeregt vom Frontispiz eines thematischen Vorgängers: [Albert Joseph Conlin, Pseudonym: Albert Joseph Loncin von Gominn]): Der christliche Welt-Weise Beweinet die Thorheit der neu-entdeckten Narrn-Welt, Theil 1; Augsburg: Walder 1706.

 

••• Berühmt ist die Karikatur von James Gillray (1757–1815) »The Plumb-pudding in danger, or, State Epicures taking un Petit Souper« (1805), die die ›Teilung‹ der Mächte auf der Erde wörtlich nimmt: Napoleon und der Britische Prime Minister William Pitt zerschneiden den Globus:

> https://de.wikipedia.org/wiki/James_Gillray#/media/File:Caricature_gillr...

 

••• Die berühmte U Tube Map von Harry Beck wurde verschiedentlich ›umfunktioniert‹, zum Beispiel  > https://futuremaps.com/blog/the-tube-map {August 2017}

 

••• Gartenarchitekten haben immer wieder Phantasie-Landschaften entworfen.

Batty Langley (1696–1751), New principles of gardening, or, The laying out and planting parterres, groves, wildernesses, labyrinths, avenues, parks, &c. […], London: Printed for A. Bettesworth and J. Batley [and 4 others], 1728. > http://www.biodiversitylibrary.org/item/113617#page/1/mode/1up

 

••• Viele Spiele werden als Reise auf einer phantatischen Landkarte gespielt.

Die Direct Mail Company AG in Basel hat zwecks Anwerbung von Zustellern ihrer Produkte im Juni 2017 ein Spiel verschickt (Gestaltung und Entwicklung: GiZGRAPHICS): Vier Zusteller\innen starten mit dem vollen Wagen mit Prospekten auf dem Weg durch eine phantastische Stadt, wo ihnen allerhand hinderliche (es regenet; ein Briefkasten vergessen) und förderliche (Energieschub) Dinge passieren, bis sie wieder zuhause sind:

(Foto: P.M.)

Lieraturhinweis: Ernst Strouhal, Die Welt im Spiel. Atlas der spielbaren Landkarten, Wien: Brandstätter Verlag 2015  

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(8) Phantasiekarte zur Erläuterung der geographischen Semantik

Duden Bildwörterbuch, 5. Auflage, Mannheim 2000, s.v. Landkarte II, 1–114: Die Kartenzeichen einer Karte – 1 der Nadelwald — 2 die Lichtung — 3 das Forsthaus — 33 der Funkturm — 39 der Drahtzaun — 48 die Steinmole — 64 die weit sichtbare Kirche — 92 das Denkmal — 93 das Schlachtfeld — 108 der Obstgarten — 113 die Starkstromleitung — 114 die Hopfenanpflanzung

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Links zu Websites

• Die bemerkenswerte Karte. Eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e. V. > http://bk.dgfk.net/

• Cornell University Library: Persuasive Maps   

http://www.literaturatlas.eu

• Kartographie des Unbekannten (Uni Trier) https://www.uni-trier.de/index.php?id=36218

http://www.mittelalter-server.de/Mittelalter-Karten/Das-Mittelalter_ma_k...

http://www.cartographic-images.net/Cartographic_Images/Cartographic_Imag...

http://www.maphistory.info/sitemap.html

• Der Antiquar Rod Barron (Kent, GB) hat hier etwa 300 solcher Karten online gestellt > http://www.barronmaps.com/product-type/imaginary-maps/

http://www.historytoday.com/archive/themes/cartography

• literatur-landkarten: http://barbara-piatti.ch/literaturkarten/

• The University of California, Berkeley Library; Digital Scriptorium

> http://dpg.lib.berkeley.edu/webdb/dsheh/heh_brf?Description=&CallNumber=...

Vgl. beispielsweise Folio 10v: Prophecy map of world to AD 1600-1606. 

 



Publikationen

• Daniel Maher, Du pays de Tendre au Royaume de Coquetterie. Utopie, dystopie et géographie sentimentale au XVIIe siècle > http://fis.ucalgary.ca/Maher/557/CartedeTendreRdC.html

• Giuliana Bruno, Atlas of Emotion: Journeys in Art, Architecture, and Film
Studies in modernity and national identity, New York: Verso 2002.

• Jeffrey N. Peters, Mapping Discord: Allegorical Cartography in Early Modern French Writing, Newark: University of Delaware Press 2004.

• Franz Reitinger, Am Kanal. Geopornographie der Vormoderne, in: Christian Reder (Hg.), Kartographisches Denken, Edition Transfer bei Springer Wien / NewYork 2012, S.223–357.

• Stefan Ekman, Here Be Dragons. Exploring Fantasy Maps and Settings, Middletown (Connecticut): Wesleyan University Press 2013.

• Umberto Eco, Die Geschichte der legendären Länder und Städte (Storia delle terre e dei luoghi leggendari) München: Hanser 2013. — Thema sind v.a. versunkene Kontinente wie Atlantis, Lemuria und Agartha

• Martin Vargic, Miscellany of Curious Maps, New York, NY: Harper Design 2015.

• Doris Kolesch, Kartographie der Emotionen, in: Helmar Schramm / Ludger Schwarte / Jan Lazardzig (Hgg.), Kunstkammer, Laboratorium, Bühne: Schauplätze des Wissens im 17. Jahrhundert, Berlin: de Gruyter, 2003 (Theatrum scientiarum, Band 1)

• [mehrere Aufsätze zur Räumlichkeit erdachter Welten in:]  Sonja Glauch / Susanne Köbele / Uta Störmer-Caysa (Hgg.), Projektion – Reflexion – Ferne. Räumliche Vorstellungen und Denkfiguren im Mittelalter, Berlin: De Gruyter 201.

• Christine Heil, Kartierende Auseinandersetzung mit aktueller Kunst. Erfinden und Erforschen von Vermittlungssituationen, München: Kopaed 2006.

• Barbara Piatti, Die Geographie der Literatur. Schauplätze, Handlungsräume, Raumphantasien, Göttingen: Wallstein Verlag 2008.

• Misia Sophia Doms, Erkenntniswege und Übungsgelände. Raumdarstellungen zur Vermittlung praktisch-philosophischen Wissens in Moralischen Wochenschriften der Frühaufklärung, in: Natur – Religion – Medien: Transformationen frühneuzeitlichen Wissens, hg. von Thorsten Burkard u.a., Berlin: Akademie Verlag 2013.

• Beate Schuster, Die moralische Geografie des Pilgerwegs im Kreuzzugsbericht Odos von Deuil, in: Ursula Kundert [et al.] (Hgg.), Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, Zürich: Chronos 2007, S. 91–112.

• Chet Van Duzer / Ilya Dines, Apocalyptic Cartography. Thematic Maps and the End of the World in a Fifteenth-Century Manuscript, Boston: Brill / Hes & De Graaf 2015.  

Wird ergänzt!